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Comic-Review: Chew –Bulle mit Biss 1 (Cross Cult)

Die skurrilen Abenteuer des FDA-Agenten Tony Chu nach Rezept von John Layman und Rob Guillory sind ein leckerer Schmaus für Gourmets.

(C) Cross Cult Verlag / Chew - Bulle mit Biss 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenImage Comics scheint sich in den letzten Jahren zu einem wahren Hort für innovative und aufregende neue Serien zu mausern – vergessen und lange in der Vergangenheit verschüttet scheinen die frühen, testosterongeschwängerten und waffenstarrenden Gehversuche der damals "jungen Wilden" um Todd McFarlane, Rob Liefeld und Jim Lee aus den 1990er Jahren zu sein. Robert Kirkmans Survival-Epos "The Walking Dead" schiebt ohnehin seit Längerem mächtig Welle auf dem Markt, zusätzlich beflügelt noch durch den sensationellen Erfolg der gleichnamigen Fernsehserie bei AMC. Tim Seeleys "Hack/Slash" ist kürzlich von Devil`s Due Publishing zu Image gewechselt und versorgt Fans auch weiterhin mit einem wohldosierten Mix aus Slasher-Horror und Comedy. Und so wie uns der Cross Cult Verlag mit den deutschen Fassungen dieser beiden Serienhits versorgt, sind wir jetzt auch mit dem ersten Band des neuesten Independent-Hits "Chew" beglückt worden. Keine Frage, die Leutchen in Ludwigsburg haben fürwahr ein gutes Händchen für Comic-Perlen aus den Staaten.


Die 2009 gestartete Reihe dreht sich um den Cop Tony Chu, der über eine besondere Gabe verfügt: Als sogenannter Cibopath kann er durch seine Geschmacksknospen im Mund Visionen abrufen, die ihm mehr über Speisen verraten – etwa, von wem der abgehackte Finger im Burger eines Schnellrestaurants stammt oder wer da wenig appetitlich in die Suppe geblutet hat. Durch seine unkonventionellen Ermittlungsmethoden, bei denen es schon mal vorkommen kann dass ein gefasster Täter etwas angeknabbert wird, erregt er die Aufmerksamkeit der FDA. Die Food and Drug Administration ist zu einer der mächtigsten US-Behörden aufgestiegen nachdem die Vogelgrippe 23 Millionen Amerikanern das Leben gekostet hat. Seitdem sind Handel und Verzehr von Hühnern und anderem Geflügel streng verboten und natürlich ein – haha! – gefundenes Fressen für diverse illegale Geschäftemacher. Die Größen des Schwarzmarkts verdienen sich goldene Nasen, indem sie in geheimen Restaurants das begehrte Federvieh auf der Speisekarte anbieten. Gemeinsam mit seinem neuen Kollegen Mason Savoy, ebenfalls ein Cibopath, macht sich Tony daran der Geflügelmafia und ihren Handlagern auf die Finger zu klopfen. Die Ermittlungen im Fall eines verschwundenen Hygieneinspektors führen dann aber dazu, dass die Yakuza den Cop auf ihre Todesliste setzt…


Ein gar köstliches Gericht haben Autor/Letterer John Layman und Zeichner/Kolorist Rob Guillory da gemeinsam angerührt. Der Auftaktband "Leichenschmaus" mit den ersten fünf US-Ausgaben punktet mit einem sympathischen, tollpatschigen Hauptdarsteller, der sich mit verständnislosen Kollegen, abartigen Mordfällen und ekligen Speisen jenseits der Genießbarkeit herumschlagen muss. Herzhafte Happen vom verwesten Hund oder menschliche Finger sorgen für jede Menge Grinser, die aber von absolut perfekt dosierten Crime- und Mystery-Elementen aufgewogen werden. So gleitet die Story niemals ins Lächerliche ab, sondern macht mit Tonys Namen auf der Todesliste, der Auseinandersetzung mit Savoy und den allgegenwärtigen Andeutungen rund um einen dritten Cibopathen sowie einer vermuteten Verschwörung hinsichtlich der Geflügelprohibition ordentlich Lust auf weiteres Lesefutter. Der wunderbar cartoonige Stil von Rob Guillory sorgt für einen optischen Festschmaus und rundet das Vergnügen ab. Resümee: "Chew" ist eine absolute Empfehlung für das Bücherregal. Mahlzeit!



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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