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Matthew Corbett und die Königin der Verdammten 2

Noch immer treibt ein maskierter Killer sein Unwesen in den Straßen und Gassen New Yorks. Matthew Corbett haftet sich an die Fersen des Mörders, ohne zu ahnen in welcher Gefahr er bereits schwebt.

(C) Luzifer Verlag / Matthew Corbett und die Königin der Verdammten 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMatthew Corbetts Leben ändert sich in einem mehr als rasanten Tempo. War er zu Beginn der Mordserie des Maskenschlitzers noch als einfacher Gerichtsdiener tätig, ermittelt er nun im Auftrag der Herrald-Vertretung, der die besonderen Fähigkeiten des jungen Mannes außerordentlich zugute kommen. Neben der Suche nach dem Killer warten nun gleich mehrere neue Aufgaben auf Corbett. Da wäre zum einen die mysteriöse Frau, die in einem Tollhaus in der Nähe New Yorks ihr Dasein fristet und nur unter dem Namen die Königin bekannt ist. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, wer die Frau ist noch wer für ihre luxuriöse Unterbringung aufkommt. Können die wenigen Worte, die die Unglückliche immer wiederholt, vielleicht Licht ins Dunkel bringen? Eine knifflige Aufgabe, die Corbett bis nach Philadelphia führt.


Daneben weckt insbesondere eines der Opfer des Schlitzers das Interesse von Matthew, sein ehemaliger Aufseher im Waisenhaus, der vielen Kindern das Leben zur Hölle gemacht hat und nun durch die Klinge des Maskierten zu Tode kam. Wie passt die zwielichtige New Yorker Halbwelt zu den übrigen Opfern des Killers, die alle aus besseren Verhältnissen stammen? Und als wenn das alles noch nicht genug wäre, wendet sich die Witwe eines der Ermordeten an den ehemaligen Gerichtsdiener und bittet um seine Hilfe. Matthew kann nicht ahnen, dass bereits ganz andere Personen ihren Blick auf das Treiben des frischgebackenen Detektivs richten und seine Aktivitäten genaustens verfolgen, bereit seine Nachforschungen jederzeit zu einem schnellen und blutigen Ende zu bringen.


Wie bereits im Fall "Die Hexe von Fount Royal", so setzt auch der zweite Band dort ein, wo der erste endete, was dem Umstand geschuldet ist, dass man sich seitens des Verlags entschlossen hat, den Roman in zwei Teilen zu veröffentlichen. Gleich zu Beginn wird die Frage geklärt, wer eigentlich die Königin der Verdammten ist, wer nun aber denkt, damit sei das Pulver bereits verschossen, der irrt gewaltig. Schon allein die Person der Königin wirft mit ihrer Enthüllung ein Bündel neuer Fragen auf, die erst gegen Ende der Geschichte vollständig aufgeklärt werden und so dazu beitragen, die Spannung bis zum Schluss durchgängig hochzuhalten.


Das gilt aber nicht weniger für die neuen Handlungsstränge, die erst im zweiten Band etabliert werden und ein kompliziertes und im höchsten Maße spannendes Geflecht von Spuren, Hinweisen und Nebenschauplätzen für den Leser bereithalten. Dabei verliert der Autor jedoch zu keiner Sekunde aus dem Auge, seinem Publikum am Ende auf alle offenen Fragen eine sowohl logische wie auch zufriedenstellende Antwort zu geben. Lose Enden, die beim Leser oft eine berechtigte Menge an Frustration zurücklassen, sind hier Fehlanzeige. Beschränkten sich weite Passagen des Auftakts noch mit der Recherche und ersten Ermittlungen, so nimmt die Zahl der spannungsintensiven Passagen deutlich zu und der zweite Part der Geschichte präsentiert sich als eine unterhaltsame und ausgewogene Mischung aus ruhigeren Momenten und actionreichen Abschnitten, die in einem gleichermaßen unerwarteten wie furiosen Finale ihren Höhepunkt finden.


Bereits der Auftakt der "Matthew Corbett"-Reihe zeichnete sich dadurch aus, verschiedene Genres auf eine gekonnte Art miteinander zu verquicken. Dieses Kunststück ist ohne Abstriche ein weiteres Mal geglückt, "Die Königin der Verdammten" überbietet den Vorgänger mit seinem Einfallsreichtum sogar noch. Robert McCammon, der sich in der Vergangenheit insbesondere um den Horrorroman verdient gemacht hat, verknüpft erneut Elemente des historischen Kriminalromans mit Elementen des Thrillers, der Horror- und Schauerliteratur und des Abenteuerromans, ohne dabei den Faden zu verlieren oder unglaubwürdig zu erscheinen. Insbesondere die historischen Ausführungen über die Stadt New York und die frühe amerikanische Geschichte vor dem Weg in die Unabhängigkeit, sind höchst interessant und äußerst fundiert.


Präsentierte sich Matthew Corbett in seinem ersten Abenteuer noch als junger, manchmal naiver Mann mit einem herausragenden detektivischen Spürsinn, der seinen Platz in der Welt erst noch zu finden hofft, so zeigt er sich in seinem zweiten Fall bereits deutlich gereifter und überlegter in seinen Handlungen. Er wird nicht mehr allein von kalter Logik gelenkt, sondern ist auch bereit, auf sein Bauchgefühl zu hören. Sein Auftreten und die Kommunikation mit seiner Umwelt haben sich ebenfalls deutlich verbessert und zeigen das Bild eines Mannes, der sich weiterentwickelt hat und auf der Suche nach sich selbst einen ordentlichen Weg zurückgelegt hat. Auch das Verhältnis zu Frauen ist nun ein anderes, auch wenn er der jungen Berry nicht selten etwas hilflos gegenübersteht und so für das eine oder andere Schmunzeln sorgt.


Die größte Veränderung ist sicher beruflicher Natur, wenn sich Corbett sich dazu entschließt, die Arbeit als Gerichtsdiener hinter sich zu lassen und sich fortan für eine offene Zukunft als privater Ermittler der Herrald-Vertretung entschließt, die ganz seinem Naturell als analytischer und frei denkender Detektiv entspricht. Robert McCommon lässt seiner Hauptfigur somit eine ordentliche Weiterentwicklung durchleben, die ihr gut zu Gesicht steht und sich hervorragend integriert in der Handlung wiederfindet. Auch alle anderen Charaktere dieses Romans sind gut ausgearbeitet und begegnen dem Leser als Figuren mit Tiefe, aber auch Ecken und Kanten.


Großes Lob hat auch das zweite Buch für seine fantastische Sprache verdient. Ohne Probleme entfaltet sich die Welt der jungen amerikanischen Kolonien vor dem geistigen Auge. Vor dieser beeindruckenden Kulisse entsteht Wort für Wort eine Geschichte, die hoffentlich ein großes Publikum findet. Einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg von "Die Königin der Verdammten" dürfte auch die äußerst ansprechende Übersetzung von Nicole Lischewski haben, die auf diesem Gebiet eine fantastische Arbeit abgeliefert hat. "Die Königin der Verdammten" kann das hohe Niveau des Vorgängers halten, wenn nicht sogar noch einmal eine Spur mehr überzeugen, sicherlich eine der spannendsten und unterhaltsamsten Reihen, die es im Moment am Markt zu entdecken gibt. Matthew Corbett hat es definitiv verdient sich einer großen Leserschaft zu erfreuen und eine treue Fanbasis aufzubauen.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Luzifer Verlag




 


 
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