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Batman – Die Chroniken des Dunklen Ritters 26

Endlich bekommt Batman die Geheimorganisation Black Glove zu fassen – oder eher umgekehrt?
Batman - Die Chroniken des Dunklen Ritters 26
© Hachette

Eines der zentralen Handlungselemente in der frühen Phase von Grant Morrisons Bat-Autorenschaft war Black Glove, jenes lange nicht greifbare Mysterium in den Schatten, das im Rahmen der entsprechend „The Black Glove“ betitelten Storyline (ab „Batman“ 667) mit einem „Whodunit“ auf einer abgelegenen Insel erstmals Erwähnung fand und den Dunklen Ritter offenkundig zerstören wollte. Gleichzeitig tauchte in der Folgezeit immer wieder der Schriftzug „Zur En Arrh“ als Graffiti an diversen Wänden auf, wobei dessen Bedeutung im Rahmen des Events „Batman R.I.P.“ (2008) schließlich aufgelöst wurde: Ebenso wie beim (nun erneut auftretenden) Internationalen Club der Helden hatte Morrison hier eine Story aus dem seligen „Silver Age“ genutzt und geschickt in sein Fledermaus-Puzzle eingebaut.


Als Black Glove, angeführt von Doktor Hurt, Batmans Höhle und vor allem seinen Geist attackiert, erweist sich Zur En Arrh als eine Backup-Identität im Fall eines psychischen Angriffs. Diese Persönlichkeit, bei der es sich im Grunde genommen um Batman ohne sein bürgerliches Alias handelt, wird nun aktiviert und macht sich daran, den Gegner, der Nightwing überwältigt und Robin dem prominent involvierten Joker quasi auf dem Silbertablett servieren will, seinerseits in die Mangel zu nehmen und Bruce Waynes Freundin Jezebel Jet zu befreien. Kenner von Jean Marc DeMatteis’ Meisterstück „Kraven’s Last Hunt“ dürften dabei ein ordentliches Déjà-vu erleben, denn auch der Dunkle Ritter wird lebendig begraben und sieht dabei – trotz aller Dramatik und Wahnsinn – dank dem souveränen Strich von Tony S. Daniel sehr gut aus.


Mit dem Finale in „Batman“ 681 ist im vorliegenden Band aber noch nicht Schluss, denn es folgen noch die beiden nächsten Hefte, in denen Morrison jede Menge zentraler Elemente von Batmans jahrzehntelanger Historie sozusagen in den Mixer wirft, bis analog zu Batmans durch ein gnadenloses Experiment geschwächter Psyche die Grenze zwischen Realität, Traum und Fiktion immer mehr verschwimmt. So wie auch die vorangegangenen Kapitel ist auch dieser Zweiteiler keine einfache Kost, die man so nebenbei lesen kann, sondern erfordert die volle Aufmerksamkeit. Dass sich der Einfluss einer Story immer auch dadurch messen lässt, ob sie von nachfolgenden Kreativen aufgegriffen wird, beweist jedenfalls die Tatsache, dass Chip Zdarsky gleich zu Beginn seiner „Regentschaft“ in Gotham City 2022 den Batman von Zur En Arrh ein Comeback feiern ließ.
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Hachette

Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.der-dunkle-ritter.de.
 

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