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Game-Review: No More Heroes (Nintendo Wii)

Literweise Blut, Grafik- und Soundeffekte wie Anfang der 90er kombiniert mit einer schrägen Story – passt das alles zusammen?

No More Heroes (c) Grasshopper Manufacture/Rising Star GamesStar Wars-, Kill-Bill und/oder Back To The Future Fanatiker? Nur die Erwähnung des Filmtitels “El Topo” (A. Jodorowsky) lässt Freudentränen in deine Augen schießen?! Du findest, dass Cel-Shading das Beste ist, das dem Spieledesign seit Vektorgrafik passiert ist? Falls du mindestens eine Frage bejaht hast, dann ist NO MORE HEROES genau das Richtige für dich: NMH wurde im Hause Grasshopper unter der Leitung des genialen Suda51 entwickelt, die sich im Jahre 2005 mit dem sehr ausgeflippten und (aufgrund seiner Präsentation) eher nur in Insider-Kreisen gefeierten Game „Killer7“ einen Namen gemacht haben. NMH wird höchstwahrscheinlich ein ähnliches Schicksal ereilen, denn auch hier wurde nicht an Craziness und Brutalität gespart.

Stürzen wir uns doch gleich in die Story! Welche Story? Ach ja, da gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen, ausser: die 10 besten Killer der Welt sollen vom Titel(Anti)Helden namens Travis Touchdown aus der Highscore geworfen (bzw. gekillt) werden, sodass dieser irgendwann die Nummer 1 sein wird. Nach einem kurzen Intro (einem Ritt auf Travis’ Motorrad „Schpeltiger“) stürzt man sich gleich in’s Geschehen in Form eines praktischen Tutorials. Gesteuert wird das Spiel mit Nunchuck und Wiimote, wo bei letztere als Travis’ Waffe fungiert, einer Art Kreuzung aus Lichtsäbel (Star Wars) und Neonröhre, dem Beam Katana. Mit dem Nunchuck bewegt man sich fort und visiert Gegner an. Durch Betätigen des A-Buttons hackt Travis auf seine Gegner ein, wobei es darauf ankommt, ob man die Wiimote vertikal oder horizontal hält, weil sich dadurch auch die Ausführung der Schwerthiebe ändert (hoch oder tief). Natürlich kann man durch Hochhalten der Wiimote auch Schläge der Gegner blockieren oder auch Pistolenkugeln abwehren. Wenn sich der Bösewicht nach einigen erfolgreichen Treffern in einem K.O.-Zustand befindet, werden auf dem Screen Richtungspfeile angezeigt, in welche Richtung man dann die Wiimote schwingen sollte, um dem Gegner dann den Kopf abzutreffen oder ihn auch mal in zwei Hälften zu zerteilen. An brutalen Geschmacklosigkeiten wird hier nicht gespart (an Blut in der Euro- und Japan-Version im Gegensatz zu US-Version hingegen doch, dieses wurde nämlich komplett entfernt). Ursprünglich war es sogar die Absicht von Director Suda51, „das brutalste Spiel jemals zu machen, brutaler noch als „Manhunt 2“.

So metzelt man sich also durch Horden von Gegner bis man nach einer sehr stylishen und an die Kill Bill Fights erinnernden Zwischensequenz auf den ersten Endgegner namens „Death Metal“ trifft. Endbossduelle sind in NMH immer fair und versagt man einmal, kann man sofort wieder am Anfang des Fights beginnen, bis man eine Strategie gefunden hat und den Boss besiegen kann. Nach erfolgreicher Zerschnetzelung erfährt man von einer Dame namens Sylvia Christel (kommt euch der Name bekannt vor?), dass man nach Einzahlung eines gewissen Betrages an die „United Assassins Association“ den nächsten Auftrag beginnen darf. Jetzt darf man sich in bester GTA-Manier auf seinem Motorrad in „Santa Destroy“ herumtreiben um zu Shoppen (T-Shirts, Schuhe…), seinen Körper zu Trainieren (Hanteln…), zu Jobben (Rasenmähen, Müll entfernen, Autos betanken) oder kleine Auftragsmorde auszuführen um genug Geld für den nächsten großen Kampf zu verdienen. Im Gegensatz zu „Liberty City“ kann man aber in „Santa Destroy“ nicht viel machen und somit wird es schnell öde dort, sodass man sich aber wieder auf kommende Gemetzel freuen darf.

NMH präsentiert sich wieder in dem sehr eigenwilligen Cel Shading Grafikstil, den man schon von Killer7 kennt. Auch die Kamerawinkel sind teilweise sehr abgefahren. Synchronisiert wurde das Spiel mit hochkarätigen Sprechern aus der Videospielszene und auch der Soundtrack passt perfekt zur merkwürdigen Stimmung in „Santa Destroy“.

Fazit: NMH ist Unterhaltung und Pop-Kultur pur. Es zitiert in fast jeder Szene aus eingangs erwähnten Filmen und Old-School Spielen aus den 80ern im 8-Bit Stil. Sein Hirn kann man in den knapp 16 Stunden Spielzeit im Kühlschrank oder sonst wo lassen, denn Rätsel gibt es hier keine zu lösen. Wenn man aufgeschlossen für so eine Art von Unterhaltung ist, dann kann man bei NMH nichts falsch machen. Aber es gilt hier besonders: entweder man liebt oder hasst es!

###Thomas Sulzbacher###

Grafik: 7/10
Sound: 8/10
Steuerung: 8/10
Spielspaß: 7/10
Gesamt: 7,5

Entwickler: Grasshopper Manufacture
Publisher: Rising Star Games
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