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Comic-Review: Der dunkle Turm 1 (Splitter)

Roland, der Revolvermann, ist zurück. Stephen Kings siebenbändiges Opus magnum erfährt in einer prachtvollen Edition eine Fortsetzung in Comicform.

der_dunkle_turm_1 (c) Splitter / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm." Es ist klar, dass diese Rezension mit dem ersten Satz aus Band 1 (und gleichzeitig dem letzten aus dem Abschlussband) des Horror-Großmeisters beginnen musste. An die 30 Jahre benötigte er für den gesamten Zyklus, nachdem der erste Fortsetzungsroman im Herbst 1978 im US-"Magazine of Fantasy and Science Fiction" erschienen war. Im Frühjahr und Winter 2004 kamen die beiden letzten Bände heraus und sorgten dafür dass kurzfristig ganze vier Bände der Reihe in den Bestseller-Listen auftauchten.

 


Die vom Splitter Verlag vorgelegte erste Comic-Miniserie "The Dark Tower: The Gunslinger Born" wurde in den Vereinigten Staaten 2007 in sieben Heften von Marvel herausgebracht. Als Autor konnte Veteran Peter David gewonnen werden, der dem einen oder anderen sicherlich von seinen legendären Runs bei Superhelden-Größen wie Spider-Man, Hulk oder Wolverine bekannt ist und in den letzten Jahren auch eine beachtliche Anzahl an Star Trek-Romanen verfassst hat. Stephen King war ebenso in das Projekt eingebunden.


Den Auftakt des Abenteuers macht ein Initiationsritus, dass den jungen Roland Deschain aus dem Hause der Eld von Gilead zum Mann macht. Der Sieg über seinen Lehrmeister macht ihn zum jüngsten aller Revolvermänner – noch zwei Jahre jünger als sein Vater, der zurückkehrt und ihm den ersten Auftrag erteilt: Im Auftrag des Bundes sollen er und seine Kameraden den Zustand der Pferdezucht in Hambry untersuchen, da man im Kampf gegen John Farson dringend auf reinrassige, nicht-mutierte Reittiere angewiesen ist. Da man als Revolvermann bekanntlich gefährlich lebt, tauchen sie undercover in der Stadt auf, um sogleich den Verdacht der örtlichen Spione Farsons auf sich zu lenken. Die können die jugendlichen Widersacher gar nicht gebrauchen, gilt es doch das örtliche Ölfeld für einen bevorstehenden Angriff auf den Bund auszubeuten…


"Der Revolvermann" ist eine großartige Graphic Novel geworden, die nicht nur jedem Fan von Stephen Kings Buchreihe ans Herz gelegt werden kann, wenn nicht muss! Peter David hat die Ideen des Meisters eindrucksvoll und berichtet aus der Perspektive eines Erzählers, der den Leser auf einen unvermeidlichen Schicksalsschlag, auf den prägendsten Moment von Roland vorbereitet. Er schafft dies auf einfühlsame Art und Weise, mitunter durchzogen von feiner Ironie – verwoben mit einer Story, die einen tollen Mix aus Western, Fantasy und Horror liefert. Wie die Buchvorlage eben! Was das Ganze aber schlussendlich auch zu einem grafischen Leckerbissen der Sonderklasse macht, sind Jae Lees exzellente Zeichenkünste und Richard Isanoves Farbgebung. Dass die beiden Herren das düstere Timbre von Kings Epos nicht einzigartig eingefangen haben, wäre voll die Untertreibung des noch jungen Jahrhunderts!


Mustergültig auch die vom Splitter Verlag besorgte Edition im edlen Hardcover-Format in Übergröße. Wer einige Euros mehr als für die Softcover-Variante des Heyne Verlags erübrigen kann, sollte unbedingt auf sie zurückgreifen. Neben einer Karte der Baronie Mejis und umfangreichen Zusatzinformationen von Kings rechter Recherche-Hand Robin Furth kann man sich über einen beigelegten Kunstdruck freuen. Insgesamt also ein tolles Freudenpaket, das Stephen King-Fans und Comiclesern da geschnürt worden ist.

 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #

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