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Review: Der Cthulhu-Mythos 1976-2002

Im zweiten Band der fulminanten Chronologie um die "großen Alten", geben sich wieder einige der besten Autoren aus der Welt der Dark-, Fantasy- und Science-Fiction die Klinke in die Hand und unterhalten sowohl mit Neuinterpretationen als auch traditionellen Umsetzzungen des Lovecraft'schen Erbes.

(C) Festa Verlag / Der Cthulhu-Mythos 1976 bis 2002 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"The oldest and strongest emotion of mankind is fear, and the oldest and strongest kind of fear is fear of the unknown." (H. P. Lovecraft: Supernatural Horror in Literature)


Die elf Kurzgeschichten drehen sich wie der Name schon sagt um den berüchtigten Cthulu Mythos, den der amerikanische Schriftsteller und Phantastiker Howerd Philipp Lovecraft ins Leben rief und der seither Stoff für zahlreiche Filme, Computerspiele und Musik-Acts geboten hat. Im zweiten Band wird die Geschichte um den großen Cthulhu und seine teuflische Brut in die Moderne geführt. Es beginnt mit der (Kürzest)Geschichte "Die Türme" von Edward P. Berglund aus dem Jahre 197,6 in der ein einsamer Reiter von einer schrecklichen, alptraumgeplagten Nacht berichtet und den Leser damit zu der kommenden irrwitzigen Reise in die Welt Lovecrafts einlädt. Die 1989 erschienene Idee zu "Die Glocke im Turm" (ja, Lovecraft liebte Türme…) wurde vom amerikanischen Fantasy-Autor Lin Carter, der auch gerne mal unter dem Synonym "H. P. Lowcraft" publizierte, weitergesponnen und ist ein Paradebeispiel für die Leidenschaft Lovecrafts für seine eigens erschaffene Welt voll Wahnsinn und die diebische Freude an Hoffnungslosigkeit.


In "Das Innsmouth-Syndrom" erzählt Brian Stableford über einen Genforscher, der Recherchen für seine Studie über das von ihm so genannte Innsmouth-Gen durchführen möchte und dazu in die kleine Küstenstadt Innsmouth reist. Er möchte herausfinden was es ist, das die Dorfbewohner so gruselig fischartig aussehen lässt, doch sein Forschungsdrang soll ihm bald zum Verhängnis werden. Die vom deutschen Schriftsteller Michael Siefener verfassten "Bildwelten" sind ein gutes Beispiel für die fruchtbare Symbiose aus Lovecraft`scher Tradition und moderner Interpretationskunst. Die 1993 erschienene Geschichte basiert auf Lovecrafts "Pickmans Modell" und befasst sich mit einem scheinbar irren Maler, dessen Inspiration für seine grausigen Bilder laut eigener Aussage nicht nur seiner Fantasie entspringt.


Frank Festa, Herausgeber und Gründer des für Horrorfans unumgänglichen Festa Verlags, hat mit dieser Sammlung wohl so manchem Fan das ein oder andere Lächeln ins Gesicht gezaubert. Auch wenn nicht jede einzelne der elf Kurzgeschichten zündet, sind sie doch alle auf ihre eigene Art unterhaltsam und hinterlassen einen wohligen Schauer beim Leser. Und das, obwohl bei einigen Geschichten ein klein wenig bei der Übersetzung gepatzt wurde (warum jeder Nicht-Städter wie ein ostfriesischer Bootsmann sprechen muss, ist zum Beispiel nicht ganz begreiflich), aber dennoch konnte der Großteil des flüssigen Schreibstils bewahrt werden. Einziger Wermutstropfen ist, dass das Buch keinerlei Zusatzmaterial bietet. Ein Kapitel mit Hintergründen zu Autoren, den einzelnen Geschichten oder Vergleiche zwischen Original und (Neu)Interpretation wären sehr nett gewesen.



# # # Maria Capek # # #



Publisher: Festa Verlag





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