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Game-Review: R.U.S.E. (PS3, PC, Xbox 360; getestet auf PS3)

Strategiespiele auf der Konsole sind grundsätzlich eine Seltenheit, doch wie fesselnd ist R.U.S.E.?

r_u_s_e_cover_(c)_ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenZunächst überraschen die angenehm handliche Steuerung und die intuitive Tastenbelegung des Pads. Auch das originelle Spieldesign sticht – ebenso wie das abgehalfterte Szenario des Zweiten Weltkriegs – gleich ins Auge: der strategische Dreh- und Angelpunkt von "R.U.S.E." ist die in Sektoren eingeteilte Landkarte. Gut ins Ohr gehen der orchestrale Soundtrack und die vollen, authentisch wirkenden Effekte. Soundausgabe und Vertonung des Funkverkehrs sind solide in Szene gesetzt und tragen zur guten Spielatmosphäre bei. Die Grafik wartet mit ruckelfreien Gameplay und schicken Einheiten auf, leider präsentiert sich die Landschaft auf dem zweiten Blick (Zoom!) meist unschön, da grobkörnig aufgelöst.


r_u_s_e_bild_1_(c)_ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenLeider hat "R.U.S.E." mit einigen grundlegenden Schwächen zu kämpfen. An vorderster (Mängel-) Front stehen dabei die unhandliche Zoomfunktion. Zwar kann die Ansicht stufenlos verändert werden, was sicherlich gut gemeint war, denn somit sind sowohl Draufsichten als auch detailliertere Blicktiefen jederzeit in Reichweite. Gleichzeitig führt die Vorgabe der individuell einzustellenden Blickentfernung oftmals zum entscheidenden Nachteil, dass in der Hitze des Gefechts die Nachjustierung der Kamera per Hand zu langsam erfolgt. Geneigte Generäle laufen somit permanent in Gefahr den Überblick zu verlieren. Unglücklicherweise kommt dieses Manko verhältnismäßig oft zum Tragen, denn die meisten Manöver lassen sich nur aus bestimmten Blickentfernungen ausführen. Schleierhaft bleibt daher wieso Spielzüge nicht automatisch mit der richtigen Zoomeinstellung gekoppelt wurden. Des Weiteren gibt es bei "R.U.S.E." keine Trefferpunkte-Anzeige. Auch fehlt die Möglichkeit defensive und offensive Truppenbefehle zu geben. Beide Mängel führen häufig in ansonsten leicht zu vermeidenden Havarien.


r_u_s_e_bild_2_(c)_ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenGerettet wird "R.U.S.E." durch die fein abgestimmte Einheitenbalance und durch viele erfrischende Spezialmanöver. Diese auf die Dauer von fünf Minuten sowie auf ein abgegrenztes Gebiet beschränkten Spezialfähigkeiten bringen immer wieder Abwechslung in den Spielfluss. Auch sind sämtliche Truppen mit individuellen Boni und Schwächen versehen. Die Entwickler haben das bewährte Schere-Stein-Papier Prinzip perfektioniert. Durchwachsen präsentiert sich dagegen die gegnerische KI. Während gegnerische Truppen stellenweise taktisch überaus ausgefuchst agieren und mit Flankenangriffen positiv überraschen, tendiert die Hirnaktivität der Computergegner mancherorts gegen Null. Angenehm fair präsentiert sich der Schwierigkeitsgrad; zumal Konsolenspieler auch nicht die klassische Zielgruppe des Echtzeitstrategie-Genres darstellen ist dies sicherlich als guter Schachzug einzuschätzen. Dagegen enttäuschend ideenlos und ohne wirkliche Höhepunkte wird die Geschichte von "R.U.S.E." erzählt. Hier zeigt sich zum wiederholten Male, dass die Entwickler das Schreiben von Geschichten den Profis der Zunft – professionellen Autoren – überlassen sollten. Unbedarft wirken auch die Rollenspiel-Anleihen von "R.U.S.E.", denn die gesammelten Erfahrungspunkte bringen keinen ersichtlichen Spielvorteil und sind damit ein Schuss in den Ofen.



Fazit: Wer über unzeitgemäße Bedienmängel hinwegsehen und einer wenig komfortablen Zoomfunktion leben kann, wird mit "R.U.S.E." nicht enttäuscht: Dank der ausgefeilten Einheiten-Abstimmung und einigen originelle Ideen gelingt es trotz Schwächen zu fesseln.


# # #  Karl H. Stingeder  # # #


Grafik: 7,5 /10
Sound: 7,5/10
Steuerung: 5,0/10
Spielspaß: 7,0/10
Gesamt: 7,0


Entwickler: Eugen Systems   
Publisher: Ubisoft

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