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Gruselkabinett 116

Durch Zufall stößt der Gelehrte Caleb Thomas auf das Werk eines unbekannten deutschen Autors. Fasziniert von dessen Aufzeichnungen beginnt er Nachforschungen über das Buch anzustellen.

(C) Titania Medien / Gruselkabinett 116 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas Böse verbirgt sich oftmals an Orten, an denen man es wohl kaum vermuteten würde. Eher zufällig stößt Caleb Thomas bei seiner Recherchearbeit in einer Bostoner Bibliothek auf das Werk eines ihm unbekannten deutschen Autors. Die offensichtlich einzige Arbeit des Schriftstellers beschäftigt sich mit einem abseitigen wie faszinierenden Thema. Scheinbar hat der Verfasser zeit seines Lebens über Geheimgesellschaften, verborgene Kulte und andere Bereiche des Okkultismus geforscht und seine Erkenntnisse in einem Buch zusammengetragen, bevor er auf makabre und bis heute ungeklärte Weise ums Leben kam.


Thomas kann sich nur schwer der unerklärlichen Anziehungskraft des Werks entziehen, insbesondere die Berichte über den schwarzen Stein, der im Zusammenhang mit einer blutrünstigen Kultgemeinschaft Erwähnung findet, haben sein Interesse geweckt. Der amerikanische Gelehrte stellt weitere Nachforschungen an und muss schnell erkennen, dass all diejenigen, die sich näher mit dem merkwürdigen Stein beschäftigten, einen gewaltsamen Tod gestorben oder dem Wahnsinn anheimgefallen sind. Thomas trifft die schicksalhafte Entscheidung, selbst nach Europa zu reisen, und sich vor Ort einen eigenen Eindruck von dem sagenumwobenen Kultplatz zu verschaffen. Eine beschwerliche Reise in die ungarischen Karpaten nimmt ihren Anfang.


Endlich am Ziel angelangt stößt er auf eine Mauer des Schweigens, zunächst ist niemand bereit über das düstere Geheimnis in den nahen Wäldern zu reden. Erst ganz allmählich gelingt es Thomas, das Vertrauen der Dorfbewohner zu gewinnen. Die Geschichten, die er von ihnen zu hören bekommt, klingen zu schrecklich und abstoßend als dass sie wahr sein könnten. Dann bietet sich unerwartet die Chance zu überprüfen, was wirklich in den Wäldern unweit des Steins vor sich geht. Mittsommer steht vor der Tür, jene Nacht, in der sich das Böse am Stein versammeln soll. Noch ahnt der junge Amerikaner nicht, auf welch gefährliches Unterfangen er sich eingelassen hat. Sein Leben und Verstand schweben in höchster Gefahr.


Robert E. Howards wohl bekannteste Romanfigur dürfte der schwertschwingende Barbar Conan sein, der es bereits mehrfach auf die Kinoleinwand schaffte und ein Millionenpublikum begeisterte. Weniger bekannt ist beträchtliche Anzahl von Horror- und Gruselgeschichten, die Howard im Rahmen seines Schaffens verfasste. Einige davon nehmen dabei auch Bezug auf das Werk seines Freundes H. P. Lovecraft, so tauchen immer wieder bestimmte Orte, Figuren und Gegenstände auf, die eindeutig dem Cthulhu-Mythos zuzuordnen sind. Zu dieser Auswahl von Geschichten zählt auch "Der schwarze Stein". Einen Großteil ihrer Spannung zieht die Geschichte zunächst aus den im Buch des mysteriösen Autors von Juntz verborgenen Geheimnissen, die immer nur angedeutet werden und beim Hörer den Wunsch hervorrufen mehr zu erfahren, welch Schrecken sich auf den Seiten des Folianten verbergen, dass sie einen erwachsenen Mann in den Wahnsinn treiben können.


Anfangs muten die Nachforschungen von Thomas in Ungarn noch wie eine Abenteuerreise in die europäische Provinz an, bevor sich das Grauen mit jeder verstreichenden Minute immer mehr Raum erschleicht und schließlich in den schrecklichen Ereignissen der Mittsommernacht gipfelt. Selbst nach diesem inhaltlichen Höhepunkt gelingt es der Story, die Spannung nicht verpuffen zu lassen, sondern ihr Publikum mit der Frage nach Calebs geistiger Gesundheit und der Suche nach den letzten Details der schrecklichen Vorkommnisse, die tief in den Nebeln der Zeit verborgen liegen, zu fesseln. Immer dann, wenn die Geschichte eines Autors ihren Weg in ein neues Medium findet, fließen die Ideen und Vorstellungen desjenigen, der die Bearbeitung vornimmt, in die Produktion mit ein und liefern eine neue Interpretation des Urtexts. Daran scheiden sich schon seit jeher die Geister, die einen wünschen sich eine möglichst werkgetreue Umsetzung, am besten mit keinerlei Veränderungen, während eine andere Fraktion durchaus aufgeschlossen für Variationen der Story ist.



Wie man dazu steht bleibt jedem selbst überlassen, so auch im vorliegenden Fall. Man kann die Entschärfung der Schlüsselszene gutheißen oder ablehnen, festzuhalten bleibt auf jeden Fall, dass das vorrangige Ziel, den Hörer mit einer amtlichen Gänsehaut zu unterhalten, ohne jegliche Einschränkung erreicht wird. In kaum einem anderen Genre dürfte der musikalischen Untermalung eine solche Schlüsselrolle zufallen wie auf dem Gebiet der Horror- und Gruselgeschichte. So erfahren auch bei "Der schwarze Stein" einige Szenen in Kombination von Musik und Dialogen eine enorme Aufwertung. Schon die Eingangsszene in der Bibliothek und auch der makabre Höhepunkt in den ungarischen Wäldern wirken in der Betonung so wesentlich dunkler und unheimlicher.


Um die Geschichte aus dem Cthulhu-Mythos mit Leben zu füllen konnte man einmal mehr einige großartige Stimmen für die Zusammenarbeit gewinnen. Dietmar Wunder ist als zwielichtiger Bibliothekar zu hören, der über ein fundiertes Geheimwissen zu verfügen scheint. Jürgen Thormann gibt einen geschwätziger Kutscher und Uli Krohm verkörpert den Schulmeister des abgelegenen Karpatendorfs. In die Hauptrolle des Caleb Thomas schlüpft Sascha von Zambelly, der bereits in mehreren Produktionen aus dem Hause Titania zu hören war. Alle genannten Akteure tragen maßgeblich dazu bei, dass "Der schwarze Stein" ein weiteres Highlight in der langen "Gruselkabinett"-Veröffentlichungsliste geworden ist. Hoffentlich finden sich noch viele weitere Veröffentlichungen von Robert E. Howard, die einer adäquaten Vertonung würdig sind. "Der schwarze Stein" zeigt einmal mehr, wie viele vergessene Schätze noch gehoben werden wollen.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien




 


 
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