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Interview: FEINE SAHNE FISCHFILET

Mit "Bleiben Oder Gehen" holt das deutsche Punk-Sextett zum vierten Streich aus. Sänger Monchi plauderte mit uns über die neuen Songs, Rockstar-Gefühle im Studio und darüber, wie man sich fühlt, wenn einen der Verfassungsschutz auf dem Radar hat.

(C) FEINE SAHNE FISCHFILET / FEINE SAHNE FISCHFILET Logo / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSLAM: "Bleiben Oder Gehen" ist euer viertes Album. Was hat sich seit "Scheitern & Verstehen" aus dem Jahr 2012 bei euch geändert? Vom Titel her scheinen die beiden Alben ja auf einer Linie zu liegen.

Monchi: Für Leute von außen hat sich sicherlich relativ viel verändert, wenn sie auf einmal sehen, dass wir beim Rock am Ring, Hurricane oder irgendeinem anderen Festival spielen. Auch für uns sind das natürlich neue Wege. Es ist ein Privileg, auf solchen Bühnen spielen zu können, jedoch ist es für uns immer noch genauso selbstverständlich, auch mal in die sächsische Provinz nach Riesa zu fahren und dort vor 100 Leuten auf einer Demo zu spielen. Der Albumtitel bringt es hinsichtlich der Frage auf eine gewissen Art und Weise auch einfach auf den Punkt: Bei uns ist es ein ständiges Gehen, ein ständiges Bleiben.


SLAM: Die Frage "Bleiben oder gehen?" zieht sich durch einige der Songs des neuen Albums wie zum Beispiel "Für diese eine Nacht" oder "Lass uns gehen". Warum habt ihr diese Thematik gewählt?

Monchi: Auf dem Album sind zwölf Lieder und ich würde die Behauptung aufstellen, dass es in jedem Song um das Thema ,,Bleiben oder gehen" geht. Ist bei manchen vielleicht nicht sofort ersichtlich, das ist aber ein Fakt! Wir haben erst über den Albumtitel gesprochen als die Lieder schon fertig waren. Wir ließen die Texte mal Revue passieren und fanden da diesen roten Faden. Diese Frage, ob du gehst oder bleibst, stellt sich ständig. Musst du aus Meck-Pomm wegziehen, weil du keinen Job kriegst? Wie lange reibst du dich noch für eine Sache auf? Wie lange bleibst du und ab wann gehst du, wenn es in deiner Beziehung scheiße läuft?


SLAM: Wer schreibt die Lyrics und was inspiriert euch zu euren Geschichten?

Monchi: Dafür sind größtenteils unser Gitarrist Tschernie und ich zuständig. Bei zwei oder drei neuen Liedern hat auch unser Trompeter Jacobus ein paar geile Zeilen mitgetextet, aber man kann schon sagen, dass es sich zwischen mir und Tschernie die Waage hält.


SLAM: Und wie entsteht dann so ein typischer FEINE SAHNE FISCHFILET-Song?

Monchi: Da ist immer ein Hauch von Revolution in der Luft. So viel Kunst, so viel Ekstase zwischen uns sechs. Nein Quatsch, einer hat eine Idee und wenn die fünf anderen sie geil finden, geht es rund. Wenn es dann noch ein oder zwei Leuten innerhalb der Band gerade scheiße geht, hast du schon einen neuen Song.


SLAM: "Warten auf das Meer" ist ein sehr trauriger und berührender Song, was steckt dahinter?

Monchi: Etwas Privates. Da wir noch nicht mit allen SLAM Lesern nächtelang durchgesoffen, gestritten, geliebt und uns umarmt haben, bleibt das auch so. Es geht um die krasse Angst davor, einen Menschen zu verlieren, den man liebt.


SLAM: Wie war die Zeit im Studio?

Monchi: Schön, anstrengend, lustig, intensiv. Zwei Wochen lang auf engstem Raum kann auch schon mal eine harte Nummer sein. Es war jedoch absolut die richtige Entscheidung, sich mal so abzuschotten. Wenn du dann noch weißt, dass PETE DOHERTY hier gerade vorher aufgenommen hat, fühlst du dich endlich auch mal wie so ein richtiger Künstler.


SLAM: Ihr engagiert euch gegen Rassismus, seid auch einer Einladung von Schülerinnen und Schülern zu einem "Anti-Rassismus Tag" gefolgt – habt ihr das Gefühl, das Thema wird langsam offener behandelt als früher?

Monchi: Nein, nur ekliger. Manchmal sind mir da irgendwelche Faschos lieber, die offen als Nazis auftreten, als irgendwelche schmierigen Anzugswichser, die ein bisschen schlauer labern, aber im Endeffekt doch nur dieselbe Scheiße labern. Ich finde nichts räudiger als all die Lappen, die in irgendwelchen Talkshows sitzen, immer wieder sagen, dass sie keine Nazis sind, dann jedoch schlussendlich nicht ansatzweise ein Problem damit haben, wenn vor den Grenzen Europas ständig hunderte Menschen verrecken.


SLAM: Wie fühlt sich das an, wenn der Verfassungsschutz versucht, Konzerte zu verhindern, wie das bei euch im März 2014 der Fall war?

Monchi: Man ist genervt, frustriert, angepisst und hat oft auch keinen Bock mehr, sich mit den Wichsern auseinanderzusetzen. Schlussendlich kommt bei uns in der Band dann eine ,,Dann erst Recht, die sollen sich ficken"-Haltung auf. Es wird von deren Seite her ständig versucht, Konzerte zu verhindern. Angefangen von unseren Support-Shows bei den BROILERS in Hamburg oder Leipzig bis hin zu kleineren Gigs.


 
# # # Henriette Kramer # # #


 
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