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Game-Review: Darkspore (PC)

"Horde greift an!", und zwar in Form von mutierten außerirdischen Kreaturen, die durch fehlerhafte DNA entstanden sind.

(C) Maxis Software/EA / Darkspore / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWer "Maxis" sagt, muss auch "Sims" sagen. Ist doch die von Will Wright und Jeff Braun 1987 als unabhängiger Publisher gegründete Firma mit "SimCity" für einen der erfolgreichsten Franchises in der Videospielgeschichte verantwortlich. Der erste Teil der Serie und gleichzeitig erste Release von Maxis, das 1989 erschienene "Sim City", wurde nicht nur von der Kritik mit Lob überhäuft, sondern entwickelte sich auch zu einem veritablen Verkaufserfolg mit zahlreichen Nachfolgern. Unter den Spin-offs, die sich mit dem "Sim"-Präfix schmücken durften, ist "Die Sims" wohl der bekannteste. Mittlerweile sind drei Teile inklusive mehrerer Add-ons erschienen, der Auftakt von 2000 gilt mit mehr als 16 Millionen Einheiten als bestverkauftes PC-Spiel aller Zeiten. Nach mehr als zehn Jahren ohne ein Release, das nicht "Sim" im Namen trug, erschien 2008 die Simulation "Spore". Hier ging es darum, aus einem Einzeller ein komplexes, mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattetes Lebewesen zu formen und es schließlich sogar die Weiten des Alls bereisen zu lassen.


Den Kreaturenmodus(C) Maxis Software/EA / Darkspore / Zum Vergrößern auf das Bild klicken hat man auch in das Folgeprojekt übernommen, wenn damit auch ein völlig anderes Genre bedient wird. Als "Sci-Fi Action-RPG" bewirbt Publisher EA, seit 1997 übrigens auch Eigentümer von Maxis, das "Darkspore" betitelte Ergebnis. Der schmale Plot geht von einer hochentwickelten außerirdischen Rasse aus, die genetische Manipulation meisterhaft beherrschte und sie zur Erschaffung sogenannter "genetischer Helden" verwendete. Diese wurden auf verschiedenen Planeten des rasch etablierten Imperiums eingesetzt, um mit den dortigen Lebensformen zu experimentieren. Mit der Entdeckung der "exponentiellen DNA" nahm die Tragödie jedoch ihren Lauf, denn durch dessen Instabilität entstanden furchterregende Mutationen. Sie werden durch den Entdecker der "E-DNA", Xylan, durch eine Art Schwarmdenken gesteuert und müssen vom Spieler in die Schranken gewiesen werden. Zu diesem Zweck stehen verschiedenste genetische Helden zur Auswahl, um die verseuchten Planeten zu säubern.


(C) Maxis Software/EA / Darkspore / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIm Rahmen der "Transfektion", bei der fremde DNA in Zellkerne eingeschleust wird, kann man die Kreaturen den eigenen Bedürfnissen anpassen und zu einer schlagkräftigen Truppe aufbauen. Während man sich zunächst gegen lediglich lästiges Ungeziefer wie Weltraum-Barrakudas, Kanonatoren und andere skurrile Wesen behaupten muss, wartet am Ende jeder Mission ein Bossmonster darauf, auf unseren Helden loszugehen. Der behilft sich mit dem Sammeln von Lebensenergie einerseits und speziellen Fähigkeiten andererseits, die je nach Kreatur unterschiedlich ausfallen. Wenn die gegnerische Übermacht zu stark ist, hilft nur noch der Umstieg auf ein anderes Mitglied der Gruppe, um die Chance wahren zu können. Die Missionen führen uns in die verschiedensten Umgebungen, die von öden Steinwüsten bis hin zu tropisch angehauchter Umgebung reichen.


Wer sich ins "Darkspore"-Vergnügen (C) Maxis Software/EA / Darkspore / Zum Vergrößern auf das Bild klickenstürzen will, kann das auf jeden Fall nicht Hals über Kopf tun – davon hält ihn allein schon die längere Wartezeit ab, die nach der Installation für das Runterladen von Spieleinhalten benötigt wird. Ein weiteres Beispiel für die in letzter Zeit leider häufige Vorgehensweise, halbgare Releases rauszuhauen und weiteren Content, der aber essentiell für das Spiel ist, online nachzuliefern. Ein Königreich für eine schnelle Internetanbindung! Dann geht es aber mit einem umso kürzeren Tutorial los, das den Spieler mit den wichtigsten Infos versorgt. Die Steuerung überrascht durch ihre Einfachheit, denn für Bewegung und Kampf braucht es lediglich linke und rechte Maustaste, die Tasten 1-5 für die Spezialfähigkeiten sowie weitere Tasten für das Auswechseln der Helden und dem Aktivieren des sogenannten "Overdrive" für verbesserte Schadenswirkung. Das funktioniert besser als gedacht und ist eindeutig auf der Habenseite zu verbuchen, ebenso wie durchaus ansprechende Grafikeffekte bei den verschiedenen Spezialattacken.


(C) Maxis Software/EA / Darkspore / Zum Vergrößern auf das Bild klickenÄußerst negativ fällt hingegen die fehlende Übersicht bei größeren Gegnerhorden, das Fehlen von Abwechslung in Form von Aufgaben abseits des bloßen Schnetzelns sowie die Einfallslosigkeit in der Gestaltung der insgesamt 24 Abschnitte auf. Die Horde, die am Schluss jedes Levels noch einmal mit allen vorher aufgetretenen Monstern auftritt, ist auch nicht unbedingt eine Innovation. Der Multiplayer-Modus mit Koop oder PvP, laut EA immerhin als Kernstück des Spiels konzipiert, fällt dementsprechend ebenso unmotivierend aus. Wer sich für simpel gestrickte Action begeistern kann, die sich auf Gegner plattmachen und Gegenstände aufsammeln beschränkt, sollte "Darkspore" eine Chance geben. Für alle anderen ist dies das warnende Beispiel für die Gefahren der Genmanipulation – denn wenn man "Diablo" und "Weltraum-Szenario" miteinander kreuzt, muss nicht automatisch ein gesunder Sprössling entstehen.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #




Grafik: 6/10
Sound: 6,5/10
Steuerung: 7/10
Spielspaß: 6/10
Gesamt: 6/10


Entwickler: Maxis Software
Publisher: EA





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