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Comic-Review: Red (Panini)

Ein pensionierter CIA-Mann soll eliminiert werden, nur gibt es jemanden der da noch das eine oder andere Wörtchen mitzureden hat – er selbst.

Red (C) Panini Comics / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWenn die Jungen nichts mehr reißen können, muss klarerweise die alte Garde ran! Frei nach diesem Motto konnten wir uns im Herbst über "Red" mit Bruce Willis, Morgan Freeman, Helen Mirren und John Malkovich freuen, sogar der mittlerweile 94-jährige, legendäre Ernest Borgnine war mit von der Partie. Unter der Regie von Robert Schwentke ist eine flotte Actionkomödie entstanden, die sowohl bei Kritikern als auch beim Kinopublikum punkten konnte. Hauptfigur ist ein pensionierter CIA-Agent (Bruce Willis), der eines schönen Tages von einem Killerkommando angegriffen wird und seine Freunde von früher zusammentrommelt, um den Drahtziehern auf die Pelle zu rücken. Passend zum Filmstart hat Panini die Comic-Vorlage von Warren Ellis und Cully Hamner hierzulande veröffentlicht, die sich aber abgesehen vom Grundmotiv stark von seinem Leinwandpendant unterscheidet.


Es beginnt mit der Amtseinführung des neuen Direktors der CIA, Teil des Protokolls ist eine Videovorführung im sogenannten "Raum R" durch seinen Vize. Dort wird er über Paul Moses und seine Aufträge für die Agency aufgeklärt, was ihn ordentlich nach Fassung ringen lässt. Aus Angst dass Einzelheiten darüber ans Licht der Öffentlichkeit kommen könnten, befiehlt er Moses auszuschalten. Dessen Status ist seit mehreren Jahren auf "grün" gestellt, sein Kontakt zur Agency beschränkt sich auf gelegentliche Anrufe bei seiner Bearbeiterin, die ihn um seine frühere Tätigkeit als Verantwortlicher für "Auslandserwerbungen" beneidet. Tatsächlich war es seine Aufgabe, rund um den Globus Politiker, Militärs und weitere missliebige Personen zu töten, die den Interessen des Landes entgegenstanden. Um die furchtbaren Taten in den vergangenen Jahrzehnten verarbeiten zu können, hat er sich völlig in sein Anwesen zurückgezogen und erhält lediglich Post von einer Nichte in England. So hätte es bleiben können, bis ein Killerkommando in seinem Haus auftaucht und er beschließt, seinen Status wieder auf "grün" zu ändern.


Über weite Strecken kommt Ellis` dreiteilige Erzählung ohne Dialoge aus und lässt diverse Soundwords von Mündungsfeuer und explodierenden Gegenständen für sich sprechen. Wir erleben einen gebrochenen Mann, dessen Identität hinter der einer unbarmherzigen Tötungsmaschine verschwunden ist, und der sein Menschsein auf die notwendigsten Grundfunktionen beschränkt. Wer die Verfilmung gesehen hat, merkt sofort dass es auf den Seiten des Comics nichts zu lachen gibt, zu zentral ist das Motiv des Rächers, der zurückkommt um noch einen letzten Job zu erledigen bevor der Job ihn erledigt. Ellis gibt uns nur wenige Anhaltspunkte über die CIA-Aufträge von Moses und lässt nicht nur dadurch viel Raum für Interpretationen. "Red" ist die Geschichte eines Mannes, dessen Taten im Dienste seines Landes einer neuen und vordergründig ach so zivilisierten Regierung nicht mehr entsprechen und daher unter den blutigen Teppich gekehrt werden sollen und ein geradliniger Action-Comic, der sich als solide Arbeit zwischen den Meisterwerken von Warren Ellis einreiht. Zeichner Cully Hamner, hierzulande wenig bekannt, ist auf jeden Fall eine Entdeckung und mit seinem kantigen, erdigen Stil die richtige Wahl für "Red" gewesen.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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