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BEATSTEAKS VS. VANDALS

28.01.2004 - ARENA (WIEN) /29.01.2004 - ROCKHOUSE (SALZBURG)
vandals / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSchneechaos auf vielen Straßen, lahm gelegte Öffis, matschdurchtränkte Jeans. Österreich drohte Ende Januar unter Eiskristallen zu versinken. Nichts wurde aus der Sehnsucht, dass der Frühling sich womöglich schon bald ankündigen würde. Der schon nahe geglaubte Duft, der wieder Festival-Stimmung heraufbeschwören sollte, wurde mit eiskaltem Wind weggeblasen. Nichtsdestotrotz war das letzte Januar-Wochenende für manche etwas Besonderes und ließ gefrorene Wünsche ein Stück weit schmelzen. Trotzdem warteten auch einige böse Überraschungen auf das Pilgervolk.
Frierend kämpfte man sich am Freitag bis ans andere Ende von Wien in die Arena. Schon bald gab man es auf, seine sieben Sachen in der Garderobe abzugeben, da anscheinend mehrere Schülerbusse gleichzeitig angekommen waren. Noch schnell ein Sprung auf die Toilette, ein Bier an der Bar und schon hatte man die Vorgruppe JULIA versäumt. Zumindest aber war die Geräuschkulisse während der vorangegangenen Aktivitäten ganz angenehm.
Dann konnte es aber endlich mit smack&smash-dancing losgehen (wenn man davon absieht, dass mit smack als Substantiv auch Heroin gemeint sein könnte) und die ersten blauen Flecken konnten sich gratis in der Menge abgeholt werden. Die etwas ältere Fraktion bevorzugte es daher, sich am Rande in der Nähe der Zapfhähne aufzuhalten. Die ganz Ängstlichen verzogen sich auf die Galerie und versuchten wenigsten mit dem Kopf zu wippen. Mit „Schni Schna Schnappi“-Arnim an den Vocals hatten Balladen an diesem Abend keine Chance, wie der Herr Teutoburg selbst meinte. „I Don’t Care As Long As You Sing“ ließ aber doch Schmusestimmung aufkommen und Feuerzeuge erleuchten. Auch mit Hip Hop hatte das rempelnde Partyvolk nicht viel am Hut. Als jedoch „Sabotage“ von den Beastie Boys angestimmt wurde, ging’s drunter und drüber. Interessant, dass die Kiddies diesen Song  noch kennen.
Wieder mal an der Bar versumpfend bekam man von der zweiten Zugabe nicht mehr viel mit, außer, dass der Sänger Mut zur Hässlichkeit zeigte. Auch EPHEN RIAN, die bei der Aftershowparty aufgeigten, bekam man nicht mehr zu Gesicht. Mit dem Nachtbus ging’s zu später Stunde auf die lange Reise ins Bettchen.
Am Samstag hatte sich die Wettersituation glücklicherweise verbessert und die Fahrt in die Mozartstadt konnte beginnen. Im Rockhouse angekommen war man natürlich schon wieder zu spät. Angekündigt waren (neben den Heroen des Abends) THE GOD AWFULS, bei denen man sich gleich geborgen fühlte, waren sie doch ein Abklatsch ihrer unschwer zu erkennenden Vorbilder GREEN DAY. Außerdem traten vorher noch UNDERMINDED auf, zu denen an dieser Stelle kein Statement abgegeben werden kann. Im Folder war außerdem noch ein Special Guest angeführt. In der Bar alte Bekannte treffend und plaudernd stieß man dann doch noch zu Beginn des Headliners in die gemütlich gefüllte Halle. Doch irgendetwas stimmte nicht. Josh Freese hatte sich allem Anschein nach einer Schönheitsoperation unterzogen (die in die falsche Richtung ging) und die Haare dunkel gefärbt. Außerdem reagierte er nicht auf ein paar Fans, die seinen Namen riefen. Sehr verdächtig!
Im letzten Drittel des kurzen Auftritts wurde das Geheimnis gelüftet: man hatte sich als „Special Guest“ Derek Grant, den Drummer von ALKALINE TRIO ausgeborgt. Toll! Da hat man sich aber gefreut. Vor allem, wenn man als Fetischist von A PERFECT CIRCLE in dieses Konzert schlitterte.
Alles in allem konnte das Wochenende trotz dieser zugefügten Wunde noch nett abklingen. Blaue Flecken holte man sich in Salzburg nicht. Die Versuche einen smack-smash-Tanz hinzulegen scheiterten an der „Uups-Entschuldigung“-Attitüde. Das Rockhouse ist eben nun mal ein gemütlicher Schuppen mit friedlichem Publikum wie aus dem Bilderbuch. Keep on Rocking!

Stephanie Bürgler
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