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ATTAQUE 77 (SLAM-ZINE #7)


Die Punkrockgiganten aus Südamerika „Attaque 77“

haben in Europa einiges aufzuholen. Während sie in ihrer Heimat Argentinien ungefähr das darstellen, was Die TOTEN HOSEN oder DIE ÄRZTE bei uns sind, haben sie erst jetzt im Jahre 2002 mit Wolverine Records einen Partner in Europa gefunden, der das „neue alte“ Album „Caña“ auf den Markt brachte. Für Bands wie Motörhead, Iggy Pop, The Ramones oder The Lurkers war man bereits Opener, auch die Toten Hosen holte man sich schon einmal über den großen Teich. Bassist LUCIANO SCAGLIONE sprach mit SLAM-Zine über die Stationen der Band.

Was gibt’s über die Anfänge der Band zu erzählen?

Alles fing 1987 an, da waren wir ziemlich beeinflusst von den Sex Pistols, den Ramones, den Stiff Little Fingers, Sham 69 und The Clash. Mit der Band fingen wir eigentlich nur an, weil sonst niemand in Argentinien zu der Zeit die Musik spielte, die wir gerne hören wollten. Der Name „Attaque 77“ soll an die Ereignisse um 1977 erinnern, als sich mehrere Kulturformen zusammen –Musik, Dichtung usw.- in der „Punk and New Wave Explosion“ ausdrückten. 1977 ist sozusagen das Jahr, das uns am meisten inspiriert hat. Immerhin haben wir bisher 12 Platten herausgebracht, zudem hören wir viel verschiedene Musik wie zum Beispiel Reggae, Ska, Punkrock und Rock’n’Roll. Attaque 77 ist sozusagen das Resultat davon.

Wie leicht war es eigentlich in den 80er Jahren in Argentinien zu Punkscheiben in den Plattenläden zu kommen?

Es gab einige Läden, die sowas verkauften, aber die Militärregierung (bis 1983, Anm.) wollte eigentlich den Einfluß der englischsprachigen Musik eindämmen, daher gab es Mitte der 80er noch nicht wirklich ein Überangebot an Musik aus dem Ausland zu kaufen. Das entwickelte sich langsam aber doch.

Warum hat es so lang gedauert, bis Ihr Euch nach Europa gewagt habt?

Ich glaube, dass man es immer schwer hat, wenn man als südamerikanische Band nach Europa will. Das hängt, glaub ich, nicht nur mit den Sprachschwierigkeiten zusammen. Wir haben zwar schon bald in Mexiko, Paraguay, Bolivien und anderen lateinamerikanischen Ländern gespielt, waren aber erst 2000 zum ersten Mal in Europa. Nicht einmal BMG, unser Label in Südamerika, hat hier etwas für uns getan. Nur kleine Labels, wie jetzt Wolverine Records, haben uns hier weitergeholfen. Obwohl wir in Argentinien oft vor mehr als 10.000 Leuten spielen und mehrfach Platin und Gold bekommen haben, müssen wir auf dieser Europatour heuer ziemlich viel Geld investieren um auch hier einmal ein paar Platten zu verkaufen. Das ist aber absolute Nebensache für uns, denn wir haben eine Menge Spaß dabei, neue Länder und Leute kennenzulernen. Auch wenn wir keine CDs verkaufen, dann können wir immer noch ein paar Bier oder ein paar Gläschen Weißwein runterleeren. Auch fein!

Gibt’s was Besonderes über die Tour zu erzählen?

Ja, lustig war´s, als wir einmal 3 Stunden von der Polizei durchsucht worden sind, weil die gehofft hatten, irgendwelche Drogen zu finden. War natürlich nichts da. Man muss sich vorstellen: Eine Band aus Argentinien – wobei ich habe einen italienischen Pass, kann aber kein Italienisch – mit einem Auto mit spanischen Nummerntafeln, was für ein seltsamer Haufen das für die wohl war. Wir haben ja auch fast alle italienische Namen, weil wir von Einwanderern aus Italien abstammen, so wie ein Großteil der Argentinier.

Nach 15 Jahren gibt es erst jetzt die erste reguläre Veröffentlichung von euch in Europa. Erzähl mal was über Eure CD „Caña“, die eben auf Wolverine Records erschienen ist.


„Caña“ ist eine Compilation CD mit Songs aus allen 15 Jahren der Bandgeschichte. Ich glaube sie gibt einen sehr guten Überblick über das Geschaffene bisher. „Caña“ ist auf Spanisch ein Kraftausdruck, der soviel bedeutet wie „weiter geht’s!“ oder so ähnlich.

Für uns Europäer ist es vielfach verwunderlich, dass man mit Punkrock großen Erfolg in Ländern wie Argentinien haben kann. Wie ist das mit Eurem Erfolg in Lateinamerika?

Sicher, wir sind die bekannteste Punkrockband aus Lateinamerika, aber so einfach war das am Anfang auch nicht. In Brasilien – das ist ja ein gigantisches Land im Vergleich zu Argentinien – war´s anfangs auch nicht so leicht, sicher war die Sprache dort – Portugiesisch - mit ein Grund. Aber mit jedem Konzert erreichten wir mehr Publikum. In Mexiko ist man ja fast schon seltsam, wenn man dort Spanisch singt. Die befinden sich gleich neben den USA und sind viele Bands von dort gewöhnt. Viele einheimische Bands dort singen in Englisch, weil das ist ja so international, vergessen aber ihre Wurzeln. Auch bei der Sprache.

Wie geht’s jetzt weiter auf der Tour?

Anschließend spielen wir zum ersten Mal in Italien, danach fliegen wir zurück nach Lateinamerika und touren dort mal längere Zeit durch Länder wie Costa Rica, Panama, Peru usw. Ihr werdet es nicht glauben, aber auch dort gibt es inzwischen eine anständige Punkszene und es ist was ganz Besonderes, wenn du auf die Bühne kommst, du machst „schrumm!“ und alles tobt! In Europa wird bis dahin noch hart gearbeitet!

www.infostar.com.ar/tritonproducciones
www.wolverine-records.de
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