Wir befinden uns im Jahr 2226. Die Europäische Union präsentiert voll Stolz die Alpha-Base. Sie soll in acht Wochen den sogenannten "Sprung durch den Sektor" antreten. Ihr Ziel ist es, in einem fremden Sternensystem eine Kolonie Europas zu installieren. Eine überaus pathetische und in jederlei Hinsicht übertriebene Ansprache bei der Pressekonferenz dämpft bereits schon zu Beginn im Hörer das Vergnügen weiterzuhören. Interessant ist, dass sich unter den anwesenden Journalisten ein einziger ständig zu Wort meldet und für den Vortragenden eher lästige Fragen stellt. Ein neuerlicher Umstand, welcher der Geschichte einen eher gedämpften Eindruck verleiht.
Ebenso ist es um die Besatzungsmannschaft beschaffen, deren Captain, gendergemäß, eine Frau namens Nicole Schwing ist und mit einer unwirklichen Routine, begleitet mit einer seelenlosen roboterhaften Kälte, auftritt. Ein Fähnrich, der, obwohl Mensch, an die Science Fiction-Serie "Star Trek: The Next Generation" erinnert, ebenso wie die Nebenperson einer gewissen Carmen, welche die Gefühle der Menschen fühlt und beeinflussen kann. Man merkt bereits schon bei diesen kleinen Erwähnungen, wie stark die Umsetzung der Geschichte eher an "Star Trek" erinnert als an eine eigenständige Serie. Wenig überraschend ist es dann, dass man für diese Produktion sogar die deutschen Synchronsprecher der TV-Serie "Star Trek: Raumschiff Voyager" eingestellt hat.
Die anderen Pioniere der Weltraumfahrt wie etwa Russland finden keine wirkliche Erwähnung, lediglich Nordamerika im Umfang eines Satzes im letzten Drittel der Geschichte. Jedoch nicht nur "Star Trek" findet sich in einer Ummodellierung wieder. Auch das Konzept von "Alien" drängt sich dem Hörer verdächtig stark auf: Nämlich bei der Umsetzung des außerirdischen Wesens, das den Menschen als Wirt gebraucht, überaus schnell heranreift und dann aus ihm schlüpft. Überhaupt scheint es in der anfänglichen Ansprache mehr um die Entdeckung außerirdischen Lebens zu gehen als um die ständig erwähnten wissenschaftlichen Missionen. Der überaus platte Namen des Schiffes für diese Missionen lautet originellerweise "Darwin Explorer".
Die Frage, die man sich stellt ist jene, ob die Konferenz mit den Journalisten auf der Erde, innerhalb der noch nicht ganz fertiggestellten "Alpha Base", oder auf der "Alpha Base", die sich bereits im All befindet, erfolgt. Warum wird während der Einweihung und der Ansprache an die Journalisten, die sich in der Raumstation befinden, ein "Warp" gemacht? Zwei Männer, die an der Außenhaut gearbeitet haben und plötzlich tot sind, werden mit Schäden an den "Turbinen" in Verbindung gebracht, obwohl ein sogenannter originell und ominös klingender "Sprung durch den Sprungknoten" stattgefunden hat, während sie draußen hangen. Warum spricht ständig der Koch mit der Brücke und klärt andauernd die Besatzungscrew auf? Weshalb wird der Tod eines Besatzungsmitgliedes derart melodramatisch dargestellt, wenn zu diesem Zeitpunkt bereits eine beträchtliche Anzahl von Passagieren tot ist? Diese und viele weitere Fragen taten sich während des Hörens auf, die hier nicht alle Erwähnung finden sollen, da sie den Rahmen dieser Rezension zu sprengen drohen.
Gelungen jedoch sind die Soundeffekte im Hintergrund, ein luftiges Rauschen à la "Star Trek" hier, ein Zischen der vollautomatischen Schiebetür da. Im Allgemeinen merkt man, dass man sich, die Musik betreffend, Mühe gegeben hat, dennoch kann sie die Qualität des Hörbuches nicht wirklich retten. Leider ist es eher so beschaffen, dass sie alternierend sogar eher zu einem angepassten Teil des Ganzen wird, indem sie sich übertrieben pathetisch und melodramatisch äußert.
Fazit: Die Handlung wurde insgesamt unspektakulär umgesetzt. Es werden zu viele Fragen aufgeworfen, die den Hörer allein und verwirrt in der Finsternis zurücklassen. Vor allem aber ist die Geschichte nicht nur nicht originell, sie wirkt ebenso auch zu sehr an bereits zur Genüge bestehenden Umsetzungen des Genres angelehnt.





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