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Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 129

Mit dem "überlegenen Spider-Man" trieb Dan Slott 2013 veränderungsresistente Hardcore-Anhänger des Wandkrabblers zur Verzweiflung.

(C) Hachette / Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 129 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMit Klischees soll man bekanntlich vorsichtig umgehen, aber an jenem von einem gewissen Prozentsatz innerhalb der Leserschaft von Superhelden-Comics, die geradezu allergisch auf Veränderungen im Status quo ihrer Favoriten reagieren, ist definitiv etwas dran. Marvel-Kreativkräfte im Allgemeinen und Spidey-Autoren im Besonderen können davon ein Lied singen, denn in über 55 Jahren Spinnenhistorie gab es mehrere Reibungsflächen mit der Diehard-Fraktion, wenn wir etwa an die berühmt-berüchtigte Klonsaga der 1990er oder die heftig diskutierte Auflösung der Ehe zwischen Peter und Mary Jane in "One More Day" in den 2000ern (samt nachgelieferten Details in "One Moment in Time") denken. Für die aktuelle Dekade gebührt die Spitzenposition in kontroversieller Hinsicht wohl "Superior Spider-Man".


Dan Slott, der dem Netzschwinger bis zur kürzlich auch auf Deutsch erschienenen 800. Ausgabe von "Amazing Spider-Man" längere Zeit seinen Stempel aufdrückte, zog sich mit einer Storyline, die sich in den Nummern 698-700 besagter Traditionsserie vollzog, den heiligen Zorn vieler Fans zu, der – nicht nur für Außenstehende völlig unverständlich – sogar in Todesdrohungen gipfelte. Der Grund für die Erregung war der Tod von Peter Parker am Schluss des Dreiteilers "Dying Wish", nachdem sein Erzfeind Otto Octavius seinen krebskranken Körper gegen den vitalen Leib der Spinne eingetauscht hatte. Im Rahmen der Initiative "Marvel NOW!" wurde mit "Superior Spider-Man" ein Titel geschaffen, der dem Anspruch des nun (teilweise) geläuterten Doctor Octopus, einen in jeder Hinsicht perfekten Wandkrabbler abzugeben, widerspiegeln sollte.


Auch dessen erste fünf Ausgaben sind im in diesem mit 216 Seiten extradicken Band der "schwarzen" Marvel-Reihe enthalten und enthüllen drei Tatsachen: Erstens dass Dan Slott die Essenz von Spidey verinnerlicht hat und trotz des vordergründigen Schockeffekts alle Zutaten liefert, die ein gutes erzählerisches Menü benötigt, nämlich Action, Drama und zwischenmenschliche Verwicklungen. Zweitens dass selbst eiserne Gegner von "SpOck", so der schnell gefundene Spitzname für den überlegenen Spider-Man, zähneknirschend einräumen müssen, dass die Story funktioniert und außerdem bezüglich des Ablebens von Peter Parker natürlich nicht alles so heiß gegessen wird wie gekocht. Und schließlich dass die Zeichner Ryan Stegman, Giuseppe Camuncoli und Humberto Ramos Meister ihres Fachs sind!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.zeit-fuer-superhelden.de.


 
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