2024 ließ DC nach 14 Jahren Funkstille seinen Imprint „Elseworlds“, in dem seit 1989 zahlreiche Storys über bekannte Charaktere in anderen Realitäten erschienen waren, wiederaufleben. In der Zwischenzeit hörte die Produktion von Material, das alternative Versionen der verschiedenen Helden präsentierte, natürlich nicht auf, sondern wurde sozusagen lediglich anders etikettiert. Das geschah vor allem mit der 2018 gegründeten Verlagsschiene „DC Black Label“, das mit „Batman: Damned“ startete, und zuvor mit der 2012 formierten Reihe „Earth One“. Einer der ersten Titel, mit dessen Finale das Projekt 2021 dann auch formal beendet wurde, war „Batman: Earth One“.
Der Auftakt der Trilogie führt uns in ein Gotham, das nicht weniger grimmig ausfällt als jenes der DC-Hauptrealität, aber an mehreren kleinen Schrauben dreht, was die Rolle zentraler Charaktere angeht. Der hier präsentierte Bruce Wayne ist besessen davon, den Mörder seiner Eltern zu finden und macht als frischgebackener Vigilant im Fledermauskostüm noch zahlreiche Fehler, die ihn selbst bald das Leben kosten könnten – so sieht es zumindest Alfred Pennyworth, der weniger als eloquenter Diener und vielmehr als besorgter Berater mit betont militärischem Background auftritt. Von Detektivarbeit, wie sie Batman sonst prägt, ist dabei wenig zu spüren, vielmehr geht es um den Durst nach Gerechtigkeit: Wer hat Thomas Wayne, der mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Bürgermeister gewählt worden wäre, auf dem Gewissen?
Die Spur führt ins Umfeld von Bürgermeister Cobblepot, welcher die Fäden zieht und eine völlig korrupte Polizei hinter sich weiß. In diesem Geflecht von Abhängigkeiten gefangen ist auch Jim Gordon, der die Neugier des frisch zum Team hinzugestoßenen Harvey Bullock gar nicht gerne sieht. Als der einstige Star einer TV-Cop-Realityshow ausgerechnet den Fall des Ehepaars Wayne genauer unter die Lupe nehmen will, muss sich Gordon entscheiden, ob er seinem Partner wider Willen vertrauen soll (und darf) in einer Stadt, die ihn völlig desillusioniert hat. Geoff Johns liefert mit dem ersten Teil eine gelungene Interpretation des Bat-Mythos, Gary Frank kleidet sie wie gewohnt in fantastisches Artwork. Nicht geringgeschätzt werden darf auch der Anteil von Tuscher Jonathan Sibal und Farbenprofi Brad Anderson am atmosphärisch dichten Setting.





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