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Comic-Review: Marvel 1602 (Panini)

Und wieder beglückt uns das "Haus der Ideen" mit einem alternativen Entwurf seines Helden-Universums, diesmal erdacht von keinem Geringem als Neil "Sandman" Gaiman.

Cover Marvel 1602 (C) Panini / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSeit einiger Zeit ist Panini dankenswerterweise fleißig dabei, das Oeuvre des 1960 im englischen Portchester geborenen Meisters Band für Band in unseren Breiten zugänglich zu machen. Letztes Jahr konnten wir uns über die Comic-Adaption seines Romanerfolgs "Coraline" durch P. Craig Russell freuen, der mittlerweile auch als äußerst empfehlenswerter Animationsfilm vorliegt. Während sein wohl bekanntestes Werk "Sandman" im Mai 2010 komplett auf Deutsch vorliegen wird, ist mit der Reihe "Neil Gaiman Bibliothek" auch weiterhin für neuen Lesestoff gesorgt.


Beim vorliegenden Band hat Marvel-Oberzampano Joe Quesada dem Beststeller-Autor freie Hand gelassen, was die Erschaffung einer neuen fantastischen Comic-Welt betrifft. In dieser finden sich einige uns wohlbekannte Gesichter wieder, wenngleich unter völlig anderen Bedingungen: Man schreibt das Jahr 1602, England steht am Ende des Elisabethanischen Zeitalters. Königin Elisabeth I. ist schwer krank und König James von Schottland bereit, ihr Erbe anzutreten. Was seine Herrschaft für die jungen Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten bedeuten würde, die unter der Führung von Carlos Javier der spanischen Inquisition entkommen sind und noch unter dem Schutz von Elisabeth stehen, können sich die Betroffenen leicht ausmalen: Das Holz für die Scheiterhaufen der vom Volk als "Hexenbrut" gebrandmarkten Außenseiter ist schon so gut wie zusammengetragen, zumal James ein Bündnis mit dem Großinquisitor eingegangen ist.


In diese Atmosphäre der Angst hinein gerät die junge Virginia Dare, die sich gemeinsam mit ihrem indianischen Beschützer Rohjaz auf den Weg gemacht hat, um im Namen ihres Vaters Unterstützung für die englische Kolonie Roanoke in der Neuen Welt zu erbitten. Sie wird der Obhut des jungen Peter Parquah überlassen, der in Diensten von Elisabeths oberstem Agenten Nicholas Fury steht. Dieser wiederum muss sich mit einer geheimen Fracht herumschlagen, die von Jerusalem aus auf dem Weg nach England ist und über das Schicksal der Welt entscheiden könnte – möglicherweise handelt es sich dabei um den legendären Templerschatz, wer weiß? Auf diesen Transport hat es auch Graf Otto von Doom aus dem fernen Latveria abgesehen, der seine Attentäter unter anderem auch auf die König angesetzt hat. Und das alles vor dem Hintergrund einer sich zusammenbrauenden Katastrophe, die mit Blitz, Donner und blutrotem Himmel das Ende der Welt anzukündigen scheint. Selbst der königliche Hofarzt und Magier Stephen Strange vermag die Zeichen nicht klar zu deuten…


"Marvel 1602" besteht aus insgesamt acht Kapiteln und bietet ein kurzweiliges Lesevergnügen. Die Transformation des Marvel-Mythos in das England des beginnenden 17. Jahrhunderts – einer Zeit, in der nicht nur die englische Renaissance ihre Blütezeit erreichte, sondern auch einige bemerkenswerte Fortschritte auf dem Gebiet von Kunst, Literatur und Wissenschaft erzielt wurden – ist mehr als gelungen und gekonnt verknüpft mit den fiktiven Helden und Schurken. Es macht großen Spaß, die alternativen Versionen bekannter Figuren wie Spider-Man, Dardevil, Magneto und vielen anderen, geschickt versteckt hinter verschiedenen Namen und Rollen, sowie diverse ironische Verweise zu entdecken. Im Vergleich zu anderen Werken hat Neil Gaiman hier vergleichsweise leichtere Kost abgeliefert, was den Wert der Erzählung aber keineswegs schmälert. Eine mehr als hervorragende Leistung liefert Zeichner Andy Kubert ab, dessen Zeichnungen direkt und ohne Tusche von Richard Isanove am Computer koloriert worden sind – eine Arbeitstechnik, die beide schon beim fantastischen "Wolverine: Origins" verwendet haben und die dem Setting eine großartige grafische Tiefe gibt. Sowohl Fans von Marvels Superhelden als auch von Neil Gaiman können bei diesem Crossover der besonderen Art beruhigt zugreifen.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #
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