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Batman – Die Chroniken des Dunklen Ritters 17

Kleine Zeitreise in die Jahre 1970/71 gefällig?
Batman - Die Chroniken des Dunklen Ritters 17
© Hachette

Scheinbar kommt keine Sammelreihe, die sich dem Dunklen Ritter widmet, ohne Neal Adams (1941-2022) aus. Völlig zurecht, denn der legendäre Zeichner sorgte vor allem im Verbund mit Dennis O’Neil für eine Neuinterpretation, die von der durch die kultige 1960er Fernsehserie beeinflussten, leichtfüßigeren Atmosphäre abrückte und die düsteren Anfänge des Charakters wieder verstärkt betonte. Während die (nicht zu Ende geführte) Kollektion von Eaglemoss dem innovativen Wirken Adams’ im Zeichen der Fledermaus gar drei Bände widmete, beschränkt sich Hachette auf eine Ausgabe, die sich hinsichtlich der Auswahl des Materials auf die frühesten Bat-Arbeiten des Künstlers konzentriert und schon aufgrund des Umfangs staunen lässt – schließlich liegen zwischen „The Brave and the Bold“ 86 (Coverdatum November 1969) und „Detective Comics“ 410 (April 1971) nur rund eineinhalb Jahre.


Los geht es mit zwei Storys, die sich den Themen Tod und Unsterblichkeit widmen: Während „You Can’t Hide From A Deadman!“ ein erneutes Aufeinandertreffen von Batman und Deadman schildert, in dem Boston Brands Geist sein Gegenüber zuerst um die Ecke bringen will, crasht der Dunkle Ritter in „The Secret of the Waiting Graves“ das bizarre Fest eines Ehepaars, das schon länger unter den Lebenden weilt als es die Natur eigentlich vorgesehen hat (wobei der Familienname Muerto keinen Kreativitätspreis gewinnen dürfte). Nach einer weihnachtlichen Backup-Story und dem Fall rund um ein geraubtes Gemälde folgt ein über drei Ausgaben (400, 402 und 407) von „Detective Comics“ erzähltes Highlight, in dem Kirk Langstrom zu Man-Bat und damit einem der ikonischsten Gegner der Schurkengalerie des Mitternachtsdetektivs wird. Nicht zuletzt die „Demaskierung“ der Braut vor dem Traualtar ist ganz große Kunst.


Von Adams’ unverkennbarem Stil, der ebenso von Dynamik wie Detailverliebtheit geprägt ist, profitieren außerdem die Kapitel rund um von Sabotage geplagten Filmdreh über ein deutsches Fliegerass des Ersten Weltkrieges (aus „’tec“ 404), eine von Cain („House of Mystery“) erzählte Geistergeschichte („The Brave and the Bold“ 93), das Verschwinden Robins in einem unheimlichen Haus („’tec“ 408) und schließlich die Jagd nach einem flüchtigen Verbrecher, die sich zum „Whodunit“-Szenario auswächst. Zum vollkommenen (und nur minimal von generell ganz seltenen Patzern im Lektorat getrübten) Glück hätte eigentlich nur Ra’s al Ghul gefehlt, aber damit wäre wohl der Umfang des Bands gesprengt worden. Eine nette Covergalerie war dann aber erfreulicherweise doch noch drin!
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Hachette

Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.der-dunkle-ritter.de.
 

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