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Sherlock Holmes 28

Gleich der erste gemeinsame Fall von Sherlock Holmes und Dr. Watson gehört sicherlich auch zu den spektakulärsten.

(C) Titania Medien/Lübbe Audio / Sherlock Holmes 28 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDr. Watson ist wie so viele seiner Zeitgenossen in der englischen Hauptstadt gestrandet. Mit viel Glück ist er dem Tod noch einmal von der Schüppe gesprungen. Als Militärarzt nach Afghanistan verschifft wird er dort bereits kurz nach seiner Ankunft verwundet und steckt sich im dortigen Hospital mit Typhus an. Selbst überrascht, die schwere Krankheit überlebt zu haben, kehrt Watson in die Heimat zurück. Von den Ereignissen in der Fremde gezeichnet kommt der junge Arzt nach London. Ziellos verbringt er die kommenden Wochen in der pulsierenden Metropole und verprasst seine bescheidenen finanziellen Mittel.


Die Suche nach einer akzeptablen und preiswerten Unterkunft wird dabei immer drängender, lange wird die Unterbringung in einer Pension nicht mehr möglich sein. Zufällig begegnet Watson eines Abends seinem alten Kollegen Dr. Stamford. Nachdem man sich reichlich darüber ausgetauscht hat, wie es einem in der näheren Vergangenheit ergangen ist, schildert Watson seine Misere. Tatsächlich kennt Stamford jemanden, der sich ebenfalls mit einem ähnlichen Problem herumträgt, und macht die beiden kurzerhand miteinander bekannt. So kommt es zur schicksalhaften Begegnung von Sherlock Holmes und Dr. Watson und kurze Zeit darauf zum gemeinsamen Bezug der Räumlichkeiten in der Baker Street 221b.


Trotz ihrer Verschiedenheit und einiger seltsamer Verhaltensweisen von Sherlock Holmes kommen die beiden Männer gut miteinander klar. Ehe sich Watson versieht ist er auch bereits in die neuesten Ermittlungen des beratenden Detektivs verwickelt und wird alsbald Zeuge eines der verzwicktesten Fälle des Meisters der Deduktion. Ein abscheulicher Mord an einem Ausländer ist geschehen. An einer der Wände hat der Mörder eine Nachricht zurückgelassen: Rache. Wem gilt die Botschaft? Was steckt hinter der Bluttat? Sherlock Holmes nimmt die Ermittlungen auf, die sich schnell in eine völlig andere Richtung entwickeln, als die der Polizei.


Wer schon immer wissen wollte, wie Sherlock Holmes und sein treuer Wegbegleiter Dr. Watson zusammengefunden haben, ist hier genau richtig. Mit der 28. Folge seiner "Sherlock Holmes"-Reihe widmet sich Titania Medien "Eine Studie in Scharlachrot", in der die beiden so unterschiedlichen Charaktere sich das erste Mal über den Weg laufen und ihren ersten gemeinsamen Fall lösen. Gleich in zweierlei Hinsicht dürfte diese Geschichte für Freunde des Werks von Arthur Conan Doyle ein Leckerbissen sein.


Zum einen bekommt man wichtige Informationen über die Vergangenheit und die Charaktereigenschaften der Figuren an die Hand, zum anderen stellt Sherlock Holmes in einer ansprechend konstruierten Detektivgeschichte seine enormen deduktiven Fähigkeiten unter Beweis, die immer noch Millionen Menschen in Staunen versetzen. Bei näherer Betrachtung gliedert sich die Story in drei unterschiedliche Teile. Den Auftakt bildet das Zusammentreffen von Holmes und Watson und der Bezug der gemeinsamen Wohnung. Es folgt der eigentliche Fall, den Holmes selbst als anspruchsvoll und durchaus fordernd beschreibt, gefolgt von der rückblickenden Schilderung der Ereignisse, die zu den Morden geführt haben und den Plot abrunden.


Dass man sich bei einer Bearbeitung des Stoffs als Hörspiel nicht sklavisch an die literarische Vorlage hält, versteht sich fast schon von selbst. Stehen sich die beschriebenen Textpassagen der Geschichte im Originaltext vom Inhalt etwa gleichwertig gegenüber, so nimmt Titania eine etwas andere Gewichtung vor, die dem Aufeinandertreffen der beiden unterschiedlichen Charaktere deutlich mehr Platz zugesteht als der Beleuchtung der Hintergründe am Schluss. Eine nachvollziehbare Wahl, die dafür sorgt, dass die gesamte Geschichte deutlich kompakter und geschlossener daherkommt. So kann man den inhaltlichen Aufbau fast als klassisch bezeichnen, der mit den Ermittlungen von Sherlock Holmes seinen Höhepunkt erreicht.


Immer wieder gibt es bei Doyle Geschichten, in denen Holmes den Klienten seine an Zauberei grenzende Kunst der Deduktion vorführt und diese in Erstaunen versetzt. Dies geschieht allerdings selten in einer solchen Ausführlichkeit wie im Fall von "Eine Studie in Scharlachrot". Immer wieder gibt Holmes seinem neuen Mitbewohner Kostproben seines Könnens und lässt dabei ganz nebenbei auch die Vertreter von Scotland Yard alt aussehen. Titania tut gut daran, diesen Ausführungen den nötigen Raum einzuräumen, der ihnen zusteht, denn Hand aufs Herz, diese Zurschaustellung der Deduktion ist genau jener Reiz, der immer noch täglich die Menschen begeistert.


Daneben finden sich auch unheimliche und geheimnisvolle Elemente in der Geschichte wieder, die die Spannung deutlich erhöhen. Beispiele sind hier sicherlich die zurückgelassene Nachricht am Tatort und das von Holmes vermutete Aussehen des Täters. Die Hintergründe der Tat sind bei ihrer Erklärung geradezu klassisch und profan, hier gelang es Doyle jedoch durch die Wahl eines ungewöhnlichen Sujets noch einmal Spannung und Interesse zu genieren, was auch im Hörspiel durchaus gelungen ist. Fast könnte man annehmen einer zweiten, unabhängigen Geschichte zu folgen. Neben den eher dramatischen Passagen, die sich vornehmlich der Ermittlungsarbeit widmen, kommt es auch immer wieder zu kurzen humorvollen Momenten, insbesondere dann, wenn Holmes es sich nicht verkneifen kann, die Gesetzeshüter an der Nase herumzuführen. Diese Einschübe lockern die Geschichte auf und sorgen für zusätzliche Dynamik.


Wie von Titania gewohnt spielt auch im vorliegenden Fall die Musik eine bedeutende Rolle, zwar positioniert sie sich nie im Vordergrund, hebt aber immer wieder die Stimmungen bestimmter Szenen hervor und verstärkt das Geschehen. Die oft mit Geige und Piano instrumentierten Stücke gehen mit den Dialogen eine gelungene Symbiose ein. Man trifft genau jenen Ton, der für eine klassische Detektivgeschichte unerlässlich ist. Die Musik wirkt hier ergänzend und keineswegs störend. Geräusche werden eher dezent zum Einsatz gebracht und fungieren eher als ergänzendes Stilmittel, um die verschiedenen Szenen zu gestalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Folgen dieser Reihe, die mit einem eher bescheidenen Ensemble auskommen, sind es hier über ein Dutzend Stimmen, die im Laufe dieses 120-minütigen Hörspiels zum Einsatz kommen.


Angeführt von Joachim Tennstedt, der glänzend aufgelegt einmal mehr in die Rolle des Sherlock Holmes schlüpft und es dabei schafft, der Figur mehr abzugewinnen als den gefühlskalten und analytischen Ermittler. Tennstedt fügt der berühmten Spürnase weitere Eigenschaften hinzu, die für eine sehr differenzierte Darstellung sorgen und auch Anflüge von Humor und Verärgerung nicht ausschließen. Sicherlich eine seiner besten Leistung im Rahmen der Reihe. Ebenso überzeugend agiert Detlef Bierstedt als ausgebrannter Militärarzt, der auf der Suche nach einem neuen Sinn in seinem Leben ist und ihn scheinbar in seinem neuen Mitbewohner gefunden hat. Selten passte seine etwas behäbige Anlage des Dr. Watson besser als im Falle von "Eine Studie in Scharlachrot".


Gleich zwei der bekanntesten Ermittler von Scotland Yard kommen dieses Mal zum Einsatz und bitten um die Unterstützung des beratenden Detektivs. Peter Reinhardt und Lutz Reichert sind die heimlichen Stars dieser Produktion, ihr Zusammenspiel als Inspektoren auf ständig falscher Fährte ist ein wirkliches Hörvergnügen. Dazu kommen weitere bekannte Stimmen wie Regina Lemnitz, Patrick Bach, Bernd Rumpf und Jannik Endemann, die allesamt ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellen. Unumwunden kann man feststellen, dass "Eine Studie in Scharlachrot" zu den überzeugendsten und ausgereiftesten Produktion der Reihe zu zählen ist. Klare Kaufempfehlung, und dies gilt nicht bloß für Holmesianer.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio




 


 
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