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Comic-Review: Seelenfresser 1 (Glücklicher Montag)

Die online in Fortsetzungen veröffentlichte Graphic Novel von Schwarwel ist jetzt auch in gedruckter Form erhältlich.

(C) Glücklicher Montag Productions / Seelenfresser 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenUnter seinem Künstlernamen Schwarwel ist Thomas Meitsch einer breiteren Öffentlichkeit als Art Director von "Die Ärzte" bekannt geworden und hatte gemeinsam 1996-2006 mit Bela B. Felsenheimer den Verlag EEE (Extrem Erfolgreich Enterprises) am Laufen. Hier erschien neben "Faust", "Satanika" und anderen amerikanischen Independent-Comics aus der düsteren Horrorecke auch Schwarwels eigene Serie "Schweinevogel" in mehreren Volumes. Nachdem es in Sachen Neunte Kunst in den letzten Jahren etwas ruhiger um den guten Mann geworden war, markierte 2010 die glorreiche Rückkehr ins Rampenlicht. Eine neue "Schweinevogel"-Serie ging an den Start, gefolgt vom Nachdruck aller bis dahin erschienenen Abenteuer seines spaßigen Helden in einem stattlichen Wälzer.


Vor kurzem ist der erste Band von Schwarwels "Seelenfresser" erschienen, von der seit letztem Jahr wöchentlich eine Seite in Fortsetzungen auf der Website der Comic Combo Leipzig erscheint. Das Buch "Liebe" führt uns zu Nova, die mit ihrem Hund nachts herumstreift und auf die Rückkehr ihres Mannes Hardy wartet. Der hat sich per Handy angekündigt und schiebt vorher noch eben eine Nummer mit der Bedienung der nahegelegenen Bar. Und zwar direkt vor seinem "Hitch-Hike-Baby", das vor dem Fenster steht und zusieht. Zuhause tobt sich Hardy wenig später erneut aus, auch in Sachen häuslicher Gewalt. Als er weg ist, dreht Nova erneut ihre Runde mit ihrem Hund, der plötzlich aus der Fasssung gerät. Ein seltsames, eiförmiges Bilde findet sich im Dickicht des Waldes wieder – und es hat nicht nur Appetit auf Mäuse, die sich unglücklicherweise in seine Richtung verirren. Was zur Hölle ist dieses unheimliche Ding?


"Seelenfresser" schlägt die Richtung ein, in die Schwarwel seinen Schweinevogel bereits bei der "Time Traders"-Story zu EEE-Zeiten gehen hat lassen, ohne damals jedoch auf den typischen Humor der Figur zu verzichten. Tatsächlich ging er schon seit längerem, wie er im Nachwort des Bandes gesteht, mit der Idee einer sehr düster gehaltenen Erzählung schwanger, und hat nun bis auf wenige Elemente alle Querverweise auf sein Hauptwerk außen vorgelassen. Es finden sich zwar eine Schweinevogel-Plüschfigur oder der altbekannte "Hossa"-Ausruf, aber ansonsten gibt es hier nichts zu schmunzeln – abgesehen vielleicht noch von der Tatsache, dass der alte RAMONES-Fan Schwarwel Novas Hund auf den Namen Joey getauft hat. Aus zeichnerischer Sicht kommt das großzügige Albumformat der Erzählung sehr gelegen und lässt viel Raum, die beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Mit dem seltsamen eiartigen Objekt fühlt man sich an die Nester aus den "Alien"-Filmen erinnert, wobei das dicke, holzige Papier den bedrohlichen, pulpig angehauchten Charakter von Schwarwels gewohnt in schwarz-weiß gehaltenen Strichen noch zu verstärken scheint. Die religiösen Zitationen und die nach verschiedenen Aposteln benannten Kapitel machen jedenfalls neugierig, was speziell auch in dieser Hinsicht auf uns zukommen mag. Noch ist es zu früh sich ein detailliertes Bild machen zu können, aber der Auftakt macht auf jeden Fall Hoffnung auf eine gute Geschichte.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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Strikter Kaufbefehl.
Wer nicht nur sein Schimpfwortvokabular aufpolieren, sondern auch eine verteufelt lustige Geschichte voll Blasphemie und Zynismus lesen will, sollte (wieder) zugreifen.
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