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Movie-Review: Room In Rome (Capelight Pictures)

Alba und Natascha verbringen eine ungeplante gemeinsame Nacht in einem römischen Hotelzimmer. Von der Gewalt der Gefühle überwältigt entblößen sie dabei nicht nur ihre Körper, sondern auch ihre Seelen und schon bald stellt sich die Frage ob diese eine Nacht wirklich alles gewesen sein soll...

Alba (Elena Anaya) ist Spanierin,christoph / room_in_rome (c) Capelight / Zum Vergrößern auf das Bild klicken Natasha (Natasha Yarovenko) ist Russin, und die beiden verbindet rein gar nichts. Außer dem Faktum, dass sie sich beide zeitgleich in Rom befinden. Wie es das Schicksal so will, müssen sich die beiden natürlich über den Weg laufen und schnell steht klar, dass es nicht nur bloße Sympathie ist, die sie dazu bewegt, sich erst kurz nach ihrem Kennenlernen auf ein Hotelzimmer zurück zu ziehen. Natasha beteuert zwar keine homosexuellen Interessen zu haben, scheint Ihr sexuelles Interessensgebiet jedoch für diese Nacht um ein Geschlecht zu erweitern. So dauert es dann auch nicht lange bis sich die beiden Frauen nackt gegenüberstehen und beginnen den jeweils anderen Körper zu erkunden. Aber selbst die kürzeste Nacht des Jahres ist lange genug um die beiden schnell erkennen zu lassen, dass ein ungezwungener One-Night-Stand nicht immer ohne Komplikationen abläuft. Es beginnt sich eine intime Atmosphäre aufzubauen und nicht immer wissen die beiden Schönheiten damit umzugehen. Die Körper sind sich seit Beginn nahe, nun beginnt sich auch der Geist anzunähern. Immer mehr lassen sich die beiden aufeinander ein, immer weiter dringen sie ineinander vor und sind bald an einem Punkt angelangt, an dem sie sich nicht mehr sicher sind, ob sie ihre ungezwungene Liaison am nächsten Tag einfach beenden und sich voneinander trennen können.


Der spanische Regisseur Julio Medem liefert mit "Room in Rome" eine Neuverfilmung des 2005 von dem Chilenen Matias Bíze gedrehten "En La Cama" ( "In Bed") ab, wobei Plot-technisch der einzige wirkliche Unterschied darin besteht, dass es sich bei Bíze um ein heterosexuelles Pärchen handelt und Medem auf zwei nackte Frauen setzt.


Auch wenn die ästhetisch in Szene gesetzten Körper von Anaya und Yarovenko eine reine Augenweide sind, beginnt sich nach den ersten Intimitäten ein wenig Desinteresse breit zu machen. Denn ein intimes Näherkommen zweier Personen könnte man auch anders darstellen, als mit Minutenlangem Geplänkel über die Häuser der beiden und der Herkunft der beiden Damen. Natürlich ist der Zweck dieser Passagen klar, Intimität bildet sich schließlich ja nicht von selbst. Aber zu schnell passiert der Übergang von völliger Fremdheit zu dem Stadium, in dem sich unter Tränen die Herzen ausgeschüttet werden und intimste Details über das Familienleben der beiden ausgetauscht werden.


So wird Medems gleichgeschlechtliche Version des One-Night-Stands zwar nur selten wirklich langweilig und bleibt in jeder Situation ein Festmahl für die Augen, wirklich interessant wird er jedoch leider nie.



###Christoph Höhl###





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