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Valentina: My Funny Valentine

Auch im dritten Band der eleganten Neuauflage ihrer Abenteuer erlebt die ebenso reisefreudige wie freizügige Fotografin allerlei außergewöhnliche Abenteuer.

(C) avant-verlag / Valentina: My Funny Valentine / Zum Vergrößern auf das Bild klickenErzählungen der Neunten Kunst, bei denen die Abbildung anmutiger Frauen im leicht oder gar nicht bekleideten Zustand im Zentrum steht, hatten es auf dem hiesigen Comic-Markt in den vergangenen Jahrzehnten außerordentlich schwer. Das mag weniger an mangelndem Interesse der (hauptsächlich männlichen) Leserschaft gelegen haben, sondern am gestrengen Blick der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, die es sich im Kampf gegen den drohenden Sittenverfalls selbstverständlich nicht nehmen ließ, mit der Macht des Gesetzes in diversen Verlagsstuben einzureiten und die Verantwortlichen zu drangsalieren.


Wie das Existenzen bedrohen kann, kann beispielsweise Achim Schnurrer, Gründer des Alpha Verlags, erzählen – siehe dazu die zwei Bände von "Das war Schwermetall". Das (Comic-)Blatt hat sich aber immerhin gewendet und man wagt sich auf verlegerischer Seite wieder daran, ehemals heiße Kartoffeln anzurühren und in Form mustergültiger Neuauflagen einer neuen Generation von Lesern nahezubringen. So wie das Schreiber & Leser mit "Druuna" von Paolo Eleuteri Serpieri macht, sind auch die Kollegen vom avant-verlag tätig geworden und haben die bekannteste Schöpfung von dessen italienischem Landsmann Guido Crepax mit zwei 2015 ("Valentina") und 2016 ("Valentina Underground") erschienenen Hardcovers bedacht.


"Valentina: My Funny Valentine" ist der dritte Band und enthält weitere, im Original von 1967-1971 erschienene Abenteuer der toughen Fotografin, die ursprünglich als Freundin des Superhelden Neutron gestartet war. "Halt! Ist das überhaupt ein Comic?", wird an einer Stelle gefragt, was den grundlegenden Charakter von Valentina Rossellis Erlebnissen ganz gut einfängt. Wer sich nämlich eine stringente Erzählung erwartet, dürfte enttäuscht werden, zu abgefahren, sprunghaft und im (meistens lustvollen) Moment verhaftet sind die Abenteuer der Dame mit der markanten Frisur nach dem Vorbild des Stummfilmstars Louise Brooks.


Wer allerdings sehen will, wie ein in Schwarzweiß gehaltener Comic trotzdem psychedelisch bunt sein und vor Fantasie sprühen kann, muss zugreifen, nicht nur um mit "Baba Yaga" die Vorlage für den gleichnamigen (und mit dem betont schwachsinnigen deutschen Verleihtitel "Foltergarten der Sinnlichkeit 2" versehenen) Film von 1973 zu lesen. Viele zeitgeschichtliche und popkulturelle Referenzen harren ihrer Entdeckung, allein der Rechercheaufwand für Kleidung, Einrichtungsgegenstände und etliches mehr kommt dem eines Hugo Pratt gleich. Somit eigentlich perfekt passend, dass man dessen berühmteste Figur hier auch auf den ersten Seiten erspähen kann!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: avant-verlag




 


 
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