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Game-Review: Full Pipe (PC)

Ein kurzes Intro und schon ist dem Spieler das Ziel klar: Die Namenlose Hauptperson, die in der Anleitung kurzerhand als "Der Dude" beschrieben wird, schläft seelenruhig in seinem Zimmer.

Full Pipe Cover / Zum Vergrößern auf das Bild klickenPlötzlich taucht eine riesige Hand unter dem Bett auf, stibitzt einen Pantoffel des Dudes und verschwindet wieder im Loch unter dem Bett. Das geht natürlich gar nicht und der gute Dude springt gleich nach in die Kanalisation, um sich seinen Hausschuh zurückzuholen. 
Die Welt unter dem Bett könnte aber bizarrer kaum sein - es ist ein riesiges System aus verschiedenen Räumen, die alle durch Rohre (daher der Titel) verbunden sind. In fast jedem Raum sitzen, liegen, schlafen oder spielen seltsame Wesen, die alle verschieden aussehen und doch stark an die Barbapapas erinnern. Die Interaktion mit diesen Wesen funktioniert wie im Vorgänger "Machinarium": gesprochen wird gar nicht, der Dude kann nur versuchen die Wesen mit Objekten aus seinem Inventar zu kombinieren.


Full Pipe Bild 1 (C) Deadalic / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEntweder die Interaktion funktioniert, dann geschieht wortwörtlich "irgendetwas", oder die seltsamen Kanalbewohner schütteln einfach den Kopf. Durch ausprobieren und ein bisschen (un-)logisches Denken kann unser Held immer mehr Räume erreichen und somit alle neun Ebenen im Untergrund erkunden, bis er schlussendlich wieder auf seinen Pantoffel trifft und dann nur noch eine Möglichkeit braucht, um die ungewöhnliche Welt wieder zu verlassen.

Wer das letzte Adventure der Entwickler gespielt hat, wird sich in "Full Pipe" schnell zu recht finden.


Full Pipe Bild 2 (C) Deadalic / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Interaktionsmöglichkeiten sind stark begrenzt und auch sehr übersichtlich, das Inventar an der Bildschirmoberseite klappt bei Berührung auf und der Mauszeiger ändert sich, wenn er über Hotspots gleitet. Auch die Atmosphäre ist ähnlich gehalten - ohne jegliche Form von Sprache, und diesmal auch ohne Bildsprechblasen ist der Dude ganz auf sich und seine Fantasie angewiesen, um sich einen Weg durch das Labyrinth an Rohren zu bahnen.


Full Pipe Bild 3 (C) Deadalic / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie seltsamen Wesen sind dabei der Schlüssel, doch die meisten Rätsel sind nicht wirklich logisch erklärbar und verlangen daher hauptsächlich nach Herumprobieren. 
Die Welt an sich ist sehr nett und detailverliebt gestaltet, und eine Übersichtskarte ermöglicht das sekundenschnelle Reisen an alle Orte, die man bereits besucht hat - sehr praktisch und zeitsparend. Da nimmt man auch gern in Kauf, dass das Spiel insgesamt nicht besonders Umfangreich geraten ist - nach spätestens sechs Stunden liegt der Dude wieder zufrieden in seinem Bettchen. 
Full Pipe begeistert wie schon in anderen Adventures von Deadalic Entertainment durch große Atmosphäre.


Full Pipe Bild 4 (C) Deadalic / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Sprachlosigkeit verleiht dem ganzen einen besonderen Touch und die verrückten Wesen und Maschinen in der Kanalisation sorgen genauso wie die kleinen Minispielchen für viel Abwechslung. Auch die Soundeffekte sind zwar nicht weltbewegend, passen aber gut zur skurrilen Welt. Leider wird der gute Eindruck zuweilen etwas getrübt -  manche der Rätsel sind nicht nachvollziehbar und nur durch fleißiges Rumprobieren zu schaffen. Außerdem sorgt die fummelige Hotspot-Anzeige für Frust im Spielerherz. Abgesehen von diesen Mängeln ist Full Pipe aber ein hochwertiger, wenn auch nicht gerade umfangreicher Titel, der nicht nur für Genrefans einen Blick wert ist.


# # #  Georg Haßlinger  # # #


Hersteller: Daedalic Entertainment
Publisher: EuroVideo Bildprogramm GmbH
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