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Fraktal 7

Lieutenant Jublonsky ist in einer verstrahlten Zone des fremdartigen Planeten Kintaru abgestürzt. Jedes andere Lebewesen ist eine potenzielle Gefahr für das eigene Leben.

(C) Gigaphon Entertainment / Fraktal 7 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNoch immer ist Kintaru für die Besatzung der Skyclad ein Ort voller Wunder und Geheimnisse. Jeden Tag gibt es neue fantastische, manchmal aber auch beängstigende Dinge zu entdecken. So staunt Lieutenant Jublonsky nicht schlecht, als er von seinen Gastgebern erfährt, dass etwa die Hälfte des Planeten aufgrund einer tödlichen Strahlung unbewohnbar ist. Doch damit nicht genug, innerhalb dieser Todeszone hausen die tödlichsten Kreaturen von Kintaru. Nur ein gewaltiger Zaun hält die Monster davon ab in die bewohnten Gebiete vorzudringen. Trotz der bekannten Gefahren ist Jublonsky sofort begeistert, als sich die Chance zu einem Rundflug über die verstrahlten Gebiete ergibt.


Zunächst scheint alles ungefährlich und unspektakulär, bis der Zusammenstoß mit einem gigantischen Vogel eine Notlandung innerhalb des gesperrten Areals notwendig macht. Nur knapp entgeht der Offizier dabei dem Tod. Die Überlebensaussichten sind alles andere als rosig, der rettende Zaun ist viele Kilometer entfernt und die ersten blutrünstigen Wesen lauern bereits in den Tiefen des undurchdringlichen Dschungels. Die Chancen auf Rettung sind denkbar schlecht. So lässt der nächste Angriff der lebensfeindlichen Natur nicht lange auf sich warten, doch dann kommt Hilfe von unerwarteter Seite, die viele Dinge auf den Kopf stellt.


Nachdem sich die vorherige Folge auf die spektakuläre Flucht vor den unbekannten Aggressoren und die Ankunft auf Kintaru konzentrierte, widmet sich "Hinter dem Zaun" einem genaueren Blick auf die Welt, die hinter einem natürlichen Energiefeld verborgen liegt. Wenn man die aktuelle Folge einem bestimmten Genre zuordnen möchte, kommt einen hier sofort der Abenteuerroman in den Sinn, auch wenn die Handlung natürlich immer wieder mit Ideen aus der Science-Fiction garniert wurde und sich zu einer gelungenen Mischung zusammenfügt.


Überhaupt liegt der Spannungsfaktor bei der siebten Episode von "Fraktal" enorm hoch und weiß von der ersten Minute an zu begeistern. Gleich aus mehreren Feldern speisen sich diesmal die Faszination und der Spannungsaufbau. Da wäre zunächst die Frage, ob es Jublonsky gelingen wird rechtzeitig die Todeszone zu verlassen, bevor die Strahlungsschäden irreparabel sind. Dazu kommt die Überlegung, was für Gefahren sich im unwegsamen Dschungel noch verbergen und ob der Lieutenant auch diese Gefahren meistern kann. Wem das noch nicht reicht, der wird mit Intrigen am königlichen Hof belohnt, die sicher noch in zukünftigen Folgen eine Rolle spielen werden und sich insbesondere auf das Leben von Prinzessin Kari beziehen dürften.


Neben den abenteuerlichen Aspekten spielt in die vorliegende Geschichte ein Aspekt hinein, der auch bereits im Science-Fiction-Kino der 1980er Jahre seinen Niederschlag fand. In Wolfgang Petersens "Enemy Mine" stranden die Vertreter zweier verfeindeter Spezies auf einem unwirklichen Planeten und werden trotz ihrer Feindschaft dazu gezwungen zusammenzuarbeiten, um überleben zu können. Diese Thematik greift Peter Lerf im vorliegenden Hörspiel auf und er schafft es, diese Grundidee glaubwürdig, überzeugend und spannend auch in diesem rein auditiven Medium umzusetzen.


Langeweile ist in dieser Episode tatsächlich Fehlanzeige und die Geschichte wird mit enormen Tempo, aber niemals überhastet vorangetrieben. Ebenso kann man bei der Figurenentwicklung von wichtigen Fortschritten sprechen, die sich bereits seit längerem andeuteten und nun endlich ihre Umsetzung finden. So erfährt man neue Details über einige Hauptpersonen, die das bisherige Bild noch weiter vertiefen. Natürlich verliert man auch den bisherigen roten Faden nicht aus den Augen und fügt diesem eine weitere pikante Note hinzu.


Die Musik ist von futuristischen Synthesizerklängen geprägt, die sofort die Fantasie anregen und eine fremdartige, wilde Natur im Kopf Gestalt annehmen lassen. Dazu gesellen sich pathetische Töne, die einer großen Space Opera angemessen sind, hier hat man alles richtig gemacht. Die Geräusche sind eher dezent, passen aber sehr gut zum geschilderten Szenario. Die ungezügelte Flora und Fauna des fremden Himmelskörpers kommen so sehr gut zur Geltung. Die Riege der Sprecher fällt in diesem Fall sehr überschaubar aus und konzentriert sich über weite Strecken auf zwei bis maximal vier Sprecher, die allerdings alles richtig machen und ihre Dialoge sehr glaubwürdig zum Hörer transportieren.


Natürlich muss man an dieser Stelle Johannes Steck als Jason Jublonsky nennen, der seine Rolle in dieser Episode im Stil der großen Abenteurer anlegt und somit genau den richtigen Nerv für die Geschichte trifft. Claudia Urbaschat-Mingues schafft es einmal mehr neue Seiten an ihrer Figur zutage treten zu lassen, die ein vielschichtiges Bild der Prinzessin Kari zeichnen. Viele ihrer Passagen fallen enorm emotional aus, Claudia Urbaschat-Mingues trifft jedoch immer den richtigen Ton und driftet niemals ins Überzogene oder Peinliche ab.


Dazu kommen in weiteren Rollen Gordon Piedesack, Matthias Keller, Gilles Karolyi und einige andere, die ebenfalls auf einem sehr hohen überzeugenden Level agieren.
"Hinter dem Zaun" kann getrost als bisheriges Highlight der Serie bezeichnet werden. Wenn es so weitergeht besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich doch noch eine neue Science-Fiction-Serie etabliert, die in der Lage ist, die großen Fußstapfen zu füllen, welche "Mark Brandis" hinterlassen hat.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Gigaphon Entertainment




 


 
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