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Comic-Review: 100% Marvel 53 (Panini)

Irgendetwas läuft mächtig schief im Dunwich Sanatorium, dessen neuester Insasse Wolverine höchstpersönlich ist.

(C) Panini Comics / 100% Marvel 53 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn Band 50 von "100% Marvel", in dem sich unser aller Lieblingsmutant mit den Dämonen seiner Vergangenheit auseinandersetzen musste, fanden sich die ersten fünf Ausgaben der 2009 in den USA gestarteten Serie "Wolverine: Weapon X". Jetzt bekommen wir eine neue Dosis geliefert, die erneut aus der Feder von Jason Aaron stammt und mit einem stimmigen Titelbild von Adam Kubert aufwarten kann. Im titelgebenden Vierteiler "Geistesgestört" (im Original "Insane In The Brain") finden wir Wolvie in einer Anstalt für Geisteskranke wieder. Nach einem Tipp seiner neuen Bekannten, der Reporterin Melita Garner, wonach drei Serienkiller sich in ein und demselben Obdachlosenasyl aufgehalten hätten, sah er sich um und lief prompt Dr. Rottwell und seinen Schergen in die Arme. Flugs ins Dunwich Sanatorium verfrachtet, versucht der wahnsinnige Möchtegern-Mediziner nun mit extremen Mitteln, aus Logan schlau zu werden. Der erweist sich jedoch als harte Nuss, die auch provozierte Alpträume und Misshandlungen durch das nicht minder irre Personal nicht zu brechen vermögen. Mit bruchteilhaften Erinnerungen und ohne das Wissen um seine Krallen droht große Gefahr, denn Dr. Rottwell schleift bereits die OP-Messer…


Die zehnte Nummer von "Wolverine: Weapon X", die den Band abschließt, dreht sich ganz um die Liebe. Wer sich mit der Biographie unseres haarigen Protagonisten näher auseinandergesetzt hat, weiß eine Beziehung mit ihm die Lebensspanne der jeweiligen Partnerin ordentlich verkürzen kann. Soll heißen: Wolverine hat schon einige Frauen, die er geliebt hat, zu Grabe getragen – angefangen bei seiner ersten Liebe Mariko. Bittere Erfahrungen haben Logan abgehärtet und ihn gelehrt, sich nicht blindlings in Beziehungen zu stürzen. So berichtet er Melita, die ihn näher kennenlernen will, von diversen emotional wenig tiefgehenden Bettgeschichten mit Amazonen oder gar Außerirdischen – hinsichtlich seiner Mutantenkollegin Domino gibt aktuell übrigens auch "X-Force: Sex & Violence" Auskunft. Spätestens als er ein normalerweise verlockendes Angebot für eine Nummer ablehnt, wird ihm bewusst dass er jetzt eine Freundin hat. Und somit eine Freundin, die schnell das Ziel seiner Feinde werden könnte.


Mit "Geistesgestört" beweist Jason Aaron einmal mehr dass er momentan einer der vielversprechendsten Autoren beim "House of Ideas" ist. Seine Variation der altbekannten Auseinandersetzung mit Wolverines tierischen, mörderischen Instinkten ist starker, aber ziemlich cooler Tobak. Jede Menge Irrsinn und verrückter Einfälle entladen sich über der Hauptfigur und dem Leser, Dr. Rottwell wütet mit kranken Ansichten und expliziter Gewalt. Die Unterdrückung aus "Einer flog über das Kuckucksnest" trifft hier auf Marvels unbarmherzigen Killer, von Yanick Paquette zeichnerisch eindringlich umgesetzt und dank der hervorragenden Tuschearbeit von Michael Lacombe sehr stimmig. Das Artwork von "Wolverine und die Liebe" überzeugt ebenfalls, diesmal mit ungewöhnlicher Farbgebung und teilweise mit im groben Offset-Stil gehaltenen Hintergründen. Auch bezüglich der Story kann der Abschluss des Bandes überzeugen, rückt er doch einen ansonsten eher stiefmütterlichen Aspekt der Marvel-Charaktere in den Vordergrund und Wolvie damit ein Stück weiter in Richtung der realen Welt.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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