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Batman – Die Chroniken des Dunklen Ritters 21

Vorhang auf für eine Weihnachtsgeschichte der anderen Art.
Batman - Die Chroniken des Dunklen Ritters 21
© Hachette

Mit „A Christmas Carol“, erstmals (passenderweise) im Dezember 1843 veröffentlicht, schuf Charles Dickens einen literarischen Evergreen, der nicht zuletzt auch durch unzählige Adaptionen für verschiedenste Medien weit über den angloamerikanischen Raum hinaus bekannt ist. Zu den sicherlich ungewöhnlichsten Bearbeitungen des Stoffs dürfte wohl „Batman: Noël“ aus der Feder von Lee Bermejo zählen. Seine 2011 erschienene Graphic Novel versetzt den Klassiker nämlich auf geschickte Art und Weise nach Gotham City mit dem Dunklen Ritter in der Rolle von Ebenezer Scrooge. Und das funktioniert erstaunlich gut, denn abgesehen davon, dass es sich bei Batman natürlich nicht um einen Menschen handelt, der andere mit Vorsatz schlecht behandelt, finden sich sehr viele Parallelen.


Diese werden von Bermejo ebenso famos herausgearbeitet wie die Figurenkonstellationen, in der sich die Begegnungen mit den Geistern der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ereignen, ganz zu schweigen natürlich von dem ungemein plastischen Artwork, das aus jedem Panel ein kleines Gemälde macht. So wie Dickens’ Scrooge in anderen Menschen vorrangig Nutznießer und Taugenichtse sieht, erscheinen Batman jene, die bereit sind, die Grenze des Legalen zu übertreten, offenbar hauptsächlich als Bauern, die geopfert werden können, um den gegnerischen König matt zu setzen – in diesem Fall eben den Joker, an den er über einen Kleinkriminellen, welcher den Job als dessen Geldbote in den Sand setzt, herankommen will.


Diese Weihnachtsgeschichte im Fledermausumhang funktioniert nicht zuletzt auch dadurch, dass die Handlung rund um den gleichermaßen vom eigenen Fanatismus als auch einer hartnäckigen Lungenentzündung geplagten Mitternachtsdetektiv von der Schilderung eines erst am Schluss enthüllten Erzählers kontrastiert wird, was sowohl die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Dickens’ Original als auch Bermejos Version noch besser zur Geltung kommen lässt. Abgerundet mit interessanten Einblicken des Künstlers in den Entstehungsprozess hat sich „Batman: Noël“ seinen Platz in der Hachette-Sammlung also redlich verdient und gewinnt dem Original von 1843 auf clevere Weise neue, wunderschön gezeichnete Seiten ab.
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Hachette

Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.der-dunkle-ritter.de.
 

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