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Blades of Time

Ayumi hat ihre Schwerter geschliffen, ist in ihre spärliche Garderobe geschlüpft und metzelt sich Schätze suchend durch eine generische Welt. Ist das jetzt wirklich so schlimm, wie man vermuten möchte?

(C) Gaijin Entertainment/Konami / Blades of Time / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAyumi ist für Hack and slash Fans keine Unbekannte, zumindest für hartgesottene, denn die Schönheit mit einer Vorliebe für übergroße Klingen aller Art hat schon im indirekten Vorgänger "X-Blades" von 2008 ihre Spuren in der Videospielgeschichte hinterlassen. Leider war ihr Debüt kein besonders geglücktes Projekt. Das russische Entwicklerstudio Gaijin Entertainment, nicht zu verwechseln mit Gaijin Games, die ihrerseits für die mehrfach ausgezeichnete "Bit. Trip Saga" verantwortlich sind, hat natürlich für die nächste Schatzsuche einen gehörigen Qualitätsschub versprochen.


Soba(C) Gaijin Entertainment/Konami / Blades of Time / Zum Vergrößern auf das Bild klickenld das Abenteuer startet, etabliert das ansehliche Intro die generische Geschichte. Ayumi gelangt durch ein mysteriöses Portal in eine parallele Dimension, die Drachenlande. Immer auf der Suche nach Schätzen, durchstreift man diverse Vegetationszonen, von Dschungel über Wüsten und Ruinen hält das Spiel alle typischen Settings bereit, die von diversen angriffslustigen Kreaturen und Metallwesen bewohnt werden. Soweit, so unüberraschend. Grafisch hat sich Gaijin Entertainment mit "Blades of Time" vom Cel-Shading-Look verabschiedet und Ayumi in realistische Texturen gesteckt. Obwohl das Spiel keine technische Offenbarung ist, saugt die Präsentation ordentlich an den Ressourcen der heimischen Konsole. Immer wieder kommt es zu Einbrüchen der Framerate oder gar zum gefürchteten Einfrieren der Hardware. Das ist überaus ärgerlich und hätte der Qualitätssicherung auffallen müssen. Der neue grafische Look bewegt sich zu allem Überfluss trotz leichtem Cartoon-Touch gefährlich nahe am Uncanny Valley der Wahrnehmung.


(C) Gaijin Entertainment/Konami / Blades of Time / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAn sich präsentiert sich die wohlproportionierte Protagonistin weiterhin leicht bekleidet und jung, stets mit einem frechen Spruch auf den Lippen metzelt es sich schließlich unbeschwingter durch die großen Gegnerhorden. Der dezente Sprachfehler der Synchronsprecherin verleiht Ayumi eine charmante Seite, viel mehr als die englische Sprachausgabe vermag. "Blades of Time" ist aber definitiv kein Videospiel mit großem künstlerischen Anspruch, sondern will vielmehr actionlastige Unterhaltung bieten, was über große Strecken auch gelingt.


Nur wenige Tastenkombinationen lassen Ayumi mit ihren Schwertern wild durch die Lüfte wirbeln, womit es den fiesen Kreaturen gehörig schwer fällt, der Schatzsucherin an die Wäschefetzen zu gehen. Ein mysteriöser Wächter gesellt sich schon zu Beginn an Ayumis Seite und bringt ihr weitere Kombinationen bei. Mit ansehnlichen Effekten macht man zum Beispiel Gegnerhorden ordentlich Feuer unterm Hintern oder friert sie vorübergehend ein. Die Steuerung stellt sich anfangs gegen den Spielfluss und bedarf einiger Einarbeitungszeit. Vor allem Fernattacken mit der Schusswaffe gestalten sich, dank der ungewöhnlichen Tastenbelegung, frustrierend. Sobald sich Ayumi aber mit ihren Kräften von Gegner zu Gegner durch die Lüfte katapultiert, hat man sich mit der Steuerung weitestgehend angefreundet und dem Gemetzel sollte nichts mehr im Wege stehen. Als netten Clou hat sich Gaijin Entertainment das "Time Rewind"-Feature ausgedacht, das dem Spiel eine erfrischende taktische Komponente verleiht. Hier kann per Tastendruck die Zeit zurückgedreht werden. Eine oder mehrere Replikas von Ayumi werden erzeugt, die ihre letzten Aktionen als Abbild wiederholen. Diese Mechanik wird sukzessive in den Spielverlauf eingebaut und ist sowohl im Kampf gegen mächtige Gegner als auch beim Lösen diverser Schalter-Puzzles notwendig.


(C) Gaijin Entertainment/Konami / Blades of Time / Zum Vergrößern auf das Bild klickenVor allem Spieler des Überraschungshits "Braid" von Jonathan Blow dürften sich mit diesem Um-die-Ecke-denken-Feature schnell zurechtfinden, wobei für die diversen Schalterrätsel in `Blades of Time` ein gutes Gefühl für Timing sicher hilfreich ist. So kämpft man sich durch die Drachenlande, die Kompassnadel zum nächsten Stück Reichtum immer im Auge und auf der Suche nach dem zu Beginn verschollenen Gefährten sowie dem Ausgang aus dieser Dimension. Immer wieder stellen sich Endgegner in Ayumis Weg, die durchaus mit interessanten Designs und Verhaltensmustern aufwarten.


Fazit: Hat man das billig wirkende Cover verarbeitet, sich an die gewöhnungsbedürftige Steuerung und die generische, lineare Welt gewöhnt, kann man mit den Abenteuern von Ayumi durchaus einige nette Stunden verbringen. Hätten die Entwickler etwas mehr Zeit in die technische Optimierung und die Feinpolitur einiger Mechaniken gesteckt, hätte "Blades of Time" dank dem Rewind-Feature durchaus eine kleine, wenn auch unaufregende Überraschung werden können. So geht das Spiel leider in der Masse derzeitiger Titel unter.



# # #  Andreas Himmetzberger  # # #



Grafik: 6,5/10
Sound: 6/10
Steuerung: 5/10
Spielspaß: 6/10
Gesamt: 6/10


Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3
Entwickler: Gaijin Entertainment
Publisher: Konami





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