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Matthew Corbett und die Königin derVerdammten 1

New York steht unter Schock. Ein Mörder treibt im Schatten der Dunkelheit sein Unwesen. Man nennt ihn den Maskenschlitzer, da er seinen Opfern auf grausame Art die Gesichter entstellt.

(C) Luzifer Verlag / Matthew Corbett und die Königin derVerdammten 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNach seinem Abenteuer in Carolina ist Matthew Corbett nach New York zurückgekehrt und hat dort erneut eine Anstellung als Gerichtsdiener in den Diensten des ehrenwerten Richters Powers gefunden. Die pulsierende Stadt am Hudson befindet sich im Umbruch, immer mehr Menschen strömen in die Kolonien. Neben vielen, die sich hier ein besseres Leben erhoffen, kommen auch immer mehr zwielichtige Gestalten in die neue Welt und die Kriminalität erreicht einen neuen Rekordwert. Einer unter ihnen leuchtet jedoch unter all den Dieben, Gaunern und Halsabschneidern hervor, der Maskenschlitzer. Sein erstes Opfer ist ein angesehener Arzt der besseren Gesellschaft, dessen Leichnam mit grotesken Schnitten im Gesicht tot aufgefunden wird.


Der heimtückische Mörder setzt sein blutiges Werk fort. In einer dunklen Gasse stößt Corbett auf die Leiche eines Geschäftsmanns, auch sein Gesicht ist mit Schnitten übersät. Da Corbett den Polizeikräften der Stadt misstraut, beginnt er eigene Ermittlungen anzustellen. Währenddessen macht sich Panik in der Stadt breit, ein drittes Opfer ist zu beklagen, der Vorsteher des Waisenhauses, in dem Corbett aufwuchs. Gibt es ein Muster hinter den Taten? Was verbindet die unterschiedlichen Männer miteinander? Der junge Gerichtsdiener ist entschlossen, das Rätsel zu lösen. Es beginnt eine gefährliche Spurensuche in den nächtlichen Gassen und Straßen der Stadt. Aber auch abseits des Verbrechens nimmt das Leben, des ehemaligen Waisen an Fahrt auf, die Zukunft ist offen wie nie zuvor.


"Die Hexe von Fount Royal" darf man getrost als einen der Überraschungserfolge des vergangenen Jahres bezeichnen. Der Auftakt der Reihe über den umtriebigen Gerichtsdiener Matthew Corbett verblüffte mit einem Plot, dessen Ausgangslage nur auf den ersten Blick als unspektakulär bezeichnet werden darf. Ein scheinbar eindeutiger Hexenprozess wirft immer neue Fragen auf und präsentiert dem Leser ein Kaleidoskop verschiedenster Genres wie Thriller, Horror, Krimi, Western und Piratengeschichte und schafft das scheinbar Unmögliche, alles zu einem ansprechenden und intelligenten Ganzen zusammenzuführen. Robert McCammon gelingt jedoch, was nur wenigen Autoren vermögen, nämlich auch den Folgeband genauso aufregend zu gestalten.


Erneut erwartet den Leser ein undurchsichtiger Kriminalfall, bei dem mit jeder Seite die Zahl der möglichen Verdächtigen wächst. Doch neben diesen Handlungsstrang, der schon für sich genommen unterhaltsam genug wäre, kommen weitere Nebenschauplätze hinzu, die es allesamt schaffen, das Interesse des Rezipienten aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt eine im Hintergrund verborgene unheimliche Note, die in seltenen Momenten immer wieder einmal blitzartig in den Vordergrund tritt und einen wohligen Schauer auf dem Rücken beschert. Jeder, der an einer komplexen Story Gefallen findet, die nicht sofort alle ihre Geheimnisse offenbart, ist hier goldrichtig.


Ein historischer Thriller sollte es unbedingt schaffen, den Ort und die Epoche, in denen er spielt, mit Leben zu füllen. "Königin der Verdammten" lässt ein New York des 18. Jahrhunderts vor dem geistigen Auge Gestalt annehmen, das in prächtigen Farben erstrahlt. Egal ob Herrenhaus oder Gosse, alles wirkt auf seine Art überaus lebendig und glaubwürdig. Großen Anteil daran hat die sehr plastischen Beschreibungen der Orte und Lebensumstände, aber auch die Sprache, die der Autor seinen Figuren in den Mund legt, die auch vor einer direkten und glaubwürdigen Wortwahl nicht zurückschreckt. Matthew Corbett war bereits in seinem ersten Abenteuer eine interessante Persönlichkeit, die während des zweiten Falles noch weiter an Kontur gewinnt und sich von vielen anderen farblosen Ermittlern abhebt. Er ist ein Mensch mit vielen Fähigkeiten und Talenten, aber auch Schwächen, die es einem leicht machen mit seinem unvollkommenen Charakter mitzufiebern.


Wie bereits der Vorgänger verquickt auch "Königin der Verdammten" Elemente verschiedener Stilrichtungen zu einem stimmigen Ganzen, so finden wir auch hier eine gelungene Mischung aus Thriller, historischem Drama, Milieustudie und Horrorroman. Sprache kann der Schlüssel zu einer Geschichte sein oder jene Komponente, die den Zugang zu einer Geschichte kompliziert oder sogar versperrt. Im vorliegenden Fall gelingt es dem Autor mit seiner Wortwahl, eine längst vergangene Epoche glaubhaft wieder zum Leben zu erwecken. Einziger Wermutstropfen ist das abrupte Ende des erstes Teils, weil man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht und verdammt viel Lust auf mehr bekommt.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Luzifer Verlag




 


 
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