Als Marvel-Fan hatte
man in den vergangenen zwei Jahren kaum Zeit, um Luft zu holen – schien doch ein Mega-Event das nächste zu jagen. Den Auftakt zur superheldischen Achterbahnfahrt lieferte uns Panini im Februar 2009 mit der achtteiligen "Secret Invasion"-Storyline , in der sich die außerirdischen Gestaltwandler vom Volk der Skrulls daran machten, die Erde zu erobern, nachdem sie jahrelang die hiesigen Machtstrukturen infiltriert hatten. Bekanntlich konnte sich Norman Osborn, psychopathischer Spidey-Erzfeind und zum Chef der Thunderbolts aufgestiegen, mit seinem alles entscheidenden Angriff auf die Alien-Königin medial derart in Szene setzen, dass ihm weitreichende Befugnisse unter anderem über die Rächer-Initiative erteilt wurden. Tony "Iron Man" Stark, der die Skrull-Attacke nicht abwehren hatte können, avancierte zum Staatsfeind Nummer Eins und nicht offiziell registrierte Helden wurden gnadenlos gejagt.
Gleichzeitig präsentierte man der Öffentlichkeit eine pervertierte Version der Rächer, in deren Kostümen nun Schurken und Wahnsinnige von Osborns Gnaden steckten – unter anderem der aktuelle Träger des Venom-Symbionten, "Mac" Gargan, der als schwarzer Spider-Man dem rot-blauen Original nicht gerade zusätzliche Sympathiepunkte verschaffte. Zum Schluss dieser unter dem Banner "Dark Reign" firmierenden Entwicklungen arbeitete Osborn im vergangenen Herbst seine Liste widerspenstiger Gegner ab, auf der sich neben dem Netzschwinger auch weitere Schwergewichte wie die echten Rächer, die X-Men und Wolverine oder der Punisher wiederfanden. Mit dem aktuellen Crossover "The Siege – Die Belagerung" wird nun eine mehrjährige Entwicklung des Marvel-Universums abgeschlossen, die mit dem "Civil War" ihren Ausgang genommen hat.
Zusätzlich zur vierteiligen Miniserie und den üblichen Tie-ins bei laufenden Serien hat Panini zwei Sonderbände veröffentlicht, die sowohl Hintergründe zu "Siege" abliefern als auch einen Epilog dazu abgeben. "Die Helden von Siege" sammelt die fünf Oneshots, die sich mit Loki, den Secret Warriors, Spider-Man, den Young Avengers und den beiden Captain Americas befassen. Der Einstieg mit Thors ewig intrigierendem Bruder von Kieron Gillen beschert uns nicht nur ein Wiedersehen mit dem guten Mephisto, sondern auch das Wissen wie Loki den Kampf um Asgard vorbereitete und Osborn manipulierte. Der von Brian Reed verfasste Kampf Spider-Mans gegen Venom und sein Techtelmechtel mit Ms. Marvel amüsiert und macht Lust auf mehr, während die Episode um Phobos, den Sohn des im Kampf gefallenen Gottes Ares, mit dessen unplausiblem gewalttätigen Ausflug ins Weiße Haus enttäuscht. Ansonsten wartet der Band mit solider Durchschnittskost auf, unter den Zeichnern sind vor allem Jamie McKelvie und Marco Santucci positiv hervorzuheben.
Der zweite Band namens "Avengers Finale" sammelt die letzten Ausgaben der verschiedenen Rächer-Serien ("Mighty Avengers", "Avengers – The Initiative", "Dark Avengers") sowie jeweils ein Special zum Tod des Sentry und ein Abenteuer der "New Avengers". Letzteres bildet gemeinsam mit der letzten Ausgabe der "Dark Avengers" den inhaltlichen Schwerpunkt: Nachdem Norman Osborn die Kontrolle über Robert Reynolds bösartiges Alter Ego Void verloren hat, dieser von Thor getötet wurde und die Schlacht damit beendet ist, geht es darum Freund von Feind zu trennen. Die Thunderbolts werden inhaftiert, ihren geschlagenen Anführer verfrachtet man in das Superschurken-Hochsicherheitsgefängnis "The Raft". Während Mastermind Brian Michael Bendis mit der Finalausgabe der "Dark Avengers" wieder einige coole Momente hervorzaubert und Mike Deodato Jr. wie gewohnt erlesenstes Artwork liefert, beschäftigt sich die überlange, letzte Story mit den Aufräumarbeiten der Helden um Captain America, die völlig rehabilitiert worden sind. Ein enger Verbündeter Osborns, der seit jeher blass charakterisierte Hood, wird ohne größeren Aufwand einkassiert, dann steht einem optimistischen Aufbruch in das angekündigte "Heroic Age" nichts mehr im Wege. "Avengers Finale" bietet kurzweiliges Lesevergnügen vor dem Relaunch der Rächer-Serien und erfüllt damit seinen Zweck vollauf.
man in den vergangenen zwei Jahren kaum Zeit, um Luft zu holen – schien doch ein Mega-Event das nächste zu jagen. Den Auftakt zur superheldischen Achterbahnfahrt lieferte uns Panini im Februar 2009 mit der achtteiligen "Secret Invasion"-Storyline , in der sich die außerirdischen Gestaltwandler vom Volk der Skrulls daran machten, die Erde zu erobern, nachdem sie jahrelang die hiesigen Machtstrukturen infiltriert hatten. Bekanntlich konnte sich Norman Osborn, psychopathischer Spidey-Erzfeind und zum Chef der Thunderbolts aufgestiegen, mit seinem alles entscheidenden Angriff auf die Alien-Königin medial derart in Szene setzen, dass ihm weitreichende Befugnisse unter anderem über die Rächer-Initiative erteilt wurden. Tony "Iron Man" Stark, der die Skrull-Attacke nicht abwehren hatte können, avancierte zum Staatsfeind Nummer Eins und nicht offiziell registrierte Helden wurden gnadenlos gejagt.Gleichzeitig präsentierte man der Öffentlichkeit eine pervertierte Version der Rächer, in deren Kostümen nun Schurken und Wahnsinnige von Osborns Gnaden steckten – unter anderem der aktuelle Träger des Venom-Symbionten, "Mac" Gargan, der als schwarzer Spider-Man dem rot-blauen Original nicht gerade zusätzliche Sympathiepunkte verschaffte. Zum Schluss dieser unter dem Banner "Dark Reign" firmierenden Entwicklungen arbeitete Osborn im vergangenen Herbst seine Liste widerspenstiger Gegner ab, auf der sich neben dem Netzschwinger auch weitere Schwergewichte wie die echten Rächer, die X-Men und Wolverine oder der Punisher wiederfanden. Mit dem aktuellen Crossover "The Siege – Die Belagerung" wird nun eine mehrjährige Entwicklung des Marvel-Universums abgeschlossen, die mit dem "Civil War" ihren Ausgang genommen hat.
Zusätzlich zur vierteiligen Miniserie und den üblichen Tie-ins bei laufenden Serien hat Panini zwei Sonderbände veröffentlicht, die sowohl Hintergründe zu "Siege" abliefern als auch einen Epilog dazu abgeben. "Die Helden von Siege" sammelt die fünf Oneshots, die sich mit Loki, den Secret Warriors, Spider-Man, den Young Avengers und den beiden Captain Americas befassen. Der Einstieg mit Thors ewig intrigierendem Bruder von Kieron Gillen beschert uns nicht nur ein Wiedersehen mit dem guten Mephisto, sondern auch das Wissen wie Loki den Kampf um Asgard vorbereitete und Osborn manipulierte. Der von Brian Reed verfasste Kampf Spider-Mans gegen Venom und sein Techtelmechtel mit Ms. Marvel amüsiert und macht Lust auf mehr, während die Episode um Phobos, den Sohn des im Kampf gefallenen Gottes Ares, mit dessen unplausiblem gewalttätigen Ausflug ins Weiße Haus enttäuscht. Ansonsten wartet der Band mit solider Durchschnittskost auf, unter den Zeichnern sind vor allem Jamie McKelvie und Marco Santucci positiv hervorzuheben.
Der zweite Band namens "Avengers Finale" sammelt die letzten Ausgaben der verschiedenen Rächer-Serien ("Mighty Avengers", "Avengers – The Initiative", "Dark Avengers") sowie jeweils ein Special zum Tod des Sentry und ein Abenteuer der "New Avengers". Letzteres bildet gemeinsam mit der letzten Ausgabe der "Dark Avengers" den inhaltlichen Schwerpunkt: Nachdem Norman Osborn die Kontrolle über Robert Reynolds bösartiges Alter Ego Void verloren hat, dieser von Thor getötet wurde und die Schlacht damit beendet ist, geht es darum Freund von Feind zu trennen. Die Thunderbolts werden inhaftiert, ihren geschlagenen Anführer verfrachtet man in das Superschurken-Hochsicherheitsgefängnis "The Raft". Während Mastermind Brian Michael Bendis mit der Finalausgabe der "Dark Avengers" wieder einige coole Momente hervorzaubert und Mike Deodato Jr. wie gewohnt erlesenstes Artwork liefert, beschäftigt sich die überlange, letzte Story mit den Aufräumarbeiten der Helden um Captain America, die völlig rehabilitiert worden sind. Ein enger Verbündeter Osborns, der seit jeher blass charakterisierte Hood, wird ohne größeren Aufwand einkassiert, dann steht einem optimistischen Aufbruch in das angekündigte "Heroic Age" nichts mehr im Wege. "Avengers Finale" bietet kurzweiliges Lesevergnügen vor dem Relaunch der Rächer-Serien und erfüllt damit seinen Zweck vollauf.
# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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