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Movie-Review: 9to5: Days in Porn (Zorro Films)

Pornos. Jeder kennt sie, jeder sieht sie. Aber nur wenige sprechen offen darüber. Dank des immer offener werdenden Umgangs mit diesem Thema hat sich dies jedoch immer mehr geändert. Jens Hoffmann gibt uns mit "9to5: Days in Porn" einen schonungslosen Dokumentarfilm über die Pornoindustrie, der erfrischender Weise versucht objektiv zu bleiben.
9to5 (c) Zorro Films / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Filme über die Pornobranche findet man mittlerweile schon einige und beinahe alle von ihnen versuchen zu polarisieren. Entweder man sieht Pornodarstellerinnen, die wenig überzeugend davon erzählen, wie toll doch das Pornogeschäft ist und wie gerne sie darin arbeiten. Lediglich die Sahneseiten des Business werden gezeigt und oft wirkt es dann, als wäre die gesamte Pornoindustrie nur ein Schlaraffenland aus nackten Menschen in dem jeder mit jedem zu jeder Zeit alles machen kann und natürlich macht es allen einen Riesenspaß. Oder man sieht verzweifelte Junge Mädchen, die sich nur gebrochen in der Landessprache mitteilen können, die ausgebeutet werden und die nur gebucht werden, wenn sie beinahe
keine Tabus mehr besitzen.


Hier ist Jens Hoffmanns "9to5" eine erfreuliche Abwechslung, denn er versucht objektiv zu bleiben. Er versucht nicht zu polarisieren, sondern sieht seine Aufgabe lediglich darin, zu zeigen wie es ist. Hoffmann stellt nicht den Anspruch, den Richter über die Pornobranche zu verkörpern, sondern versucht ein möglichst umfassendes Porträt der Arbeiter in dieser umstrittenen Branche zu zeigen. Er zeigt die Seite des Agenten Mark Spiegler genauso wie die Seite der PornodarstellerInnen. Wobei man schnell bemerkt, dass jede der Darstellerinnen völlig unterschiedlich mit dem Thema Pornographie umgeht. Anhand von Interviews mit Sasha Grey, Belladonna, Mia Rose, Audrey Hollander und vielen mehr, zeigt Hoffmann die Entwicklungen dieser Darsteller, die Auswirkungen auf ihr Leben und die Folgen, die das Business mit sich bringt. Untermauert wird das ganzheitliche Pornoporträt von Interviews mit Dr. Sharon Mitchell, die selbst Mitte der 1970iger als Pornodarstellerin erfolgreich war und die 1996 von einem Stalker vergewaltigt und beinahe ermordet wurde. Danach studierte sie Medizin und setzt sich nun völlig für die gesundheitliche Unterstützung und regelmäßige Überprüfung dieser bei PornodarstellerInnen ein.


Hoffmanns Dokumentation ist was sie sein wollte, ein objektives Porträt einer umstrittenen Branche. Teilweise sehr persönlich und deprimierend, vergisst er nie eine gewisse Distanz zu wahren um den Verlust der Objektivität zu verhindern. "9to5: Days in Porn" ist eine gelungene und umfassende  Durchleuchtung eines Genres, bei dem noch immer vieles im Dunkeln liegt.



###Christoph Höhl###




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