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Interview mit THE BOXER REBELLION

Was passiert, wenn COLDPLAY sauer sind? Wenn U2 beschließen, Shoegazing zu machen? Wenn sich die Wege eines Amerikaners, eines Australiers und zweier Engländer in London kreuzen und diese dann Musik machen? THE BOXER REBELLION passiert.

THE BOXER REBELLION (c) Tessa Angus / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Vielleicht hätten wir hierzulande schon früher von ihnen gehört, wenn Sänger Nathan Nicholson nicht zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt im Krankenhaus gelandet wäre: Davon sowie von Schuhgeschäftsjobs und Labellosigkeit haben Nathan und Bassist Adam Harrison im Interview nach dem Arena-Gig (sie begleiten gerade die EDITORS auf Tour) erzählt, nachdem Gitarrist Todd Howe wegen fortgeschrittener Alkoholisierung schlicht auf das bevorstehende Interview vergessen hatte.

Ich weiß, dass das euer erstes Konzert in Wien war. Habt ihr zuvor schon Gigs in Europa gespielt?
Adam: Mehr oder weniger. Wir haben ein paar einzelne Shows gespielt; in Stockholm, Berlin, Amsterdam. Aber nicht als Headliner, sondern auf Festivals.
Nathan: Wir hatten ein paar Gigs in Italien, aber... das ist unsere erste "große" Tour.

Es heißt, dass ihr schon einmal fast auf eine große Tour mitgekommen wärt, aber Nathan musste kurz davor ins Krankenhaus?
Adam: Ja, das war vor ca. vier Jahren, wir hätten Razorlight supporten sollen. Aber dann hat Nathan Apendizitis gekriegt und war dann ein Monat lang im Krankenhaus, deshalb haben wir alles verpasst (lacht).

Das hat euch ein bisschen eingebremst.
Nathan: Das hat uns ziemlich... zurückgeworfen. Vier Monate ungefähr. So schlimm war es. Und als ich wieder halbwegs in Ordnung war, mussten wir die ganzen Stücke erneut üben.
Adam: Aber jetzt ist ja wieder alles gut. (grinst)

Darf ich fragen, woher ihr alle seid? Ich hab gelesen du bist aus Tennessee, aber alle zusammen lebt ihr in London.
Nathan: Ich komme aus Tennessee, unser Gitarrist kommt aus Adelade in Australien, Adam ist aus Kent, das liegt in-
England.
Nathan: ...im Süden von England, ja.
Adam: Und Piers ist aus Essex.

Und wie habt ihr im Endeffekt zusammengefunden?
Nathan: Todd und ich haben beide auf dem Messageboard von einen kleinen Liveclub für akustische Musik gepostet, und dort auch nach Leuten, mit denen wir Musik machen konnten, gesucht. Das war vor sieben Jahren. Und zur gleichen Zeit haben Adam und Piers in der London Music School studiert, wo sie auch in einer Band waren. Todd hat dann die London Music School angeschrieben, weil wir dachten, dort finden wir am ehesten Leute, mit denen wir auch ins Studio gehen und aufnehmen können.

Habt ihr am Anfang nur gejammt oder seid ihr mit fertigen Stücken ins Studio gegangen?
Adam: Nathan hat fertige Lieder gehabt. Aber über die Jahre sind wir als Band sozusagen zusammengewachsen und jetzt tragen wir alle zum Songwritingprozess bei. Nathan hat immer noch Ideen, aber...
Nathan: Ja, jetzt sind es nur noch Ideen. Davor waren es fertige Songs.

In diesen sechs Jahren, habt ihr noch etwas anderes gemacht als Musik? Es ist ja doch eine lange Zeit.
Adam: Nun, arbeiten halt. Für das erste Album hatten wir einen Plattenvertrag, und zwei Jahre lang konnten wir auf Labelkosten leben, aber dann mussten wir wieder arbeiten gehen. Ich hab erst vor zwei Wochen in dem Schuhgeschäft aufgehört, in dem ich bis dahin gearbeitet hatte!
Nathan: Wir haben beide in Schuhgeschäften gearbeitet, vis-a-vis voneinander! Wir haben also so drei, vier Tage die Woche gearbeitet und den Rest der Zeit mit Banddingen verbracht. Es hat eineinhalb Jahre gedauert, um das Album fertigzustellen.

Das Neue?
Nathan: Ja, das Neue.
Adam: Und jetzt hoffen wir, dass wir bekannt genug werden, um davon leben zu können (grinst).

Habt ihr momentan einen Plattenvertrag?
Adam: Nein.
Nathan: Wir haben einen Produktionsdeal in Japan, die haben auch für unser Management gezahlt, das sich ebenfalls in Japan befindet.

Wie ist denn das passiert?
Adam: Wir sind im Mai 2005 von dem alten Label weg, ungefähr eine Woche nachdem das erste Album herausgekommen ist. Und im September desselben Jahres haben wir die Einladung bekommen, im Oktober nach Japan zu kommen. Und der Typ, der uns dorthin verfrachtet hat, war total in unsere Musik vernarrt. Und der wollte mit uns arbeiten, und hat im Endeffekt auch unser Album finanziert. Und wurde zu unserem Manager, weil er voll und ganz hinter dem steht, was er tut, und sich auskennt.

Der Supportslot für die EDITORS, wie seid ihr zu dem gekommen?
Adam: Sie waren einmal mit uns auf Tour, als Vorband, vor vier oder fünf Jahren. Für sie war das die erste größere England-Tournee. Seit damals sind wir befreundet, und heuer haben sie uns eben angeboten, bei ihrer Tour mitzukommen. Sie haben sich geschickt angestellt seit damals.

Was sind eure musikalischen Einflüsse? Wenn ihr euch in den Proberaum begebt, wisst ihr dann vorher schon, wie das nächste Stück klingen soll?
Adam: Wir haben sehr, sehr viele verschiedene Einflüsse. Wenn wir diese dann kombinieren, hört sich das Ergebnis meistens relativ originell an. Aber wenn wir dann aufnehmen, haben wir vorher schon gewisse Klänge im Kopf, die wir verwenden wollen, einen speziellen Sound. Manchmal auch als Referenz zu den Bands, die wir selber bewundern.

In der Hinsicht zahlt sich die Ausbildung in der London Music School sicher aus.
Adam: Als Rhythmusgruppe sollten Schlagzeug und Bass sehr eng zusammenarbeiten, und das hat sehr viel mit Technik zu tun. Der Gesang und die Gitarre können da schon expressiver agieren. Und dieses Technische von Drums und Bass haben Piers und ich in der LMS gelernt, und dann in die Band mitgebracht.

Wisst ihr schon, wann das neue Album draußen sein wird?
Adam: Nein, leider nicht, nachdem wir momentan kein Label in Europa haben. Nächstes Jahr auf jeden Fall.

Und der Titel lautet?
Nathan: "Union" wird es heißen. Gegen Ende des Jahres wird es von unserer MySpace-Seite einen Gratis-Download geben, und im Jänner kommt eine Single heraus, im Netz und auf Vinyl. Aber ich weiß nicht, ob das nicht nur auf England beschränkt ist.

Sind nach dem Konzert Leute mit dem ersten Album zu euch gekommen, um es signieren zu lassen?
Nathan: Ja, einer (freut sich und lacht).
Adam: Die Sache ist die, es wurden nur ungefähr 6.000 Pressungen gemacht. Und die sind fast alle weg. Wir haben zwar die Rechte, aber wir können gerade keine neuen herstellen lassen, obwohl das etwas ist, das wir unbedingt machen wollen, da wir bis jetzt auf dieser Tour so viele positive Reaktionen bekommen haben. Wir würden gerne CDs zum Verkaufen haben, aber wir haben selber jeder nur ein Stück pro Nase!
Nathan: Hoffentlich können wir das Album irgendwie online verfügbar machen.

Das Interview wird von der Ankunft eines sehr gut abgefüllten Todds beendet, der vielmals um Entschuldigung bittet, darauf vergessen gehabt zu haben. Abschiedsgrüße und beste Wünsche für die Zukunft werden ausgetauscht und die Wege trennen sich...

###Agnes Wieninger###
Foto: Tessa Angus
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