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Sherlock Holmes Chronicles 38

Helen Stoner lassen die letzten Worte ihrer verstorbenen Schwester nicht zur Ruhe kommen. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Sherlock Holmes.

(C) WinterZeit / Sherlock Holmes Chronicles 38 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenUnvermittelt wird Dr. Watson um seinen Schlaf gebracht. In aller Herrgottsfrühe steht Sherlock Holmes an seinem Bett und ehe er sich versieht, befindet er sich bereits inmitten eines neuen Falls, der sicher zu den seltsamsten in der Laufbahn des großen Detektivs zählt. Im gemeinsamen Wohnzimmer werden die beiden Männer bereits von einer sichtlich aufgelösten Klientin erwartet. Die Geschichte, die Helen Stoner zu erzählen hat, ist selbst für Holmes außergewöhnlich. Was haben die letzten Worte ihrer kürzlich verstorbenen Schwester zu bedeuten?


Unter dunklen Vorahnungen begibt sich der berühmte Detektiv in der Gesellschaft von Watson auf den düsteren Landsitz der Familie Roylott. Stimmen die Geschichten, die man sich über den aufbrausenden Grimsby Roylott erzählt? Dass er mit Zigeunern verkehrt und wilde Tiere auf dem Anwesen frei laufen lässt? Noch haben die beiden Gentlemen keine Ahnung welch finstere Ereignisse sie in der Grafschaft Surrey erwarten. Doch Sherlock Holmes ist fest entschlossen, das Geheimnis zu lösen.


Mit "Das getupfte Band" widmet man sich erneut einer weiteren Geschichte aus dem großen Fundus von Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle. Wenn man sich etwas intensiver mit Sherlock Holmes beschäftigt, dürfte diese Geschichte eine der ersten sein, auf die man stößt, den sie wird oft im selben Atemzug mit so bekannten Storys wie "Der Hund von Baskerville" oder "Das Zeichen der Vier" erwähnt. Ein Grund dafür dürfte sicherlich der ungewöhnliche Plot sein, der dieser Kurzgeschichte zugrunde liegt und auch in der hier vorliegenden Bearbeitung zu begeistern weiß.


Zwei zentrale Themen dominieren die Ermittlungen, die Sherlock Holmes hinaus aufs Land führen. Da wäre zu einem die Problematik, ist Helen Stoners Schwester tatsächlich das Opfer eines heimtückischen Mordkomplotts geworden oder handelt es ich einfach um einen tragischen natürlichen Todesfall? Daneben schwebt über allem die Frage was hes mit dem getupften Band auf sich hat? WinterZeit gelingt es von Beginn an eine sehr dichte Atmosphäre aufzubauen, in die sich immer wieder auch unheimliche und beklemmende Momente einschleichen und schnell ein sehr düsteres Bild von den kommenden Ereignissen zeichnen.


Beim Hören schleicht sich ein Gefühl des Unwohlseins ein, wenn Helen Stoner schildert unter welchen Bedingungen sie im Haus ihres Vater lebt. Die Dialoge sowohl in der Baker Street, aber auch später am Ort des Verbrechens sind mit großer Liebe zum Detail gestaltet worden und tun ein Übriges, um dem Hörer ein sehr beklemmendes und gleichzeitig spannendes Hörspiel zu präsentieren. Auch in diesem Medium gelingt es den Produzenten, die Spannungskurve bis zum Schluss aufrechtzuerhalten und das Geheimnis des Verbrechens im geschlossenen Raum lange Zeit für den Hörer interessant zu halten.


Geräusche spielen eine untergeordnete Rolle und kommen nur sporadisch zur Gestaltung einer Szene zum Einsatz, im Mittelpunkt stehen die geschliffenen Dialoge und die Ausführungen von Watson als Erzähler. Die Musik behält das Grundthema der Serie bei, bringt aber immer wieder Variationen bekannter Melodien ein, was für eine große Abwechslung sorgt und das Geschehen angemessen rahmt. Sechs Sprecher genügen, um die Geschichte von Arthur Conan Doyle zum Leben zu erwecken. Till Hagen glänzt einmal mehr als Sherlock Holmes und schafft es problemlos, den großen Detektiv mit all seinen Marotten und Eigenheiten zum Leben zu erwecken. Tom Jacobs übernimmt die Rolle des Wegbegleiters und Chronisten und sorgt dafür, dass der Hörer ohne Probleme ins Geschehen findet. Man ertappt sich fast zwangsläufig bei dem Gedanken einem Tatsachenbericht aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert zu lauschen, so sehr ist Jacobs mittlerweile mit seiner Figur verwachsen.


Silke Linderhaus schlüpft in die Rolle von Helen Stoner und präsentiert dem Hörer eine junge, zerbrechliche Frau, die aufgrund der zurückliegenden Ereignisse am Ende ihrer Kräfte angelangt ist und dringend Hilfe benötigt. Die Mattigkeit und die damit einhergehende Angst werden bei ihr spürbar. Eine absolut glaubhafte und überzeugende Performance! In weiteren Rollen sind Viola Sauer, Luisa Wietzorek und Oliver Stritzel zu hören, die dafür sorgen, dass auch die kleineren Rollen hochrangig besetzt sind. "Das getupfte Band" kann in allen Belangen punkten und bietet eine gute Stunde beste Unterhaltung, was zu einem großen Teil an dem beeindruckenden Duo Till Hagen und Tom Jacobs liegt, das mit viel Herzblut Sherlock Holmes und Dr. Watson zum Leben erweckt.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: WinterZeit




 


 
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