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Abe Sada 1

1976 wurde einer der berühmtesten Kriminalfälle Japans als Manga umgesetzt und hat jetzt auch den Weg zu uns gefunden.

(C) Carlsen Verlag / Abe Sada 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWohl nur den innigsten Kennern japanischer Mangaka dürfte Kazuo Kamimura ein Begriff sein, doch der 1986 im Alter von nur 45 Jahren verstorbene Künstler lieferte 1972/73 gemeinsam mit Autor Kazuo Koike mit "Lady Snowblood" die Blaupause für Quentin Tarantinos kultige Rachefantasie "Kill Bill". Nur unwesentlich später widmete sich der Zeichner in Zusammenarbeit mit Masako Togawa und Hideo Okazaki einem der spektakulärsten Kriminalfälle Japans, der sich in der Zwischenkriegszeit zutrug. 1936 hatte eine Prostituierte namens Abe Sada ihren Liebhaber stranguliert und war mit seinen Geschlechtsteilen in der Handtasche verhaftet worden.


Der genau 40 Jahre darauf veröffentlichte und auf wahren Tatsachen beruhende Manga hat jetzt via Carlsen spät aber doch auch den Weg in deutschsprachige Gefilde gefunden. Der erste von zwei Bänden setzt ein, als die Tochter aus wohlhabendem Hause gerade einmal 15 Jahre alt und längst auf den Geschmack der Männer gekommen ist. In einer Mischung aus jugendlicher Langeweile und sexueller Entdeckungsgelüste stürzt sie sich in die stürmischen Wogen amouröser Abenteuer, von deren Konsequenzen sie sich in geradezu fatalistischer Ergebenheit in ihr Schicksal überrollen lässt.


Spätestens als sie ihre Familie bei Verwandten als Geisha unterbringt, scheint der weitere Lebenslauf besiegelt, dessen nächste einschneidende Stationen das große Kanto-Erdbeben 1923 und ihre nie ganz überwundene Syphiliserkrankung darstellen. Kazuo Kamimura vermeidet mit seinen Zeichnungen das Abdriften in profane Hentai-Gefilde und schafft es trotzdem mit Andeutungen und Auslassungen leidenschaftlichen Geschlechtsverkehr als wesentliche Antriebsfeder der Protagonistin in Szene zu setzen. Angesichts des ja bekannten Ausgangs der Causa ist es eine formidable Entscheidung, stattdessen das Ausloten der Fragen nach dem Wie und Warum zum wesentlichen Element der Erzählung zu machen.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Carlsen Verlag




 


 
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