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Black Metal

Langeweile gebiert Monster, hier in Form von drei Freundinnen auf der verzweifelten Suche nach Vergnügen.

(C) POPCOM / Black Metal / Zum Vergrößern auf das Bild klickenJust in dem Jahr, in dem die filmische Umsetzung von "Lords of Chaos" ihre Premiere gefeiert hat, ist im Rahmen der ihm gewidmeten Werkschau bei POPCOM auch "Black Metal" von Timo Wuerz neu aufgelegt worden. Die gemeinsam mit seinem bewährten Kollaborationspartner und Texter Niki Kopp ursprünglich 2001 bei Infinity veröffentlichte Story greift reale Ereignisse im Norwegen der frühen 1990er auf, mit denen sich das eingangs erwähnte (und nicht unumstrittene) Buch von Michael Moynihan und Didrik Søderlind aus dem Jahr 1998 befasste. Oder vielleicht auch eher deren medialer Rezeption, die von einer lüsternen Presse genüsslich vor schockierten Otto Normalverbrauchern ausgebreitet wurden, verkürzt auf die Schlagworte Black Metal, brennende Kirchen, Blut, Mord und Selbstmord.


In "Black Metal" sind die drei Freundinnen Asako, Nina und Corky auf der Suche nach einer neuen musikalischen Subszene, in der sie sich austoben können, wobei der Schwerpunkt weniger auf künstlerischen Aspekten, sondern auf maximales Vergnügen unter großzügiger Verwendung von Alkohol und Drogen diverser Couleur liegt. Als den blutjungen Mädels mit ihren gerade einmal 16 und 17 Jahren wieder einmal langweilig ist, stoßen sie auf Black Metal, legen Corpse Paint an und reaktivieren ihre ad acta gelegten Bandpläne. Was zunächst ein weiterer unschuldiger Spaß zu werden scheint, wird bald zu blutigem Ernst, den ein Freund mit dem Leben bezahlt. Und das ist noch nicht einmal der Höhepunkt des (selbst)zerstörerischen Strudels, in den das Trio folglich gezogen wird.


Über das Können von Timo Wuerz muss an dieser Stelle wohl kein weiteres Wort mehr verloren werden. Die Passagen, welche die Intensität des unglaublich vielschichten Genres Black Metal in Bilder zu fassen versuchen, sind eindrucksvoll gelungen. Die Protagonistinnen von "Black Metal" schaffen es, zu den unsympathischsten der neueren deutschen Comic-Geschichte zu gehören – sozial verwahrloste Spaßzombies, deren Anblick anno 2018 noch mehr schmerzt als 2001. Ob Asako, Nina und Corky mit Verhalten und Taten die postulierte nihilistische Extremität des Subgenres tatsächlich widerspiegeln, bleibt fraglich. Hinsichtlich der Spontanität und Sinnlosigkeit der Gewalt agieren sie aber zweifellos näher an der Realität als uns lieb sein kann.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: POPCOM




 


 
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