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Morgan & Bailey 4

Eine der schillerndsten Persönlichkeiten von Heaven's Bridge feiert mit einer kleinen Schar von Freunden und Bekannten Geburtstag. Der ausgelassene Abend findet jedoch ein überraschendes Ende, als der Gastgeber tot aufgefunden wird.

(C) Contendo Media / Morgan & Bailey 4 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenJede Kleinstadt und jedes Dorf verfügt über eine oder mehrere Persönlichkeiten, die im Brennpunkt des öffentlichen Interesses stehen und wie kaum eine andere in der Gemeinschaft polarisieren. In Heaven's Bridge fällt diese Rolle dem exzentrischen und äußerst direkten Oscar Douglas, den ehemaligen Theaterintendanten der Stadt, zu. Er begeht seinen Geburtstag mit einer kleinen Schar von Gästen in Harry's Pub. Trotz der oberflächlich ausgelassenen Stimmung gibt es eine Reihe von unterschwelligen Spannungen in der Gruppe. Oscar lässt keine Gelegenheit aus, seine Gästen bloßzustellen und zu demütigen.


Zufällig sind auch Rose Bailey und Charles Morgan bei den Feierlichkeiten zugegen, als ein ausgewachsenes Gewitter die Gaststätte in Dunkelheit taucht. Stromausfall! Als es nach wenigen Minuten gelingt, diesen zu beheben, erwartet die Pubbesucher ein Schock: Der Gastgeber des heutigen Abends ist tot. Starb er eines natürlichen Todes oder fiel er einem Verbrechen zum Opfer? Recht schnell ist klar, dass Letzteres der Fall ist. Der immer noch tobende Sturm macht es den örtlichen Gesetzeshütern unmöglich, vor Ort zu gelangen, sodass es in den Händen der beiden Kirchenvertreter liegt, den Fall zu lösen.


Mit der bereits vierten Episode wird der eingeschlagene Weg der Serie immer offensichtlicher. Ohne jeglichen Zweifel hat sich Contendo Media den gemütlichen Landhauskrimi britischer Prägung für seine Hörspiele als Vorbild genommen. Im vorliegenden Fall geht man noch einen Schritt weiter und kombiniert den erwähnten Still mit mehreren klassischen Krimielementen. Da wäre der überschaubare Täterkreis, der aufgrund der Witterungsverhältnisse in einem bestimmten Raum, hier im Pub, gefangen ist. Dabei haben natürlich fast alle der Anwesenden, außer der Ermittler, ein starkes Tatmotiv und es steht bereits von Anfang an fest, dass der Mörder aus den Reihen der Pubbesucher stammen muss. Wenn man ein solches Setting für einen Kriminalfall wählt, bedarf es natürlich auch des richtigen Flairs, um der Geschichte die besondere Note zu geben. Dies ist im Fall von "Das letzte Abendmahl" zweifellos gelungen.


Ein ausgewachsenes Gewitter verhindert, dass die Gäste von Harry Pub nach Hause gehen können, dann fällt auch noch zu allem Überfluss der Strom aus. Mit wenigen Handgriffen hat man eine bedrohliche Atmosphäre erschaffen, die noch verstärkt wird durch die Tatsache, dass sich ein hinterlistiger Mörder im kleinen Kreis der Besucher verbirgt. Solch stimmungsvolle Geschichten sind heute leider selten geworden, umso mehr Respekt hat die vorliegende Produktion zu bieten. Um die Ermittlungen ein wenig aufzulockern, wird eine neue Figur eingeführt, die aufgrund ihrer etwas tollpatschigen Art für eine Prise Humor sorgt. Aber auch moralische Überlegungen finden erneut ihren Platz in der Handlung und geben dieser Folge von "Morgan & Bailey" ihre ganze eigene Note.


Die Musikstücke wissen zu gefallen und orientieren sich zu Beginn an der Hintergrundmusik, die in Kneipen und Bars häufig zum Einsatz kommen und hier beim Hörer gleich die richtige Stimmung erzeugen. Hier zeigt Contendo, wie wichtig und wertvoll die richtige Musikauswahl sein kann, um ein Hörspiel zu einer runden Sache werden zu lassen. Die Dialoge sind erneut unverkrampft und über weite Strecken sehr authentisch, eine weitere Disziplin, in der das Label in den vergangenen Jahren immer wieder an der Spitze zu finden war.


Die Soundeffekte sind glaubwürdig und halten sich in weiten Teilen eher dezent im Hintergrund, an den erforderlichen Stellen wird ihnen jedoch der Raum zur Verfügung gestellt, der notwendig ist. Rita Engelmann fügt der Rolle der Rose Bailey wieder ein paar neue Aspekte hinzu und zeigt sich hier von einer mitfühlenden Seite. Ihre Figur nimmt immer weiter Konturen an und gewinnt zusätzliche Tiefe. Joachim Tennstedt überzeugt mit seiner warmen Stimme auch im vierten Anlauf als Charles Morgan, Wolfgang Bahro bekommt in "Das letzte Abendmahl" als Dr. Reuben deutlich mehr Platz geboten als zuletzt und wirkt hier deutlich souveräner und glaubwürdige. Eine deutliche Steigerung der Sprecherleistung.


Weitere bekannte Namen wie Tim Knauer, Jenny Böttcher, Jürgen Thormann und Tatjana Auster runden das Sprecherensemble ab und wissen in ihren Rollen ebenfalls zu überzeugen. Christoph Piesacki als Liam Fletcher fällt im direkten Vergleich zu den anderen Akteuren leider etwas zurück und kann noch nicht überzeugen, was wohl auch zu einem gewissen Teil auch der Figur, die er verkörpert, geschuldet sein dürfte, die sicherlich nicht bei allen Hörern auf Gegenliebe stoßen wird, zumal es sich andeutet, das wir nun häufiger mit ebendieser konfrontiert werden. "Das letzte Abendmahl" kann die Qualität der bisherigen Veröffentlichungen halten und mit einem äußerst stimmungsvollen Kriminalfall punkten. So darf es gerne weitergehen!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 
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