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Das Schwarze Auge 3

Die Flucht aus dem Räuberlager ist gelungen, doch nicht alle sind unbeschadet entkommen. Leonida ringt mit dem Tod und das ausgerechnet im Grenzgebiet zum Reich der Heptarchen.

(C) WinterZeit / Das Schwarze Auge 3 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSeit ihrem überhasteten Aufbruch in Gareth steht die Reise in die dunklen Lande, um den Siegelring von Lares auf der Burg seines Vaters sicherzustellen, unter keinem guten Stern. Noch immer weit von ihrem eigentlichen Ziel entfernt lauern immer wieder neue Gefahren für die kleine Reisegruppe rechts und links des Weges. Nur in letzter Sekunde ist ihnen die Flucht aus dem Lager von Renk gelungen. Als ihre Verfolger, die Stadtwache Gareths, das Quartier der Räuber stürmen, können sie im allgemeinen Chaos entkommen. Dabei wird Leonida jedoch schwer verletzt, ihr Leben hängt am seidenem Faden.


Wahrscheinlich überlebt sie die nächsten Stunden nicht. Doch dann geschieht das Unfassbare, während einer kurzen Verschnaufpause scheint Leonida vollkommen zu regenerieren. Was steckt dahinter? Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht. Die Vorräte werden knapp und die Gefährten brauchen dringend einen Unterschlupf, um neue Kräfte zu sammeln. Doch sie befinden sich bereits in der Nähe zum Reich von Borbarads Vasallen und die Aussichten auf Hilfe stehen schlecht. Doch das Glück bleibt ihnen treu, die Gefährten stoßen auf ein abgeschiedenes Kloster. Widerwillig werden sie von den Mönchen des Totengottes Boron eingelassen. Gundar Gemmenschneider und seine Begleiter sind froh, den Gefahren der Straße für kurze Zeit entronnen zu sein. Sie ahnen noch nicht, dass sie sich dabei zu früh gefreut haben...


Die Geschichte um Gundar und seine kleine Gruppe von Schicksalsgefährten nimmt deutlich an Fahrt auf. Von der ersten Minute an bekommt man ein Gefühl dafür, wie ernst die Lage für die ehemaligen Gefangenen tatsächlich ist. Auf der Flucht vor ihren Verfolgern sehen sie sich mit einer Reihe von Entbehrungen konfrontiert, außerdem kämpft Leonida um ihr Leben. Die bedrückende und bedrohliche Ausgangslage überträgt sich schnell auf den Hörer und man möchte unbedingt wissen, ob es ihnen gelingt auch diese Situation zu meistern. Ganz unmerklich mischen sich erste mysteriöse und unheimliche Momente in die Handlung und drehen langsam aber sicher an der Spannungsschraube. Die Geschichte wird konsequent vorangetrieben. Überflüssige Dialoge oder künstlich verlängerte Szenen sind absolute Fehlanzeige und sorgen für einen flüssigen Handlungsablauf.


Der Background der Akteure wird konsequent erweitert, erneut steht die Vergangenheit der jungen Streunerin im Mittelpunkt. Langsam wird immer klarer, dass man es hier keinesfalls mit einer einfachen Strauchdiebin, sondern mit einem sehr vielschichtigen Charakter zu tun hat. Alinnes Vergangenheit sorgt außerdem für zusätzliche Spannungen im Team und es deuten sich erste Fraktionen unter den Reisenden an. Audionarchie und WinterZeit zeigen, dass für eine Geschichte, die sich über mehrere Episoden erstreckt, eine kontinuierliche Figurenentwicklung unerlässlich ist. Die Geräusche passen einmal mehr perfekt zu den Geschehnissen dieser Folge. Insbesondere in den unheimlichen und bedrohlichen Momenten wie etwa in dem verlassenen Dorf oder im nächtlichen Kloster kann das Sounddesign punkten.


Bisher war Marco Kröger in der Rolle von Hothar dem Thorwaler nur einer unter vielen. Mit "Die Geweihten des Totengottes" ändert sich dies. Ihm gelingt es seiner Figur neue Aspekte hinzuzufügen, es wird deutlich, Hothar scheint weitaus mehr zu sein als ein rüpelhafter Schläger. Gabrielle Pietermann ist erneut als Alinne zu hören und tritt den Beweis an, dass sie durchaus bereit ist auch Hauptrollen zu übernehmen. Ich bin mir sicher man wird in Zukunft noch öfter von ihr hören. Durch das Geschehen führt Axel Ludwig, seine ruhige Erzählweise und dunkle Stimmfärbung sind genau die richtige Wahl, um den Hörer bei diesem Abenteuer zu begleiten.


In weiteren Rollen sind Marcus Off, Claus-Peter Damnitz und Angela Wiederhut zu hören, die die kleine Schar von Helden komplettieren. Insgesamt betrachtet hat man bei der Besetzung der Hauptrollen Fingerspitzengefühl bewiesen. Die Stimmen harmonieren gut miteinander und allen gelingt es, die Eigenarten ihrer Figuren hervorzuarbeiten. "Die Geweihten des Totengottes" ist die bisher spannendste und ausgereifteste Folge der noch jungen Serie. Die Figuren gewinnen an Tiefe, die Geschichte entwickelt sich in einem ordentlichen Tempo und die Welt Aventuriens nimmt immer mehr an Gestalt an. Herz was willst du mehr?


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: WinterZeit




 


 
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