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The Shaolin Cowboy: Shemp Buffet

Detailreicher geht Splatter wirklich nicht mehr.

(C) Cross Cult Verlag / The Shaolin Cowboy: Shemp Buffet / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWenn es erlaubt ist, sich mit einer Aussage etwas weit aus dem Fenster zu lehnen, dann soll an dieser Stelle folgende Behauptung aufgestellt werden: Es gibt zwar (erfreulicherweise) Legionen an Comic-Zeichnern, aber unter ihnen ist sicher nur ein Bruchteil, deren Arbeiten man beim ersten Blick erkennt und der richtigen Person auf Anhieb zuordnen kann. Der 1955 geborene Geof Darrow gehört zweifellos zu den Letztgenannten und hat das wundersame Kunststück geschafft, mit einem vergleichsweise überschaubaren Output an "interior work" als einer der wichtigsten und einflussreichsten zeitgenössischen Kreativköpfe der Neunten Kunst zu gelten.


Nachdem der Cross Cult Verlag 2008 mit "Hard Boiled" eine seiner beiden Kollaborationen mit dem nicht minder prominenten Kollegen Frank Miller vorgelegt hat, ist bei den Ludwigsburgern nun auch "The Shaolin Cowboy: Shemp Buffet" erschienen. Dabei handelt es sich um die in den USA 2013/14 von Dark Horse veröffentlichte zweite Serie um den namenlosen Titelhelden, dessen erste Abenteuer beim von den Wachowskis gegründeten Verlag Burlyman Entertainment erschienen (für deren "Matrix"-Trilogie Geof Darrow Konzeptdesigns beisteuerte). Nach einer Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse, deren kleine Schriftgröße wohl als Analogie zum Zeichenstil dienen soll und Augenkrebs verursachen könnte, geht es los.


Und das mit harten Bandagen, denn der Shaolin Cowboy kehrt aus dem Mittelpunkt der Erde in eine unwirtliche Wüste zurück, wo er – beobachtet von einigen versoffenen Proleten – mithilfe von Kung-Fu und zwei an einem Stab montierten Kettensägen gegen eine Armee von Untoten antritt. Damit ist das Geschehen im Grunde zusammengefasst, denn auf den knapp 130 Seiten zelebriert Mr. Darrow genüsslich und mit unmenschlich präzisem Strich das gewaltsame Entfernen von Gliedmaßen, Köpfen und Eingeweiden. Wer auf eine Handlung verzichten kann und sich an einem Detailreichtum ergötzen will, der lautstark an die Tore des kreativen Irrsinns klopft, sollte sich diese auf 999 Exemplare limitierte grafische Extravaganza keinesfalls entgehen lassen.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Cross Cult Verlag




 


 
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