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Zehn Jahre Splitter Verlag

2016 wird bei Splitter ein rundes Jubiläum gefeiert. Ein passender Anlass, um im Rahmen eines ausführlichen Interviews sowohl einen Blick in die Vergangenheit als auch die Zukunft und generell hinter die Kulissen des Verlags zu werfen.

(C) Splitter Verlag / 10 Jahre Splitter Verlag Logo / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNo Sleep 'til Bielefeld! Da kann man die Sektkorken schon förmlich knallen hören: 2016 feiert der Splitter Verlag sein Zehnjähriges. Seit sich der Verlag erstmals mit zwei Novitäten pro Monat bei der Frankfurter Buchmesse der Öffentlichkeit präsentierte, ist eine Menge hochwertiges Lesefutter auf Freunde der Neunten Kunst losgelassen worden.


Neben frankobelgischem Material, das den Schwerpunkt bildet, sind neben den fantastischen Marvel-Adaptionen von Stephen Kings "Der dunkle Turm" als Graphic Novels mittlerweile auch Produktionen der US-Verlage Radical, Image und BOOM! im Programm vertreten. Fix etabliert hat sich überdies das Splitter-Sublabel Toonfish, bei dem unter anderem die Schlümpfe, Raving Rabbids und Benni Bärenstark ein Zuhause gefunden haben.


Der im vergangenen Sommer veröffentlichte neueste Ableger von "Die Legende der Drachenritter", einem der frühen Titel von Splitter, stellte übrigens den sage und schreibe 1000. Band im Verlagsprogramm dar und erhielt als besonderes Gimmick auch ebendiese Nummerierung. Das war allerdings nur ein kleiner Vorgeschmack auf die aktuellen Feierlichkeiten, denn passend zur ersten Dekade des Bestehens werden zehn (noch geheimgehaltene) Sondereditionen erscheinen, welche den Verlag in besondere Weise repräsentieren.


Vera Kildivatov, beim Splitter Verlag verantwortlich für Presse und Marketing, hat sich tapfer unseren Fragen gestellt und bei einigen Antworten auch ihre nicht minder sympathischen Kollegen Sven Jachmann, Anne Thies, Dirk Schulz sowie mit Dirk Schulz einen der drei Verlagsinhaber (neben Horst Gotta und Delia Wüllner-Schulz) hinzugeholt.


SLAM: Splitter hat sich 2006 auf der Frankfurter Buchmesse erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Wie kam es zur Entscheidung, den Verlag zu gründen, und wann kam die Sache konkret ins Laufen?

Vera Kildivatov: Unser Verlagsleiter, Dirk Schulz, hat seine ersten eigenen Comicbände beim "alten" Splitter Verlag mit Sitz in München veröffentlicht. Als der "alte" Splitter Verlag Konkurs angemeldet hatte, realisierte Dirk mit Horst Gotta und Delia Wüllner-Schulz seinen Traum vom eigenen Comic-Verlag und gründete diesen neu. Zuerst produzierte man zwei Comics im Monat, der Schwerpunkt lag dabei auf Fantasy und Science-Fiction-Comics aus dem französischen Raum. Mittlerweile hat sich der Splitter Verlag über die zehn Jahre zu einem breit gefächerten Themenverlag entwickelt. Und der Splitter-Tradition verpflichtet, versuchen wir eine umfangreiche Leistungsschau des vielfältigen Comic-Spektrums mit Fokus auf Genre-Unterhaltung abzubilden.


SLAM: Die erste Inkarnation des Splitter Verlags war ja nicht gerade unumstritten. Was war der Grund, ausgerechnet diesen Namen zu verwenden?

Vera Kildivatov: Der frühere Splitter Verlag konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf Phantastik-Comics aus dem frankobelgischen Raum. Das Profil stimmte mit den Vorstellungen des neuen Verlags überein, nämlich was die Genres anging und die hochwertige Produktion der Comics. Zudem erschienen hier die ersten Comics von Dirk Schulz. So war es naheliegend, den Namen weiterzuführen. Splitter ist meiner Meinung nach ein Wort mit besonderer metaphorischer Auslegung: Sie können klein oder groß sein, sind auffällig und sehr präsent. (lacht)


(C) Splitter Verlag / Die Legende der Drachenritter 1000 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSLAM: Eure erste Veröffentlichung war ja "Die Legende der Drachenritter", das auch beim alten Splitter Verlag erschienen ist, und den ihr kürzlich mit einem Band 1000 als besonderes Gimmick geadelt habt. Warum gerade dieser Titel?

Vera Kildivatov: Genau genommen waren die ersten Titel "Das verlorene Paradies" und "Die Schiffbrüchigen von Ythaq". Mit diesen ist der Splitter Verlag zum ersten Mal im Oktober 2006 auf der Frankfurter Buchmesse erschienen. Die "Legende der Drachenritter" ist einer unser langlebigsten Fantasy-Bestseller, der uns ebenfalls seit den Anfängen erfolgreich begleitet. Und den Sonderband dieser Mammutserie, die mittlerweile auf 19 Bände angewachsen ist, als "1000. Titel" zum Jubiläum herauszubringen, war ein idealer Anlass.


SLAM: Könnt ihr schon ein bisschen den Schleier lüften, was sich konkret hinter den angekündigten zehn Sondereditionen zum Jubiläum verbergen könnte?

Vera Kildivatov: Im Vordergrund der Jubiläumsaktion stehen viele Überraschungen! Wir wollen die Wünsche und Erwartungen der Splitter-Fans berücksichtigen und diese auch zum gegebenen Zeitpunkt in einer passenden Form, wie zum Beispiel den Sondereditionen, umsetzen. Was schon verraten werden kann: Das Besondere sollte im Fokus sein! Eventuell ein Making of oder ein großes Album mit Kunstdruck zu ausgewählten Künstlern und deren Kunstwerken. Bei der Aktion gehen wir ganz entspannt vor und lassen unserer Fantasie freien Lauf.


SLAM: Wie kann man sich den Weg eines Titels vorstellen, für den ihr euch interessiert, bis er im Verkaufsregal steht?

Vera Kildivatov: Haben wir erst einen Titel ins Visier genommen, erfragen wir die Lizenz bei dem zuständigen Verlag. Nach dem Kauf und dem Erhalt von Roh-und Druckdaten erfolgen wichtige Produktionsschritte: Übersetzung, Lettering, Redaktion, Retusche, Cover-, Logo- und Umschlaggestaltung, Druckauftrag und vieles mehr. Dabei spielt die Zusammenarbeit eine wichtige Rolle, da der Prozess engem Austausch und Absprache bedarf. Im Prinzip geht die Rohdatei durch alle Hände des gesamten Splitter-Teams und landet schließlich als fertiger Comic im Schoß des Lesers. (lacht) Und damit der Comic auch viele Leser erreicht, sind weitere Schritte wie Vermarktung sowie die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, Fach- und Buchhandel unerlässlich.


SLAM: Inwieweit spielt bei gewissen Titeln – abseits natürlich der wirtschaftlichen Überlegungen – der Wunsch mit, auch persönliche Steckenpferde im Programm unterzubringen?

Vera Kildivatov: Bei der Auswahl der Titel sind die Autorenpflege und Ausgewogenheit ausschlaggebend. Aber immer wieder rutscht auch mal ein Wunschkandidat ins Programm, bei dem absehbar ist, dass er sich kaum rentieren wird. Die große Backlist macht solche Querfinanzierungsexperimente möglich. Letztlich bestehen aber 90% des Programms aus Steckenpferden, Titel, die allein aus wirtschaftlichen Gründen ins Programm gefunden haben, bilden die absolute Ausnahme.


SLAM: Gibt oder gab es Titel, die ihr gerne rausbringen wolltet oder würdet, was aber zum Beispiel aufgrund von ungeklärten Lizenzen oder Problemen mit den Rechteinhabern nicht möglich war?

Vera Kildivatov: Ab und an kommt es vor, dass der gewünschte Titel schon vergeben wurde oder die Lizenz sehr hoch ausfällt. Gerade bei fachfremden Verlagen kann es schon mal vorkommen, dass die Vorstellungen über den deutschen Comic-Markt sehr unrealistisch sind. Durch regelmäßige Eigenrecherche und dank des engen Kontakts zu den Lizenzverlagen sind wir aber immer auf dem aktuellen Stand der Comic-Neuheiten und können so weit im Voraus planen.


(C) Splitter Verlag / Der dunkle Turm 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSLAM: Neben dem Dauerbrenner "Der Dunkle Turm" von Marvel und einigen Titeln von Radical finden sind mit "Low", "Descender", "Lazarus" und "Orphan Black" nun auch die US-Verlage Image und BOOM! in eurem Programm. Wie wird dieses US-Material, das ja nicht in eure – sagen wir mal – Kernkompetenz "frankobelgische Stoffe" reinfällt, von den Lesern angenommen?

Vera Kildivatov: Neben "The Last Days of American Crime", "Driver for the Dead" oder "Der Dunkle Turm" haben wir, wie im Vorjahr auch, bereits im aktuellen Katalog 2015/2016 einige amerikanische Titel präsentiert. "Fight Club" und "Descender" stehen momentan an der Spitze und auch der Rest macht eine gute Figur. Im Prinzip lässt es sich anfangs nicht abschätzen, ob die Titel sich zum Bestseller mausern. Im Vergleich zu den amerikanischen Editionen haben unsere Bücher ein größeres Format und erscheinen als Hardcover in einer qualitativ hochwertigen Optik. Insgesamt haben wir dafür viel positives Feedback gerade auch von Neulesern erhalten. Auch in Zukunft wollen wir das US-Segment erweitern, damit jedoch das frankobelgische Hauptsegment nicht darunter leidet, haben wir die monatlichen Neuheiten auf 14, teils 15 Monatsnovitäten erhöht.


SLAM: Ihr habt ja auch die Comic-Adaption von "Die Zwerge" von Markus Heitz angestoßen, deren Auftakt von Yann Krehl und Che Rossié Ende 2013 erschienen ist. Lässt sich schon abschätzen, wann wir mit dem zweiten Band rechnen können?

Vera Kildivatov: Im neuen Katalog ist die Fortsetzung im Juni dabei, passend zum Comicsalon Erlangen. Che zeichnet sich momentan die Finger wund. (lacht)


SLAM: Was sind eure erfolgreichsten Titel bisher und bei welchen hättet ihr euch gerne mehr Resonanz erhofft?

Vera Kildivatov: Da muss man unterscheiden. Manche Titel entwickeln sich zum Backlist-Hit, verkaufen über die Jahre Monat für Monat 50-100 Exemplare und überflügeln auf lange Sicht so manchen Top-Titel. "Alice im Wunderland" oder "Jack the Ripper" sind solche Kandidaten. Die größten Erfolge unter den Neustarts aus 2015 sind "Die alten Knacker", "Fight Club 2", die Leo-SF-Serie "Centaurus", "Oink", "Vergessene Welt", "Ash", "Descender" und die "Sherlock Holmes"-Reihe. Mehr Resonanz wünschen wir uns von jedem Titel, der nicht gut läuft. Die Grenzen nach oben sind immer offen. Dass aber eine so vortrefflich geschriebene Religionssatire wie "Charly 9" hierzulande nur 800 bis 900 Leserinnen und Leser findet, trotz Nominierung in Angoulême, ist sehr schade.


(C) Splitter Verlag / Die Schlümpfe 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSLAM: Euer Funny-Sublabel Toonfish hat mittlerweile auch schon mehr als fünf Jahre auf dem Buckel. Wie fällt da eure Bilanz aus?

Vera Kildivatov: Momentan produzieren wir im Toonfish-Segment jeweils einen Titel pro Monat. Langlebige und sehr erfolgreiche Serien wie "Die Schlümpfe", "Percy Pickwick" oder "Benni Bärenstark" verkaufen sich sehr gut. Der Schlümpfe-Kinofilm und der Schlümpfe-Serienstart auf Disney Channel sind den Verkäufen natürlich zuträglich. Wir hoffen, dass unsere neuen Bände wie "Tin Lizzie", eine zweibändige Miniserie und ein großartiges Comic-Debüt, oder "Happy Parents" von Zep dem in nichts nachstehen.  


SLAM: Welches sind eure Lieblingsserien?

Vera Kildivatov: "Undertaker", "Die alten Knacker", "Sherlock Holmes", "Ekhö", "Im Westen nichts Neues", die "Sherlock Holmes"-Reihe, "Sky Doll".

Sven Jachmann: "Malcolm Max", "Annas Paradies", die "Creepy"-Gesamtausgaben, "Aslak", "Die alten Knacker", "Gefährten der Dämmerung", "Freaks' Squeele", "Garulfo", "Die Bruderschaft der Krabbe", "Descender", "Lazarus", "Die Kinder des Kapitän Grant", "Sherlock Fox", "Low", "Monsieur Mardi Gras", "Orbital", "Thorgal", "Ein Ozean der Liebe".

Anne Thies: "Blau ist eine warme Farbe", "Terra Australis", "Die alten Knacker", "Ekhö", "Sohn der Sonne", "Freaks' Squeele", "Monsieur Mardi Gras", "Sky Doll", die "Sherlock Holmes-Reihe" und "Zombies".


SLAM: Welche Comics, die ihr nicht selbst rausbringt, liegen bei euch auf dem Lesestapel?

Sven Jachmann: Im Prinzip alles, manches muss berufsbedingt gelesen werden, für einen Artikel oder für den Verlag. Momentan habe ich "Locke & Key" noch einmal aufgefrischt. Die Neuauflage der Werke Druillets bei Avant hat mich sehr beeindruckt, ebenso der argentinische SF-Klassiker "Eternauta". "Mister Wonderful" von Daniel Clowes war eine Freude, der "Drawn & Quarterly"-Jubiläumsband lässt sich jederzeit prima querlesen, sehr gefallen haben mir jüngst außerdem "Providence" von Alan Moore, der zweite Band von Kristina Gehrmanns Graphic Novel-Serie "Im Eisland" und die hyperdreckige Serie "Hexe Total" von Simon Hanselmann.

Anne Thies: "Don Quixote", "Rork", "Rachel Rising", "The Walking Dead", "Revival", gerne auch Titel wie "Guardians of the Galaxy", "X-Men" und "The Wake".

Dirk Schulz: Auf meiner Bestenliste stehen "Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit" von Loisel, "Das große Abenteuer" von Manara und "The Walking Dead" von Cross Cult.


SLAM: Da wir ein Musikmagazin sind, ist diese Frage unvermeidlich: Was hört ihr so?

Vera Kildivatov: Indie-Rock, Jazz, Alternative und Folk sind meine Kandidaten für die Ohren! Ein Konzert von JOHNOSSI, der schwedischen Indie- und Alternative Rock-Band, steht als nächstes in Planung. DIKTA, die Indie-Rockband aus Island, finde ich großartig, ANGUS & JULIA STONE ist wunderbar zum Relaxen.

Dirk Schulz: Ich habe da keine Vorliebe für ein bestimmtes Genre. Die US-amerikanische Rockband EELS finde ich zum Beispiel großartig. Ansonsten höre ich querbeet alles, was das Radio hergibt.

Sven Jachmann: Momentan in der Endlosschleife laufen bei mir THE GO!-TEAM, NISSENMONDAI, JULIE RUIN, ARCADE FIRE, Q AND NOT U, FUTURE ISLANDS, DIE GOLDENEN ZITRONEN, ALASKA IN WINTER, DIRTY THREE, WIRE, GANG OF FOUR. OPERATION IVY entdecke ich gerade wieder – und zurzeit natürlich MOTÖRHEAD und DAVID BOWIE.

Anne Thies: Rock, Alternative und Oldies. PEARL JAM ist meine Lieblingsband, aber gerne auch FRANK SINATRA oder JANIS JOPLIN. Und um in den Tag zu starten, höre ich den Soundtrack von "Guardians of the Galaxy".


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



 
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