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Die Marvel-Superhelden-Sammlung 17

Sam Wilson, der in den 1970ern zum Co-Star der monatlichen Serie seines Mentors Captain America avancierte, bekam 1983 endlich sein erstes Solo-Abenteuer spendiert.

(C) Hachette / Die Marvel-Superhelden-Sammlung 17 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn "Captain America: The Winter Soldier" (hierzulande bekannt unter dem wunderbar nichtssagenden Titel "The Return of the First Avenger") trat 2014, dargestellt von Anthony Mackie, mit Falcon jener Mann ins Rampenlicht des "Marvel Cinematic Universe", der seit vielen Jahrzehnten tapfer an der Seite Steve Rogers gefochten hatte. In den vergangenen Jahren war ihm sogar die Ehre zuteil geworden, selbst das sternengeschmückte Kostüm anzulegen, da sein Mentor aufgrund des nachlassenden Effekts des ihm einst injizierten Supersoldaten-Serums alterte und sich auf das Agieren im Hintergrund verlagerte.


Diese spannende Episode ist aber leider inzwischen – wohl der stockkonservativen und veränderungsresistenten US-Leserschaft geschuldet – wieder Geschichte und Sam erneut als Falcon unterwegs. Immerhin hat Hachette dem ersten afroamerikanischen Superhelden einen eigenen Band seiner "roten" Sammelreihe spendiert, die auch sein Debüt aus "Captain America" 117 samt der beiden Folgeausgaben aus dem Jahr 1969 enthält. Der Red Skull hatte es kurz zuvor fertiggebracht, per kosmischem Würfel mit seinem Erzgegner den Körper zu tauschen und ihn auf eine Insel zu versetzen, auf der mit den Exiles ehemalige Verbündete die Einwohner terrorisierten.


Als Cap dort mit der ungesunden roten Gesichtsfarbe auftaucht, sind die Söldner heiß auf Rache, doch zum Glück ist Sam Wilson zur Stelle und bekommt von seinem neuen Partner sowohl Trainingseinheiten als auch den Heldennamen verpasst. Die Origin, die ihm Stan Lee verpasste, war jedoch eine vergleichsweise dünne Suppe und wurde (nicht zur Freude aller Leser) zwischendurch von seinem Nachfolger als Autor Steve Engleheart um eine kriminelle Vergangenheit in seiner Heimat, dem New Yorker Stadtteil Harlem, aufgefettet, die auch in seiner ersten Miniserie von 1983 als Schauplatz fungiert.


In dem Vierteiler kämpft Sam nicht nur mit Electro, sondern parallel zu seinem kostümierten Einsatz auch als Sozialarbeiter gegen Diskriminierung und Perspektivlosigkeit der Schwarzen, die trotz der Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung zwei Jahrzehnte zuvor immer noch evident waren (und noch sind). Jim Owsleys Story, gezeichnet von Paul Smith und Mark Bright, ist ein lesenswert arrangiertes Paradebeispiel für Marvels Anspruch, die soziale Realität widerzuspiegeln. Lediglich die Meinungsänderung des von der Straßengang Legion entführten US-Präsidenten, die Auswirkungen seiner "Reaganomics" doch etwas abzumildern, fällt eher in die Kategorie naiven Wunschdenkens…


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.


 
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