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Mord in Serie 24

Teambuilding ist seit einiger Zeit eines der Zauberworte unter Personalverantwortlichen. Ein Survival-Weekend unter freiem Himmel ist da genau das Richtige. Dumm nur wenn es plötzlich wirklich ums nackte Überleben geht!

(C) Contendo Media / Mord in Serie 24 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas Arbeitsleben im Architekturbüro Bremer ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Der Besitzer Klaus Bremer drangsaliert seine Mitarbeiter wo er nur kann. Besonders deutlich tritt dies während eines Teambuilding-Wochenendes im Schwarzwald zutage. Insbesondere Andreas Nolte wird immer wieder Ziel seiner verbalen Attacken. Die Stimmung innerhalb der Gruppe ist schlecht, hinzu kommt dass sich das Wetter rapide verschlechtert. Ein ausgewachsenes Gewitter kündigt sich an. Doch bevor man noch eine Entscheidung trifft, ob die Tour fortgesetzt werden kann, kommt es zu einem folgenschweren Unglück.


Plötzlich öffnet sich der Erdboden unter Nolte und er stürzt in die Tiefe. Ein gebrochenes Bein erschwert die Bergung. Der Tourguide beschließt auf dem schnellsten Weg Hilfe zu holen. Kaum dass der Mann aufgebrochen ist, verändert sich die Situation dramatisch. Das Wetter verschlechtert sich binnen Minuten. Die Gefahr, dass Nolte in dem Loch ertrinkt, steigt erheblich. Bremer und die übrigen Kollegen beschließen ebenfalls in die Tiefe zu steigen, um ihm zu helfen. Als sie endlich alle in den Abgrund hinabgestiegen sind, ereignet sich die nächste Katastrophe, sie werden verschüttet. Schnell stellt die kleine Gruppe fest, dass sie sich nicht in einer natürlichen Höhle befindet, sondern in einem von Menschen geschaffenen Tunnelsystem, doch schnell erkennt man, dass dies die Lage keinesfalls verbessert. Die unterirdischen Gänge sind vielmehr eine Todesfalle.


Mit "Labyrinth" kehrt "Mord in Serie" inhaltlich auf jenes Niveau zurück, das man von dieser hochklassigen Thrillerserie gewohnt ist. Den ersten Pluspunkt sammelt man so gleich für das frische und unverbrauchte Umfeld, in dem man diese Geschichte ansiedelt. Eine sehr unterschiedliche Gruppe von Arbeitskollegen gerät während eines gemeinsamen Wochenendes in eine lebensbedrohliche Situation. Als Background dienen die ausgedehnten Wälder des Schwarzwalds, in dem die kleine Gruppe unverhofft auf die Relikte der deutschen Vergangenheit stößt. Natürlich begegnen wir in der kleinen Gemeinschaft zunächst den üblichen Stereotypen bei den Figuren: Den cholerischen Chef, der seine Angestellten erniedrigt, den unbeholfenen und übergewichtigen Loser, die mit ihrem eigenen Leben überforderte und mit einem Helfersyndrom ausgestattete Büromutti und die zunächst nicht durchschaubare Praktikantin.


Zum Glück beschränkt man sich nicht darauf es dabei zu belassen, sondern gesteht zumindest einigen der Charaktere eine Weiterentwicklung während der lebensbedrohlichen Ereignisse zu. Einen großen Teil der Spannung zieht die Story aus zwei verschiedenen Quellen, die dafür sorgen, dass sich über einen langen Zeitraum hinweg keine Langeweile einstellt und man beginnt mitzufiebern. Da ist natürlich zunächst die ganz offensichtliche Frage, ob es alle Beteiligten schaffen werden, sich aus der gefährlichen Lage befreien zu können und das undurchsichtige Labyrinth von Tunneln zu überleben. Dazu gesellt sich recht schnell die Überlegung, warum und zu welchem Zweck eine solche raffinierte Todesfalle unter dem beschaulichen Schwarzwald konstruiert wurde?


Gegen Ende nimmt "Labyrinth" noch einmal deutlich an Fahrt auf, wenn der Plot noch einmal Haken schlägt und eine weitere Überraschung für den Hörer bereithält. Die Dialoge können überzeugen, scheinen wie aus dem Leben eines Otto Normalverbraucher entlehnt und sorgen so für ein ordentliches Maß an Authentizität. Die Soundkulisse ist insbesondere über Kopfhörer wirklich gelungen und entführt den Hörer recht schnell in ein tödliches unterirdisches Labyrinth, das sich mit Zähnen und Klauen wehrt, sein Geheimnis preiszugeben. Aber auch die Geräusche, um den Schwarzwald zum Leben zu erwecken, sind passend platziert und gewählt. Große Teile dieser Produktion tragen zwei Sprecher, die von den übrigen Akteuren zumeist nur ergänzt werden.


Da wäre zum einen Jürgen Holdorf, dem es problemlos gelingt, den fiesen und anmaßenden Firmeninhaber zu inszenieren, der seine Untergebenen schikaniert wo immer sich die Möglichkeit bietet. Holdorf schafft es aber auch die Veränderung seiner Figur, die sich aufgrund der Ausnahmesituation einstellt, zu transportieren. Dazu kommt Anita Hopt als Yasmin Öszan, eine junge selbstbewusste Frau, die genau weiß, was sie im Leben will. Hopt kauft man jeden gesprochenen Satz sofort ab. Die Grenze zwischen realer Person und fiktivem Charakter verschwimmt. In weiteren Rollen sind Joachim Tennstedt, Tobias Lelle und viele andere zu hören, die eine tadellose Performance vorlegen.


Tatsächlich scheint die vergangene Folge ein inhaltlicher Ausrutscher gewesen zu sein und "Mord in Serie" kehrt mit der vorliegenden zur gewohnten Qualität, die diese Serie inhaltlich und produktionstechnisch auszeichnet, zurück. "Labyrinth" erzählt den Überlebenskampf einer kleinen Gruppe in einem neuen attraktiven Gewand, das so manche Überraschung für den Hörer bereithält.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 
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