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COVENANT

22.11.2002, SZENE (WIEN)
covenant_pic1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDa ich ja nebenbei noch ein wenig arbeiten gehe und Arbeitszeiten manchmal etwas konträr zu Konzertterminen verlaufen kam ich leider nicht in den Genuss der beiden Vorbands SEABOUND und DUPONT. Laut zahlreicher Aussagen von Ohrenzeugen sollen die beiden Acts jedoch zumindest „sehr gut“ bis „nicht so schlecht“ gewesen sein.

Die schwedische Future-Pop-Formation COVENANT dürfte ja eh den meisten ein Begriff sein, hat man doch bereits den einen oder anderen Kracher zum Abtanzen geliefert (nicht zu verwechseln jedoch mit den Space-Black-Rave-Metallern Kovenant, die nach einem Rechtsstreit ein K bei der Sesamstraße kaufen mussten....).

Die Bühne präsentierte sich recht steril, weiße Tücher, alte Fernseher, zwei Synthiebastionen rechts und links. Aber weniger ist ja auch oft mehr, und eine allzu überladene Bühne würde gar nicht zum Stil von Covenant passen. Mit frenetischem Applaus wurden die drei Protagonisten empfangen und es war zu spüren, dass dieses Konzert auch für die Band ein wenig ungewohnt war, denn so bewegungsfreudig habe ich das Publikum selten erlebt (zumindest bei Konzerten ähnlicher Stilrichtungen). Sänger und Blickfang Eskil Simonsson wirkte durch seine sagen wir mal sehr jugendliche Erscheinung anfangs doch ein wenig schüchtern, aber im Laufe des Gigs wurde der sympathische Blondschopf immer aktiver und seine Bewegungen übertrugen sich scheinbar direkt auf das Publikum. Die Stimme ist bezeichnend und prägend zugleich für den Gesamtklang von Covenant. Joakim und Clas, die beiden Gebieter über den Sound, live als auch von der Konserve, verharrten glücklicherweise nicht kraftwerkmässig hinter ihren Geräten, sondern liefen immer wieder herum, trieben Schabernack, schoben ihre Sequencer-Kästchen vor bis zum Bühnenrand und gebärdeten sich teilweise schon fast rockig und headbangend. Die Beiden sind Motor und Getriebe von Covenant, und Sänger Eskil ist der Kraftstoff.

Man spürt bei Covenant von der ersten Minute an, dass die drei Musiker ein komplett eingespieltes Triumvirat sind. Und bei aller Vorhersehbarkeit der Songs (sicher hat man hier und dort auch ein wenig improvisiert...) blieb eine gewisse Spontanäität das gesamte Set hindurch erhalten. Hervorheben möchte ich hier allerding nur den Song „Dead Stars“ (wer kennt ihn nicht), der, obwohl in sämtlichen Clubs bereits mehr als totgespielt, live dennoch ein Reißer erster Güte war, bei dem die Audience dann auch völlig tobte. Und die Tatsache, dass die Stücke der aktuellen CD „Northern Lights“ live um Kilometer mehr Druck machen, war nicht zu verleugnen. Die Dynamik dieses Gigs war einfach unbeschreiblich, der Beat steckte einen nahezu von alleine an, was sich seitens der Band auch in mehreren Zugaben niederschlug. Ein mehr als gelungenes Konzert, da trotz aller Elektronik immer noch hundert Prozent Livekonzert zu spüren war.

MikerOwavE
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