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Review: Maximum 44

Wolverines Debüt in Paninis Max-Schiene ist trotz großer Ambitionen ein Griff ins Klo.

(C) Panini Comics / Maximum 44 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSeit 2004 werden Freunde der etwas härteren Gangart, zumindest was Storys aus dem Marvel-Universum betrifft, regelmäßig mit neuem Lesefutter versorgt. Einige Preziosen sind so bisher in den Regalen aufgetaucht, wobei der Natur der Sache folgend eine nicht geringe Anzahl an Bänden die Erlebnisse eines gewissen Frank Castle behandelt. Und trotzdem war es nicht er, welcher der Reihe mit der Nummer 23 die bisher einzige Indizierung durch die BPjM eingebracht hat – diese Ehre fiel "Terror Inc." von David Lapham und Patrick Zircher zu. Mit dem guten alten Logan feiert nun jemand Premiere, der für seine raue Schale bekannt ist und somit eigentlich prädestiniert wäre für eine "Max"-Behandlung. Da es dazu in den USA bis dato nicht gekommen ist, hat man bei Panini kurzerhand die 2010 gestartete Serie "Wolverine: The Best There Is" in die Reihe aufgenommen und diese aus lizenzrechtlichen Gründen in "Maximum" umbenannt.


Die abgedruckte sechsteilige Storyline von Romanautor Charlie Huston, der sich in Sachen Marvel unter anderem schon an "Moon Knight" probiert hat, nennt sich "Contagion" nach dem namensgebenden Bösewicht, an den Wolvie gerät. Da unser haariger Lieblingskanadier durch psychoaktive Substanzen des Corruptor beeinträchtigt wird, ist es den Handlangern con Contagion ein Leichtes, in gefangen zu nehmen. Von seinen Filetierfähigkeiten zeigen sie sich unbeeindruckt, schließlich sind sie allesamt unsterblich und können ihre Körper ebenso wie er wieder regenerieren. Mit jeder Menge perfider Experimente ans Äußerste seiner Selbstheilungskräfte gebracht, wird Logan ein Deal angeboten: Wenn er Contagions tödlich erkrankten Sohn tötet, lässt ihn dieser frei und verschwindet aus seinem Leben.


Mit knallharter Action, viel Blut und "Snikt!", dem Geräusch das ertönt wenn Wolverine seine Krallen ausfährt (und das wohl coolste Wort das Marvel je hervorgebracht hat), wirbt Panini für diesen Band. Das ist zwar de facto kein Etikettenschwindel, denn davon wird fleißig Gebrauch gemacht und durch den hyperdetaillierten Zeichenstil des großartigen Juan José Ryp optisch sehr anspruchsvoll aufs Papier gebracht. Das ist dann aber auch schon der einzige Pluspunkt, dessen sich "Contagion" rühmen kann. Die uninspirierte Story, die Huston abliefert, plätschert von Beginn an vor sich dahin, ohne jemals einen echten Höhepunkt anzusteuern. Um das sattsam bekannte Folterszenario auf ein erträgliches Maß zu heben, reichen auch die in bester Grant Morrison Manier überzeichneten, schrägen Figuren nicht, die ins Spiel gebracht werden. Alles leider schon in wesentlich überzeugenderer Form dagewesen, Mr. Huston. Schade dass das überragende Talent von Ryp hier geradezu kriminell vergeudet wurde.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Panini Comics





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