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Review: Bong of the Dead

Ob man mit püriertem Zombiehirn wirklich Killerweed züchten kann, muss sich erst zeigen. Ob es sich hier um einen kultigen Stoner-Splatterfilm oder eine misslungene Wiederbelebung diverser Kiffklischees handelt, auch…

(C) Musketier Media / Bong of the Dead / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEs steht nicht gut um unsere schöne grüne Welt, denn so grün ist sie gar nicht mehr überall, wurde doch ein großer Teil des menschlichen Habitats durch einen Meteoritenschauer verwüstet. Diejenigen, die das große Glück hatten überleben zu dürfen, sehen sich prompt mit den Überresten derer konfrontiert, die etwas weniger von Fortuna geküsst wurden ihnen nun hungerbedingt auf den Fersen sind. Aber alles halb so wild, solange man die Zombie-Invasion gemütlich von der Couch aus ignorieren und dabei einen durchziehen kann, denken sich auch die beiden Kifferkollegen Tommy und Edwin. Der idyllische Zustand ist jedoch vorbei, als die zwei Evolutionsbremsen bemerken, dass ihnen das Gras ausgeht und die Realität bald wieder grausam zu werden droht.


Von der Furcht vor Graslosigkeit angetrieben, wird verzweifelt nach einem Ausweg gesucht und eher zufällig entdecken die beiden, dass die Gehirne von Untoten wie ein Zauberdünger auf die lieblichen Pflänzchen wirken. Dadurch von einer biologisch bedingten zwölf Wochen langen Wartefrist befreit, scheint das Problem des cannabinoiden Engpasses auch schon fast wieder gelöst, doch so einfach ist auch das nicht, denn die nötigen grauen Zellen müssen erst mal herangeschafft werden. Und zwar am besten mittels einer Zombie-Killermaschine und der am Wege aufgelesenen Leah, die für den dringend nötigen, aber völlig misslungenen weiblichen Aufputz sorgen soll…


Was sich hier noch nach einer lustigen, sinnfreien und in Sarkasmus getränkten Geschichte im Trash-Bereich anhört, entpuppt sich leider als einfallslose Odyssee durch ein Kifferuniversum, dem jegliche Farbe abhandengekommen ist. Schnell wird einem bewusst, dass die Grundidee der umgekehrten Kifferzombies Tommy und Edwin, die das Hirn der Untoten für Gras brauchen, wo doch eigentlich die Zombies das Hirn der Menschen am Stiel lutschen sollten, nur eine kleine Oase der humoristischen Glückseligkeit inmitten einer Wüste aus Langeweile, unlustiger Stupidität und ideenloser Pseudogags ist. Von der Zombie-Epidemie bekommt man herzlich wenig mit und die beiden Hauptdarsteller agieren in mäßiger Qualität, das wird durch die Ergänzung um eine weitere unnötige Figur (Leah) auch nicht besser. Völlig ungelenk und unbeholfen versuchen sämtliche Akteure das richtige Maß zwischen Trash und Unfähigkeit herauszufinden – und versinken letztlich bis zum Scheitel im Versagen.


Dabei sind die Schauspieler nur das saure Sahnehäubchen auf einem ranzigen Zombie-Aufguss, der ohne Witz und frei von jeglicher filmischen Ausdrucksstärke ganz einfach auf seinen Pointen sitzen bleibt. Der Film steckt voller guter Ansätze, doch schafft er es kein einziges Mal, eine dieser Ideen dahingehend umzusetzen, dass man sich auch als abgebrühter Fan sinnfreier und blutiger Unterhaltung nicht für die Peinlichkeit der gebotenen Szenerie fremdschämen muss. Ständig wirkt der Film aufgesetzt, ungelenk und einfallslos. Pointen, oder zumindest Sequenzen die als solche Höhepunkte zählen sollen, ersticken leise im Dunst von Zombie-Gras ohne eine Chance auf Wirkung.  Alles in allem wirkt "Bong of the Dead" so als hätten die Zombie-Kiffer die Erde schon übernommen und begonnen Filme zu drehen…



# # # Christoph Höhl # # #



Publisher: Musketier Media





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