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Sherlock Holmes 27

Ein ehemaliger Studienfreund bittet Sherlock Holmes um seine Hilfe. Seit kurzem geht es auf dem Sitz seiner Familie nicht mit rechten Dingen zu.

(C) Titania Medien/Lübbe Audio / Sherlock Holmes 27 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Geduld von Dr. Watson ist endgültig am Ende. Wieder einmal hat es sich Sherlock Holmes nicht nehmen lassen, das gemeinsame Apartment ins Chaos zu stürzen. Doch die Zeichen stehen auf Sturm, Watson ist nicht länger gewillt die Unordnung zu tolerieren und ermahnt seinen Freund, das Durcheinander zu beheben. Um seinen Mitbewohner milde zu stimmen, bietet er diesem an, über einen seiner frühen Fälle zu berichten. Der Doktor ist hin und hergerissen, willigt jedoch schließlich ein, die Aufräumarbeiten für eine Geschichte ruhen zu lassen. Darin wendet sich erneut ein ehemaliger Kommilitone von Sherlock Holmes mit einem Hilfegesuch an den noch jungen Detektiv.


Auf dem Anwesen der Familie Musgrave gehen seltsame Dinge vor sich. Gleich mehrere Angehörige des Hauspersonals verschwinden auf mysteriöse Weise ohne einen Hinweis auf ihren Verbleib zu hinterlassen. Nur wenige Tage zuvor überraschte der Hausherr seinen Butler beim Studium alter Familiendokumente und sah sich genötigt, ihn vor die Tür zu setzen. Kurze Zeit darauf ist der Mann wie vom Erdboden verschluckt. Das Interesse von Sherlock Holmes ist geweckt und er begleitet Reginald Musgrave auf dessen Familiensitz. Schnell wird dem zukünftigen Meisterdetektiv klar, dass das Verschwinden der Dienstboten eng mit einem düsteren Familiengeheimnis verknüpft ist, das mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit reicht.


Nachdem bereits die letzte Episode eine Reise in die Vergangenheit unternahm und den ersten Fall der berühmten Spürnase beleuchtete, wendet man sich nun mit "Das Musgrave-Ritual" jenem Fall zu, der das Fundament für seinen späteren Erfolg als Detektiv legen sollte. Gleich zwei Aspekte der Handlung sorgen für eine ordentliche Portion Spannung, die jeden Anflug von Langeweile im Keim ersticken. Das merkwürdige Verhalten und das anschließende Verschwinden des Butlers bleiben lange Zeit im Dunkeln und bieten jede Menge Raum für Spekulationen, bevor der Meisterdetektiv dem Hörer präsentiert, was sich tatsächlich zu getragen hat.


Ebenfalls zum Miträtseln lädt das Familiengeheimnis der Musgraves ein, das in einem alten Reim verborgen zu sein scheint. Im Kanon der Sherlock Holmes-Geschichten nimmt "Das Musgrave-Ritual" eine Ausnahmestellung ein. Doyle gab seinen Lesern zumindest vordergründig das Gefühl, mit ein bisschen Anstrengung bestände durchaus die Möglichkeit, selbst den Fall lösen zu können. In vielen anderen Fällen sieht sich der Rezipient außerstande, selbst dem Täter auf die Schliche zu kommen, da ihm schlicht und ergreifend Informationen vorenthalten werden, die nur Holmes kennt und erst am Ende einer Geschichte offenlegt. Doch die vorliegende Geschichte wird von der Kunst der Deduktion dominiert und der Autor bietet seiner Leserschaft an daran teilzuhaben.

 
Da erneut ein Fall thematisiert wird, der in jene Zeit fällt, bevor es zur schicksalhaften Begegnung zwischen Holmes und Watson kam, wird auch dieser Fall von einer Rahmenhandlung umschlossen, die den Gegensatz zwischen dem analytischen Verstand des Genies und seinem Desinteresse für seine persönliche Umwelt aufgreift. Leider wirkt dieser Teil der Geschichte künstlich aufgeblasen, bevor man sich dem eigentlichen Fall zuwendet. Minutenlang schwadronieren Watson und Mrs. Hudson über die Verhaltensauffälligkeiten und Eigenarten des berühmten Schnüfflers aus der Baker Street. Eine inhaltliche Straffung hätte hier sicherlich nicht geschadet.


Ansonsten bietet die vorliegende Folge solide Krimikost, die viele Zutaten enthält, die zum Markenzeichen vieler Holmes-Geschichten geworden sind. Alte Gemäuer und dunkle Familiengeheimnisse etablierten sich über die Zeit als wichtige Zutaten von Doyles Arbeit als Krimiautor. Wie bei vielen Produktionen aus dem Haus Titania steht auch im Falle von "Das Musgrave-Ritual" das gesprochene Wort eindeutig vor allen anderen Komponenten. Dort jedoch, wo es erforderlich ist, sind die Soundeffekte präzise ausgewählt und gesetzt und erhöhen den zu hörenden Text. Egal ob das Apartment in der Baker Street oder die Keller des Anwesens der Musgraves, die verwendeten Geräusche passen und sind stimmig.


Die Musik ist eher heiterer Natur und wechselt nur selten zu ernsteren und düsteren Klängen, wenn es die Handlung erforderlich macht. Nach über 20 Folgen hat sich die Titelmelodie etabliert und passt überraschend gut zu den Kriminalfällen aus der viktorianischen Zeit. Die Anzahl der Sprecher ist überschaubar und kaum mehr als ein halbes Dutzend. Doch diese Zahl ist vollkommen ausreichend, um ein erstklassiges Hörspiel zu kreieren, das eines Sherlock Holmes und seiner Fälle würdig ist.


Nahezu perfekt agiert das Gespann Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt als Sherlock Holmes und Doktor Watson. Die warme und sympathische Stimme Tennstedts moduliert eine freundliche und zugänglichere Version des Meisterdetektivs, dem hier immer auch etwas Spitzbübisches, Schalkhaftes anhaftet und für eine eigenständige Interpretation der Rolle sorgt. Dem gegenüber steht die dunklere Stimme und immer wieder etwas behäbiger angelegter Charakter des Doktor Watson, der seinem Freund stets unerschütterlich zur Seite steht.


Julian Tennstedt, Joachim Tennstedts Sohn, schlüpft erneut in die Rolle eines jüngeren Holmes und überzeugt auf ganzer Linie. Die Idee, die ältere und jüngere Version einer Figur mit Vater und Sohn zu besetzen, geht hier auf. Dazu kommen Regina Lemnitz, Axel Lutter, Roman Wolko und Kristine Walther, die alle ihr Handwerk verstehen und "Das Musgrave-Ritual" zu einem gelungenen Hörvergnügen machen. Die Interpretation von Titania kann auf ganzer Linie punkten, was einem fantastisch agierenden Duo in den Hauptrollen und einer eigenen Umsetzung des Originalstoffs geschuldet ist. Im Moment präsentiert sich die "Sherlock Holmes"-Reihe in bester Form und kann problemlos gegenüber der vielfältigen Konkurrenz auf dem Markt bestehen.  


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio




 


 
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