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Sherlock Holmes 35

Seit langem lastet ein schrecklicher Fluch auf der Familie der Baskervilles. Nun ist wieder eines ihrer Mitglieder durch die dämonische Kreatur zu Tode gekommen.

(C) Titania Medien / Sherlock Holmes 35 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas Anliegen, mit dem sich Doktor Mortimer an Sherlock Holmes wendet, zählt sicherlich zu den mysteriösesten und unheimlichsten Begebenheiten, mit denen sich der große Kriminalist je konfrontiert sah. In einer nebeligen Nacht ist Sir Charles Baskervilles auf brutale Art in der unwirklichen wie tückischen Moorlandschaft von Dartmoor ums Leben gekommen, alles deutet auf einen alten Fluch hin. Demnach müssen die männlichen Nachkommen der Familie fürchten von einem monströsen Hund in den Weiten des Moors zerfetzt zu werden. Eine äußerst reale Bedrohung, wie das Schicksal des alten Baskerville zeigt.


Nun ist Robert, der letzte Spross der Familie, auf dem Weg nach England, um sein Erbe anzutreten. Nachdem sich Holmes mit den beunruhigenden Begebenheiten des Falls vertraut gemacht hat, erkärt er sich bereit ihm beizustehen, allerdings ist es zunächst Doktor Watson, der als Beschützer, Informant und Ermittler in die Einsamkeit von Dartmoor reist, um der höllischen Bestie die Stirn zu bieten. Ein schwieriges und äußerst gefährliches Unterfangen, wie sich bereits nach kurzer Zeit herausstellt.


Sie haben es getan! Nachdem man sich zuletzt Geschichten zuwandte, die nicht aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle stammten, hat sich Titania Medien nun auch an die Umsetzung des wohl berühmtesten Stoffs des Autors gewagt. Schon in Romanform stellt "Der Hund der Baskervilles" eine der stimmungsvollsten und gleichzeitig auch unheimlichsten Erzählungen aus dem reichhaltigen Fundus an Fällen des Meisterdetektivs dar und schreit geradezu nach einer atmosphärischen Adaption in Hörspielform.


Bereits seit Jahren beweist das "Gruselkabinett" immer wieder, dass man über das notwendige Handwerkszeug und richtige Fingerspitzengefühl verfügt, um aus einer guten Vorlage ein noch besseres Hörspiel zu machen – was auch im vorliegenden Fall auf beeindruckende Weise gelungen ist. Eine stimmige, an den richtigen Stellen erfolgte Straffung der Handlung und eine zusätzliche Betonung der herrlichen Spukatmosphäre im nebelverhangenen Moor machen diese Umsetzung zu einem vollen Erfolg.


Der Einstieg ins Geschehen erfolgt prompt ab der ersten Minute und schleudert den Hörer direkt mitten hinein in eine dunkle Familiengeschichte, wenn Sir Charles Baskerville im finsteren Moor den Tod findet und es einen Detektiv der Klasse eines Sherlock Holmes bedarf, um alle Fäden zu entwirren, die damit in Zusammenhang stehen. Die gelungene Mischung aus abwechslungsreichem Krimi und viktorianischer Schauergeschichte wird durch geschliffene Dialoge und einem respektvollen Umgang mit der Originalvorlage gekrönt, der kaum Wünsche offen lässt.


Spannung erzeugen die immer neuen Handlungswendungen, die die Frage stellen, wer ein Interesse besitzt, den letzten Baskerville zu beseitigen und was sich hinter der dämonischen Kreatur im Moor verbirgt. Wie vielschichtig diese berühmte Story rund um das Detektivgespann aus der Baker Street eigentlich ist, lassen die gesellschaftspolitischen Untertöne erkennen, die immer wieder einmal aufblitzen und zeigen, wie sehr sich doch unsere heutige Gesellschaft von der des viktorianischen Zeitalters unterscheidet, besonders deutlich wird dies immer wieder anhand des Frauenbilds der Zeit und ihrer Stellung im Alltag.


Dies ist jedoch nur ein Nebenaspekt im Schatten einer der stimmungsvollsten und inhaltlich bestechendsten Geschichten, welche den beratenden Detektiv in eine der einsamsten Regionen der britischen Inseln entführt, um mit Hilde der Deduktion einen perfiden Verbrecher seiner gerechten Strafe zuzuführen. Wie wichtig für eine gute Inszenierung die passende musikalische Gestaltung ist, wird auch bei der vorliegenden Produktion wieder einmal sehr deutlich, ohne die düsteren und manchmal bedrohlichen Arrangements wäre ein so eindringliches Kopfkino, wie es hier entsteht, kaum möglich.


Es ist immer schön zu sehen, wenn sich bestimmte Sprechergespanne weiterentwickeln und im Laufe der Jahre an ihren Rollen wachsen. Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt muss man einfach zu dieser Kategorie zählen, so homogen und voller Spielfreude wie im Fall von "Der Hund der Baskervilles" agierten die beiden selten zuvor zusammen. Hier passt tatsächlich alles. Dazu kommen so markante Stimmen wie die von Horst Naumann, Dagmar von Kurmin oder Bodo Primus, die diese Interpretation des berühmten Romans zu etwas Besonderem machen. Hier werden alle Register für eine erstklassige Hörspielproduktion gezogen, weshalb man nur die Bestnote zücken kann.

 

# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien




 


 
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