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Batman – Die Gegners des Dunklen Ritters 1

Ein Band der Gegensätze: Wir erleben einen Riddler, der sich selbst zum größten Rätsel macht, und einen Riddler, der sich selbst an der Lösung eines Rätsels versucht.
Batman - Die Gegner des Dunklen Ritters 1
© Hachette

Nachdem Hachette bei seiner zweiten Marvel-Sammelreihe für alle Abonnenten der Premium-Variante verschiedenen Superschurken gewidmete Sonderbände veröffentlicht hat, wird das auch bei der aktuell laufenden Fledermaus-Kollektion so gehandhabt. Ein Blick auf die Covers lässt fachkundige Fans bereits erahnen, dass man sich an der vor einigen Jahren erschienenen Reihe der „One Bad Day“-Oneshots zu prominenten Charakteren der „rogue gallery“ des Mitternachtsdetektivs orientiert, da hier das von niemand Geringerem als Brian Bolland für die Gesamtedition gestaltete Artwork verwendet wird.


Dies ist alles andere als Zufall, schließlich zeichnete der Engländer im wahrsten Sinne des Wortes zusammen mit Alan Moore für „Batman: The Killing Joke“ verantwortlich, auf dessen vom Clownprinz des Verbrechens sinngemäß getätigter Aussage, dass ein schlechter Tag ein ganzes Leben versauen kann, die Prämisse des von verschiedenen Kreativteams umgesetzten Projekts basiert. „One Bad Day: Riddler“, mit dem der vorliegende Band startet, referenziert dann auch direkt besagten Klassiker. Mit Autor Tom King und Zeichner Mitch Gerads konfrontiert ein preisgekröntes Duo die Leserschaft und Batman gleichermaßen mit einer einfachen aber tödlichen Frage.


Warum erschießt der Riddler einen Familienvater, zu dem er absolut keine Verbindung hat, und wieso verzichtet er auf seine üblichen, perfiden Rätsel? Bis er diese harte Nuss für die grauen Zellen selbst knackt, liefert eine neue Version seiner Origin einen Blick auf das Leben des jungen Edward. Der Teenager, der hier den Nachnamen Tierney trägt, ist ein Genie in der Schule, schafft es aber nicht, bei Prüfungen die von einem seiner Lehrer gestellten Rätsel zu lösen – was fatale Folgen für den brillanten Geist hat. Wie erwartet liefert King ein spannendes Psychogramm eines der faszinierendsten Bat-Schurken, das lediglich gegen Schluss hin den erzählerischen Bogen etwas überspannt (denn dass das GCPD einem Mörder quasi freie Hand lässt, ist selbst im weitgefassten Horizont einer Superhelden-Story unglaubwürdig).


Den Löwenanteil der Ausgabe bestreitet im Anschluss „Riddler: Year One“, das interessanterweise mit Paul Dano der Darsteller des Charakters in „The Batman“ verfasst hat. Der Sechsteiler, der entsprechende Verbindungen zu Matt Reeves’ Kinofilm von 2022 aufweist, präsentiert uns eine anders gelagerte Version des Mannes mit dem Fragezeichen. Hier erleben wir ihn als Edward Nashton, einem unscheinbaren Finanzsachverständigen, der in die höchsten Kreise von Gotham City führender Geldwäsche auf die Schliche kommt und dabei selbst in die Rolle desjenigen schlüpft, der ein Rätsel mit vielen Irrungen und Wirrungen aufzuklären versucht.


Gleichzeitig macht sich an anderer Stelle Batman ans Werk, um dem Verbrechen in der Stadt entgegenzutreten. Er könnte ein Verbündeter für Edward sein, der bei seinen Nachforschungen zusehends radikale Lösungsansätze für den Kampf gegen die Korruption entwickelt. Nicht zuletzt die Rückblicke auf ein Leben voller Rückschläge und Demütigungen, die Dano in seine Geschichte einfließen lässt und besonders im fünften Kapitel zu einem Abdriften in den Wahnsinn verdichtet, machen „Riddler: Year One“ passenderweise zum ganz großen Kino. Wesentlichen Anteil daran hat Künstler Stevan Subic, dessen Zeichenstil sich ganz grob als Crossover von Andrea Sorrentino und Ben Templesmith bezeichnen ließe. Unterm Strich serviert Hachette somit zwei verschiedene Versionen des Riddlers, die jede für sich bestens zu unterhalten wissen.
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Hachette

Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.der-dunkle-ritter.de.
 

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artikel closer s147 rc45© SLAM Media

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