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Comic-Review: Predators (Cross Cult)

Gerade noch rechtzeitig zum Kinostart des neuen Actionkrachers von Nimród Antal rund um die Rückkehr der außerirdischen Kult-Monster stimmt dieser Band auf die Jagd ein.

Cover Predators (C) Cross Cult / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWas lange währt, wird endlich gut: Wie der geneigte Fan vielleicht weiß, hat Robert Rodriguez ("From Dusk Till Dawn", "Planet Terror") bereits 1994 ein eigenes "Predator"-Drehbuch verfasst, wohl wissend dass seine Vision mit den damaligen technischen und finanziellen Möglichkeiten nicht realisierbar sein würde. Auch der unverdiente Flop des Sequels mit Danny Glover, das die Jagd drei Jahre zuvor in den Großstadtdschungel von Los Angeles verlegt hatte, sorgte dafür dass der Entwurf umso schneller in der Schublade verschwand – ganz zu schweigen von Verrücktheiten wie einer spanischen Galeone mitten auf einem anderen Planeten.


Eineinhalb Jahrzehnte schien die Zeit endlich reif zu sein und Rodriguez machte sich an ein neues Drehbuch, diesmal dankenswerterweise ohne die Galeone. Während er auch als Produzent fungierte, übernahm Nimród Antal ("Kontroll") den Regiestuhl. "Predators" stellt sich dabei durch den zusätzlichen Buchstaben nicht nur in die Tradition des zweiten Teils des "Alien"-Franchise, sondern handelt im doppeldeutigen Sinn sowohl von außerirdischen als auch menschlichen Jägern. Letztere landen plötzlich im dichten Dschungel auf einem außerirdischen Planeten, das als Jagdreservat für die Predators fungiert. Der Söldner Royce (Adrien Brody) und seine Schicksalsgenossen sehen sich einem blutigen Überlebenskampf ausgesetzt, in der jedes Zögern und jede Schwäche den Tod zur Folge hat. Doch nicht nur zwischen der Gruppe brodelt es, auch innerhalb der Predators scheint es zwei einander nicht besonders freundlich gesinnte Stämme zu geben…


Soweit das Grundszenario dieses tollen Reboots, das den "Predator"-Mythos auf gelungene Weise auf seine ureigensten Komponenten zurückführt: Mensch, Predator, Dschungel, Jagd. Bei Dark Horse ist nicht nur die obligatorische offizielle Comic-Adaption des Films, geschildert aus der Sicht von Isabelle (Alice Braga), erschienen, sondern neben einem Sequel auch ein aus vier Heften bestehendes Prequel. Dieses ist jetzt beim Cross Cult Verlag als Paperback erschienen und widmet sich nicht nur den vor dem Film angesiedelten Erlebnissen von Royce, sondern auch von Noland (Laurence Fishburn). Ihm, der seit vielen Jahren auf dem Alien-Planeten ums Überleben kämpft, begegnet der Elitesoldate Drake, der, gerade noch in Afghanistan im Einsatz gegen Taliban kämpfend, mitsamt seiner Einheit hier landet. Nachdem seine Kameraden sukzessive von einem Predator getötet werden, will er sich mit Noland gegen die Jäger zusammenschließen. Doch der zeigt wenig Interesse, sich einem derartigen Risiko auszusetzen. Im Anschluss erfahren wir, was Söldner Royce so getrieben hat bevor er in der unwegsamen Dschungelwelt gelandet ist: Nämlich in Afrika im Auftrag eines grausamen Regierungschefs gegen nicht minder grausame Rebellen vorzugehen. Doch Auftrag ist Auftrag und Geld ist Geld, und so macht sich der Zyniker auf den Weg, um den Chef der Aufständischen zu eliminieren.


"Willkommen im Dschungel" und "Natürliche Auslese" sind von Mark Andreyko, David Lapham flüssig geschrieben und von Guilherme Balbi und Gabriel Guzman zeichnerisch solide, wenn auch nicht sonderlich spektakulär umgesetzt worden. Erwartet man sich nicht eine bahnbrechende und aufwühlende Story, sondern Hintergrundinformationen zur Geschichte von Noland und Royce, dann erfüllen sie ihre Aufgabe auf jeden Fall. Es wird uns nahegelegt warum beide auf ihre ihnen eigene Art zu den kaltherzigen Bastarden geworden sind, denen wir in "Predators" begegnen. Das wird bei der Episode um Noland auf einigen wenigen diesbezüglichen Seiten besser herausgearbeitet als bei der Geschichte um Royce, die ihn uns lediglich bei seiner bis dahin letzten Söldnermission begleiten lässt und neben jeder Menge Blut und toter Gegner nur Platz für einige vage Andeutungen lässt. Nichtsdestotrotz macht dieser Band genügend Lust auf den Gang ins Kino, und das ist es ja schließlich was im Sinne des Erfinders ist. Hardcore-Fans und Komplettisten wiederum haben ohnehin keine Ausrede, hier nicht zuzugreifen.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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