Wohl keine andere Origin eines Superhelden wurde über die Jahr(zehnt)e öfter erzählt als jene von Batman. Abgesehen von kleineren Änderungen oder Freiheiten, die sich die für DC tätigen Kreativgeister nahmen, hat sie immer noch Bestand und nicht zuletzt das Bild vom jungen Bruce Wayne, der seine nach einem Kinobesuch ermordeten Eltern betrauert, ist tief in der Popkultur verankert. Auch über die frühen Tage in der Karriere als Vigilant, der die Unterwelt von Gotham City das Fürchten lehrt, ist einiges an Lektüre erschienen, wenn wir etwa an „Batman: Year One“ von Frank Miller und David Mazzucchelli oder in jüngerer Vergangenheit „Year Zero“ von Scott Snyder und Greg Capullo denken. Den Fans ebenfalls geläufig sein dürfte die langjährige „Lehre“ bei diversen Meistern ihres Fachs, die Bruce Wayne auf der ganzen Welt absolvierte, um sich auf seinen Kreuzzug für Gerechtigkeit vorzubereiten.
Interessanterweise wurden immer wieder einzelne Trainingsstationen des angehenden Dunklen Ritters erwähnt und mehr oder weniger ausführlich behandelt, eine Story, die erinnerlich aber den ganzen Lernprozess des Jungmilliardärs darstellte, fehlte aber im Grunde. Diese Lücke füllte 2022 die Maxiserie „The Knight“, welche Hachette im vorliegenden Band in einem Rutsch präsentiert und somit seiner Sammelreihe nach „The Long Halloween“ den nächsten extradicken Eintrag beschert. „Value for money“ ist hier aber nicht nur das Stichwort in Sachen Seitenanzahl, sondern auch bezüglich der Qualität der Erzählung. Autor Chip Zdarsky präsentiert uns einen von seinem kindlichen Trauma getriebenen Bruce Wayne, dessen Entscheidung zwischen Rache und Gerechtigkeit zunächst noch nicht in Stein gemeißelt scheint und der in vielerlei Hinsicht noch sehr emotional und weit entfernt von späterer Perfektion agiert.
Das Artwork von Carmine Di Giandomenico vermag sowohl Wissensdurst und Lerneifer als auch die Besessenheit des selbsternannten Streiters gegen das Verbrechen, der Schicht um Schicht eine Rüstung rund um seine verwundete Seele aufbaut, hervorragend herauszuarbeiten. Wer einen der maßgeblichen Nebencharaktere der „Rebirth“-Ära aus den damaligen monatlichen Kerntiteln der „Bat Family“ kennt, wird hier wohl auch schnell erkennen, um wen es sich bei jenem Mitschüler handelt, der im Gegensatz zu Bruce Wayne zu drastischen Maßnahmen im Kampf gegen die Unterwelt greift und vom Freund zum Kontrahenten wird. All das macht mitsamt dem sehr gut eingewobenen Auftauchen bereits bekannter Lehrmeister aus dem Batman-Kanon diese Story zu einem heißen Anwärter auf den Posten als definitive Erzählung der eigentlichen Entstehung des Dunklen Ritters.





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