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Film-Review: The Wackness (Koch Media)

Mit seinem Sundance-Erfolg hat Autor und Regisseur Jonathan Levine eine nostalgisch-autobiografische Coming-of-Age-Komödie gedreht.

(C) Eidos Montreal/Square Enix / The Wackness / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAuffällig ist zuerst die außergewöhnliche Besetzung des im New York des Sommers 1994 angesiedelten Films: Ben Kingsley, Mary-Kate Olsen und Method Man in einem Film, kann das gutgehen? Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem von Josh Peck gespielten 16-jährigen Hobby-Drogendealer Luke, der sich, frisch von der High School kommend, in einer Umbruchphase seines Lebens befindet. Seine Zukunft ist ungewiss, die Eltern stecken in finanziellen Nöten und er ist heimlich verliebt in die Stieftochter seines Psychotherapeuten Dr. Squires (Ben Kingsley), der gleichzeitig sein bester Kunde ist – und obendrein sein einziger wahrer Freund.


Die bizarre Freundschaft zwischen Luke und Dr. Squires ist Herzstück und Highlight von "The Wackness", was zu einem großen Teil dem Schauspiel Ben Kingsleys zu verdanken ist, der den von einer Midlife Crisis gebeutelten Alt-Hippie mit einer beeindruckenden und doch mühelos wirkenden Mischung aus Schrulligkeit, Spontanität, Liebenswürdigkeit und Verzweiflung darstellt. Ohne dieses Element wäre "The Wackness" nur ein Film unter vielen, denn ansonsten hat er, was Geschichte und Figuren betrifft, leider nicht allzuviel zu bieten. Der andere Hauptstrang der Handlung, der sich Lukes Entdeckung der Liebe und der unvermeidlich folgenden Enttäuschung widmet, ist zwar nicht verkitscht, dafür aber auch nicht besonders interessant.


Sehr viel Wert gelegt hat Levine dafür auf die authentische Nachbildung dessen, was offensichtlich seiner Erinnerung an 1994 entspricht. Der ganze Film ist in nostalgische Sepiafarben getaucht, es gibt viel und erfreulich gute Musik zu hören – hauptsächlich Hip-Hop – und an jeder Ecke wird dem Zuschauer aus mindestens drei Ecken etwas unsubtil ins Gesicht geschrien, in welchem Jahr wir uns befinden: Wenn nicht gerade ein "Forrest Gump"-Plakat durchs Bild huscht, eine Nachrichtensendung über die beginnende Amtszeit von Rudy Giuliani als New Yorker Bürgermeister im Fernsehen läuft, eine Anspielung auf Kurt Cobains Selbstmord gemacht wird oder auf einem Game Boy gespielt wird, dann weiß man, dass man aus Versehen auf einen anderen Film umgeschalten hat.



# # # Andreas Dobersberger # # #





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