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Krieg der Welten 2

Es besteht kein Zweifel mehr, der Mars ist bewohnt. Doch unsere Nachbarn aus dem All legen keinen Wert auf ein friedliches Miteinander, sondern sind auf die Erde gekommen, um die Menschheit zu vernichten.

(C) Folgenreich/Universal Music / Krieg der Welten 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas Leben in London geht seinen gewohnten Gang, doch dann gibt es erste Gerüchte. Einige Landstriche können telegrafisch nicht mehr erreicht werden, Zugstrecken sind unterbrochen. Die Behörden und die Regierung sprechen von vorübergehenden Störungen. Zunächst sehen es die Bürger der Hauptstadt nur als ein lästiges Ärgernis, wie es immer mal wieder im pulsierenden Herzen des Landes vorkommen kann. Dann jedoch gibt es die ersten Zeitungsmeldungen. Es wird berichtet, dass Außerirdische in Woking gelandet seien und mit unbekannten Waffen das Feuer auf die Bevölkerung eröffnet hätten. Der Verlust an Menschenleben sei verheerend, das zur Hilfe geeilte Militär machtlos und von dem unbekannten Gegner vernichtend geschlagen worden.


Als dann die ersten Flüchtlingstrecks in der Stadt auftauchen, kippt die Stimmung der Bevölkerung, Unruhe und Panik machen sich breit, während andere es nicht fassen können, dass England seiner Vernichtung entgegentrudelt. In der zunehmend unübersichtlichen Situation in der Metropole versucht Stuart Schuster verlässliche Informationen zu erhalten, was eigentlich geschehen ist. Die Hinweise, die er erhält, zeichnen allesamt ein düsteres Bild, das Land befindet sich im Krieg mit einem übermächtigen Feind. Gemeinsam mit einigen Studienfreunden beschließt er London zu verlassen. Noch ahnt er nicht, welche Odyssee vor ihm und seinen Begleitern liegt.


Der zweite Teil der Hörspieltrilogie "Krieg der Welten" nach dem Klassiker von H. G. Wells ändert im Gegensatz zum Auftakt die Erzählperspektive und schildert nun aus der Sicht des jüngeren Schuster-Bruders die Ereignisse in London. Fast unsichtbar und kaum merklich schleicht sich der Krieg auch in die Stadt an der Themse. Man findet sich in der Rolle eines Augenzeugen wieder, der sich nur schwer auf die heraufziehenden Veränderungen einstellen kann und durchläuft dabei mehrere Stadien des Verstehens bis hin zur abschließenden Akzeptanz der Ungeheuerlichkeit des Krieges.


Zunächst sind es nur Gerüchte, dann erste vereinzelte Ereignisse, die klarmachen, dass seltsame Dinge im Land vorgehen, dann kommt es zu den ersten Angriffen in der Stadt selbst und die Bevölkerung verfällt in Panik. Tatsächlich gelingt es Oliver Döring, dies mit seinem Hörspiel zum Hörer zu transportieren, man hat das Gefühl hautnah die Ereignisse zu verfolgen und durchläuft so quasi dieselben Stadien wie die Protagonisten. So entsteht eine enorme Eindringlichkeit des Geschehens wie es nicht allzu oft im Hörspiel geschieht.


Nachdem sich im ersten Teil ein großer Teil der Spannung daraus speiste, was da aus dem Weltraum auf die Erde gelangt ist und wer die Unbekannten aus dem All sind, rücken nun ganze andere Dinge in den Fokus. Der beunruhigende, schleichende Zerfall der öffentlichen Ordnung geht einher mit der bangen Frage, ob es den Menschen gelingen wird, der Vernichtung zu entgehen und dem Feind die Stirn zu bieten. Gekonnt lässt man dabei immer wieder Hoffnungssplitter in die Handlung einfließen, die dem Hörer vermitteln, dass am Ende doch noch alles gut werden könnte. Wenn es einer aktuellen Veröffentlichung gelingt, immer noch brandaktuell und wie auf der Höhe der Zeit zu wirken, wenn es darum geht, die Schrecken des Krieges greifbar zu machen, zeigt dies, wie zeitlos und beängstigend visionär der Roman von H. G. Wells tatsächlich ist.


Durch die geschickte Verwendung von Geräuschen und die räumliche Verteilung weniger Stimmen gelingt es, dem Rezipienten das Gefühl zu vermitteln in den einzelnen Szenen zwischen größeren Menschenansammlungen und dem Einzelschicksal von Stuart Schuster hin- und herzuspringen, sodass man einen umfassenderen Eindruck von den Ereignissen erhält. Wirklich beeindruckend sind jene Soundeffekte, die für die außerirdischen Invasoren verwendet werden, bei ihnen schwingt etwas Bedrohliches und Beklemmendes mit, dass in der Realität bei sicherlich nicht wenigen Menschen den Fluchtreflex auslösen dürfte, hier beschränkt es sich zum Glück darauf, das Szenario noch authentischer und dichter zu gestalten. Als gelungen muss man auch das Zusammenspiel der wenigen Musikstücke in Kombination mit den verwendeten Geräuschen bezeichnen, die so äußerst stimmungsvoll ausfallen.


In der Hautrolle des Stuart Schuster ist Nico Sablik zu hören, der über viele Jahre Harry Potter seine Stimme verlieh und auch hier eine äußerst passable Figur als junger Student macht, dessen Leben innerhalb weniger Stunden komplett auf den Kopf gestellt wird und der einen tödlichen Überlebenskampf ausfechten muss. Daneben agieren Jan Rohrbach und Roland Wolf, die als Freunde von Stuart ebenfalls zu gefallen wissen. In den Nebenrollen sind viele bekannte Stimmen wie Bernd Rumpf, Bernd Vollbrecht, Hans-Georg Panczak und eine weitere große Anzahl bekannter Synchronsprecher zu hören, die auch den zweiten Teil von "Krieg der Welten" zu einem gelungenen Hörspielerlebnis werden lassen. Der positive Eindruck des ersten Teils setzt sich auch im zweiten Part fort und wird nochmals gesteigert. Bisher eine mehr als würdige Umsetzung des Stoffes von H. G. Wells.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Folgenreich/Universal Music




 


 
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